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Arthrose

Ein Trauma, eine schwere Verletzung oder eine Gelenk­operation können dazu führen, dass später an dieser Stelle Arthrose auftritt. Die Arthrose ist die häufigste Form des Rheumas. Sie wird gewöhnlich als eine mit dem Älterwerden einher­gehende degenerative Abnutzungs­erkrankung angesehen, doch auch jüngere Menschen können infolge eines Unfalls daran erkranken. Bei der Arthrose ist meist nur ein Gelenk betroffen, in Ausnahmefäl­len auch mehrere. Am häufigsten erkranken die oberen Fingerge­lenke, das Daumenwurzelgelenk, die Hüftgelenke und die Knie.

Arthrose tritt häufiger am Knie­ als am Hüftgelenk auf; insgesamt leiden zehn bis 20 Prozent der über 65-Jährigen an einer Arthrose der Knie oder Hüften. Die Krankheit gilt als eine der Hauptursachen für Schmerzen und Gebrechlichkeit bei älteren Menschen. In den Industrienationen leidet etwa ein Viertel der Bevölkerung an Arthrose, von denen sich aber nur wenige in Behandlung begeben.

Risikofaktoren

Es müssen mehrere der folgenden Risikofaktoren aufeinander treffen, ehe es zur Erkrankung kommt: Alter, Geschlecht, Fettleibigkeit, Beruf, genetische Veranlagung, Verletzungen und vorangegangene Entzündung eines Gelenks.

ALTER: Der Hauptrisikofaktor für Arthrose ist das Alter. Sie tritt meist nach dem 45. Lebensjahr erstmals auf und nimmt dann stetig zu. Bei den meisten Menschen über 65 gibt es Anzeichen für Arthrose. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit zu, weil die Muskeln schwächer werden und der Körper abgenutztes Gewebe nicht mehr so leicht reparieren kann.

GESCHLECHT: Frauen erkranken häu­figer an einer Arthrose, insbesondere der Knie und Hände. Die Krankheit ist bei ihnen stärker ausgeprägt. Menschen, deren Gewicht mehr als 25 Prozent über dem Normalgewicht liegt, haben ein wesentlich höheres Risiko. Die Ursa­che dafür ist sehr wahrscheinlich der Druck, den das erhöhte Gewicht auf die Gelenke ausübt. Dabei ist das Knie besonders gefährdet. Bei über­gewichtigen oder fettleibigen Men­schen ist die Gefahr, dass sich eine bestehende Arthrose verschlimmert, ebenfalls größer.

VERLETZUNGEN: Eine schwere Verlet­zung oder Operation eines Gelenks kann bewirken, dass die betreffen­de Stelle später an Arthrose er­krankt. Ständige starke Belastung eines Gelenks kann ebenfalls zu Verletzungen und einer erhöhten Anfälligkeit für Arthrose führen.

Bei der Arthrose löst sich die Knorpel Oberfläche auf und verschleißt, so dass die darunter liegen­den Knochen aufein­ander reiben. Wer nach einer Verletzung das Gelenk wieder belastet, bevor die Verletzung abgeheilt ist, riskiert ebenfalls, an Arthrose zu erkranken.

Bestimmte Berufsgruppen, z. B. Landwirte, neigen zu Arthrose der Hüfte, Fußballspieler zu Arthrose der Kniegelenke. Auch andere Berufe, die mit häufigem Knie­beugen, Hocken oder dem Heben schwerer Gewichte verbunden sind, können eine Arthrose der Kniegelenke verursachen. Das Vorhan­densein bestimmter Gene spielt eine Rolle in der verbreiteten Form der Fingerpolyarthrose, die insbesonde­re die Hände von Frauen mittleren Alters befällt. Auch bei der Arthrose der Kniegelenke und Hüfte spielt die Vererbung eine Rolle. Selbst die allgemeine Arthrose hat wahrschein­lich eine genetische Ursache.

Zu den Genen, die eventuell mit den verbreiteten Formen der Arthrose zusammenhängen, gehö­ren u. a. das Vitamin-D-Rezeptor-Gen, das IGF (Insulin-like Growth Factor System), das COMP (Cartilage Oligomeric Matrix Protein) und die HLA Region. Es gibt einige äußerst seltene, jedoch sehr ernste Formen der Arthrose, die in jungen Jahren auftreten und vererb­bar sind. Sie hängen mit einzelnen Genen zusammen, die auf das Pro­tein Kollagen wirken, ein wichtiger Bestandteil von gesundem Knorpel.

