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Keine Alternative zum Tabakanbau in Brasilien?

Brasiliens Tabakwirtschaft floriert… Sie brachte Wohlstand in die einst ärmsten Gegenden im Süden Brasiliens, namentlich in die Stadt Santa Cruz, wo sich die Einkaufsgesellschaften der Tabakfirmen niedergelas­sen haben. Santa Cruz nennt sich heute die >Tabakhauptstadt der Welt< – ein Titel, der in den Ohren der Bauern North Carolinas eher provokativ klingen muss…

Das Zahlungsbüro ist mit wartenden Bauern überfüllt. Innerhalb von zwei Stunden wickeln sie den Verkauf ihrer Ernte ab. Hier bekom­men sie ihr Geld – das, was den Tabakanbau überall in der Welt so at­traktiv macht. Doch für die Bauern gibt es noch andere gewichtige Gründe, Tabak zu produzieren: Die Tabakfirmen vermitteln den Bau­ern Kredite, die es ihnen ermöglichen, ins Tabakgeschäft einzusteigen, Trocknungsschuppen und die übrige Ausrüstung anzuschaffen; sie ge­ben das Saatgut gratis ab, verkaufen Dünger und Insektizide zum Selbstkostenpreis, und sie schießen ihnen, wenn nötig, das Geld dafür vor; sie sorgen weiterhin dafür, dass alle Tabakbauern regelmäßig Be­such von einem landwirtschaftlichen Berater erhalten.

Die Tabakfirmen bürgen für Darlehen, die die Bauern in der Regel über das Landwirtschaftskreditprogramm der “Bank of Brazil” erhalten. Die Bürgschaft ist notwendig, denn nur wenige Bauern sind wohlha­bend genug, um nach den Anforderungen der “Bank of Brazil” als kre­ditwürdig zu gelten… Kredite für Dünger und Pestizide laufen in der Regel über eine Ernteperiode… Größere Kredite, etwa um einen Trak­tor zu kaufen oder einen Trocknungsschuppen zu bauen, haben Lauf­zeiten von bis zu fünf Jahren. Die Bauern müssen dann Tabak anpflanzen, da keine andere Nutzpflanze genug Geld einbringt, um die Kredite zurückzuzahlen. So werden sie vom Tabak abhängig…

Doch sind in Rio Grande do Sul nur wenige kritische Stimmen zum Tabakanbau zu hören. Erstaunlicherweise kommen Einwände ausge­rechnet vom Präsidenten der Bauerngewerkschaft, Maurino Muller. Für ihn hat der Anbau von Nahrungsmitteln eindeutig Priorität: »Wir heißen Tabakhauptstadt der Welt, doch wir hätten Alternativen: Schweinezucht, Gemüse, Milchwirtschaft. Aber es ist schwierig, die Bauern davon zu überzeugen. Doch mit der Zeit wird sich die Einsicht, dass Tabak nicht das einzig mögliche ist, zweifellos durchsetzen.«

Säen und Ernten von Tabak

Tabak wird unter verschiedensten klimatischen Verhältnissen angebaut, da die Pflanze überaus anpassungsfähig ist. Sie verträgt allerdings weder Salzböden noch Staunässe, welche die sauerstoffbedürftigen Wurzeln zum Ersticken bringt. Für ein gutes Gedeihen benötigt die Pflanze hohe Tempe­raturen. In Bezug auf das Wasserbedürfnis reicht der Bogen vom trocken­heitsgewohnten Orienttabak (Jahresniederschlag um 400 Millimeter) bis zum durstigen Zigarrentabak […]

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Exporteure und Importeure

  Drei Viertel der Tabakwelternte werden im jeweiligen Anbauland verar­beitet und verbraucht. Auf dem Weltmarkt erscheinen jährlich zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Tonnen, deren Handelswert bei 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar liegt. 1985 entstammte die Hälfte aller Tabakexporte Ländern der »Dritten Welt«, einschließlich China und Brasilien; bis 1992 hat sich der Anteil auf etwa 55 […]

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Perspektiven des Tabakanbaus

Der hohe Arbeitsaufwand für Setzen, Ernten und Trocknen des Tabaks sowie die kleinbäuerliche Struktur des Tabakanbaus ermöglicht die Pro­duktion in der »Dritten Welt«. Doch der Standortvorteil ist nicht un­bedingt von Dauer. Mechanisierung des Anbaus, rationalisierte Ernte- und Trocknungsverfahren und moderne Technologien der Tabakverarbeitung in den Industrieländern machen ihn allmählich zunichte. Der typische Ta­bakbauer von morgen […]

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British-American Tobacco Company (BAT)

Als der Soldat Washington Duke 1865 aus dem Amerikanischen Bürger­krieg zurückkehrte, war seine Farm in der Gegend von Raleigh im Bundesstaat North Carolina völlig heruntergewirtschaftet. Das einzig Brauchbare war ein Haufen getrockneter Tabakblätter, die er vor dem Krieg geerntet und im Schuppen gelagert hatte. North Carolina war schon damals Tabakanbaugebiet, und sein Kautabak genoss einen […]

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Tabak, die ewige Freude der Götter

Tabak als subtropische Pflanze hat seine botanische Heimat in den Antil­lengebieten Westindiens und den westlicher gelegenen Festlandgebieten Zentral- und Mittelamerikas. Möglicherweise wurde Tabak dort schon vor etwa zehntausend Jahren von den Ureinwohnern, Jägern und Sammlern, für Rauchopfer genutzt. Als diese vor rund achttausend Jahren im Gebiet des heutigen Peru und Mexiko mit Ackerbau begannen, wurde […]

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