Was geschieht

Arthrose entwickelt sich häufig sehr langsam. Während bei einigen Patienten die Symptome nur wenig ausgeprägt sind, kann der Verlauf bei anderen schwer sein. Betroffen ist vor allem der Knor­pel, der die Knochenenden eines Gelenks bedeckt. Gesunder Knor­pel lässt die Knochenenden über­einander gleiten und nimmt die Bewegungsenergie auf. Bei der Arthrose löst sich die Knorpelober­fläche auf und verschleißt, so dass die darunter liegenden Knochen immer stärker aneinander reiben.

Infolgedessen kommt es zu Schmerzen, Schwellungen und ein­geschränkter Beweglichkeit. Die Ursache der Schwellung sind meist Beulen, die sich auf dem Kno­chen bilden; manchmal auch die vermehrte Gelenkflüssigkeit im Kno­chen. Zuweilen gibt das Gelenk bei Bewegung ein ungewöhnliches Geräusch bzw. Knirschen von sich. Betroffene Gelenke werden nach kör­perlicher Belastung oft steif. Arthrose befällt keine inneren Organe.

Im Lauf der Zeit verliert das be­troffene Gelenk seine normale Form. An den Knochenenden bilden sich häufig Sporne, die so genannten Osteophyten. Kleine Knorpel- oder Knochenstücke können abbrechen und im Inneren der Gelenkhöhle schwimmen, was zusätzliche Schmer­zen und Schäden verursacht. In gewisser Hinsicht handelt es sich bei der Arthrose um ein Gelenkversagen, das mehr oder weniger stark ausge­prägt sein kann.

Arthrose des Knies

Eine Arthrose des Knies ist beson­ders kompliziert und betrifft meis­tens Menschen Ende fünfzig bis Anfang siebzig. Frauen erkranken häufiger daran; dabei sind meist beide Knie befallen. Bei Übergewicht, Arthrose eines weiteren Gelenks, bei früherer Sportverletzung oder nach Knieope­ration, insbesondere Knorpelentfer­nung, ist die Wahrscheinlichkeit, an Arthrose des Knies zu erkranken, noch größer. Häufig gibt es jedoch keine eindeutige Ursache. Der Schmerz macht sich meist an der Vorderseite und den Seiten des Knies bemerkbar. Im Verlauf der Krankheit kann es zu gebeugten und deformierten Knien kommen.

Arthrose der Hüfte

Arthrose der Hüfte tritt bei Männern und Frauen gleich häufig auf. Die Krankheit kann schon Mitte vierzig einsetzen, beginnt jedoch üblicher­weise erst später. Es können eine oder beide Hüftgelenke betroffen sein. Manche Hüftprobleme, die schon bei der Geburt vorhanden waren oder sich während der Kindheit herausbil­deten, können zu Arthrose führen. Einige Menschen sind für Arthrose besonders anfällig sind. Manchmal ist z.B. die Hüftpfanne, in der der Kopf des Oberschenkelknochens liegt, nicht optimal entwickelt. Mit einer Arthrose verbundener Hüftschmerz ist meist vorn in der Leiste lokalisiert, kann jedoch auch als ausstrahlender Schmerz in Gesäß oder Knien auftreten.

Arthrose der Hände

Diese Erkrankung tritt meist bei Frauen auf und beginnt Ende vier­zig bzw. Anfang fünfzig, häufig in der Menopause. Betroffen sind vor allem das Daumenwurzel­gelenk sowie die Gelenke der Fin­gerspitzen. Die Finger werden zwar knotig und manchmal auch ver­krümmt, doch sie sind weiterhin funktionstüchtig, und es kommt nur selten zu Spätfolgen.

Die Fingerpolyarthrose betrifft die Fingergelenke. Die Gelenke sind geschwollen und, insbesondere zu Anfang, schmerzempfindlich. Später entwickeln sich feste, knochige, knotige Schwellungen. Treten sie an den Fingerendgelenken auf, nennt man sie Heberden-Knoten. Gele­gentlich bilden sich ähnliche knö­cherne Schwellungen – die so genannten Bouchard-Knoten – in den Mittelfingergelenken. Wenn es zur Herausbildung dieser beiden Knotenformen kommt, sind die Gelenke bereits relativ schmerzfrei. Patienten mittleren Alters, die an Fingerpolyarthrose leiden, erkran­ken in höherem Alter häufiger an einer Arthrose des Knies.

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