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Das Leben im Bienenstock

Der Bienenstaat

Im Gegensatz zu vielen anderen Insekten ist die Honig­biene (lat. apis mellifica) als Einzelwesen nicht überlebensfähig. Zusammen mit bis zu 80000 Artgenossinnen bildet die Honigbiene einen Bienenstaat (Bien) in je­dem Bienenstock, der vom Imker auch Beute genannt wird. Die Bienenkönigin, die Arbeiterinnen und die männlichen Drohnen haben dabei ganz bestimmte Aufgaben- und Arbeitsbereiche zu erfüllen, die zum Überleben des Bienenvolks notwendig sind.

Die Bienenkönigin –

Die bis zu 25 Millimeter lange Königin – auch Weisel genannt – ist deutlich größer als die anderen Bienen im  Stock. Sie ist auch an ihrem charakteristisch langen Hinterleib zu erkennen. Jedes Jahr legt die Königin zwischen 300000 und 450000 Eier. Die Anzahl ist dabei von der Jahreszeit abhängig. In der Hochsaison, in den Sommermonaten, können es bis zu 3000 Eier am Tag wer-   den. Dies entspricht etwa dem Doppelten der eigenen  Körpermasse des Insekts. Wenn die Königin die Eier   befruchtet, entstehen Arbeiterinnen; aus unbefruchteten Eiern entwickeln sich die männlichen Drohnen. Während dieses anstrengenden Geschäfts wird die Kö­nigin von Arbeiterinnen gefüttert. Ob aus einem befruchteten Ei eine Königin oder eine Arbeiterin wird, bestimmen die Arbeitsbienen. Eine Bienenkönigin benötigt eine größere Zelle (Weiselwiege) und wird von den Arbeiterinnen mit einem speziellen Futtersaft – dem berühmten Gelee royale ernährt.

Der Hochzeitsflug der Bienenkönigin

Die junge Königin wird nur ein einziges Mal – während des so genannten Hochzeitsflugs – befruchtet. Der Sa­men, der in einer speziellen Samentasche aufbewahrt wird, reicht dann für ein ganzes Königinnenleben aus. Die Königin kann bis zu fünf Jahre alt werden, für ein Insekt fast eine Ewigkeit. Beim Hochzeitsflug erfüllen die männlichen Drohnen ihre einzige für den Bienen­staat nützliche Aufgabe: die Befruchtung der Königin.

Die Drohnen und…

Die einzige Aufgabe der Drohnen besteht in der Be­fruchtung der Bienenkönigin. Die Drohnen sind etwas größer als die weiblichen Bienen, sie werden 15 bis 17 Millimeter lang. Jedoch ist ihr Gehirn deutlich klei­ner als das ihrer Bienenschwestern. Sie sind nicht fähig, sinnvolle Tätigkeiten im Bienenstock zu verrichten, und werden von den Arbeiterinnen durchgefüttert. Die Drohnen entwickeln sich aus unbefruchteten Eizellen. Zwischen 500 bis 2000 dieser männlichen Bienen leben meistens nur von Mai bis Juli in einem Bienenstock.

… die Drohnenschlacht

Nachdem die Drohnen beim Hochzeitsflug einer neuen Bienenkönigin ihre Aufgabe erfüllt haben, verweigern ihnen die Arbeiterinnen die Nahrung und werfen sie schließlich aus dem Stock. Da die Drohnen nicht in der Lage sind, sich selbst zu ernähren, bedeutet dies ihren sicheren Tod. Am Ende des Hochsommers lassen sich dann Hunderte von sterbenden oder verendeten Droh­nen vor dem Einflugloch eines Bienenstocks finden. Der Imker nennt dies Drohnenschlacht; für ihn ein Zei­chen, dass im Stock alles in Ordnung ist.

Die emsigen Arbeiterinnen

Die übergroße Mehrheit eines Bienenvolks besteht aus den Arbeiterinnen oder Arbeitsbienen. In den Sommer­monaten befinden sich 50000 bis 80000 Arbeiterinnen in einem Bienenstock, während der Winterruhe verrin­gert sich ihre Zahl auf etwa 20000 Arbeitsbienen. Die Arbeiterin ist das kleinste Tier im Bienenstock, sie hat eine Länge von 13 bis 15 Millimeter und wiegt nur 0,1 Gramm.

Von der Stockbiene zur Sammlerin

Die Arbeitsteilung ist bei den Arbeitsbienen so geregelt, dass alle Tätigkeiten innerhalb und außerhalb des Bienenstocks in Abhängigkeit vom Lebensalter geleis­tet werden. Grundsätzlich können zwei Gruppen von Arbeiterinnen unterschieden werden: die Stockbienen und die Flug- bzw. Sammelbienen (Trachtbienen). Die Stockbienen – etwa zwei Drittel des Bienenvolks -bestehen aus Jungbienen, die in den ersten drei Wochen ihres Lebens Innendienst im Stock verrichten. Sie sind je nach dem Stand ihrer Entwicklung für die Brutpflege, den Ausbau der Waben oder für Reinigungsarbeiten im Stock zuständig. Einige versehen vor dem Beginn des Außendiensts den Wachdienst am Flugloch. Zu dieser Zeit ist ihre Giftblase maximal gefüllt. Nach dem 21. Lebenstag beginnen die Arbeiterinnen mit der Flug- und Sammeltätigkeit. Bis zu ihrem Lebens­ende schaffen die Insekten nun die notwendigen Nahrungsmittel und Rohstoffe zum Bienenstock, die das I Überleben des Bienenstaats sichern. Dabei spezialisie­ren sich die meisten Bienen auf das Sammeln von Nektar bzw. Honigtau oder Pollen, einige wenige sind für Wasser und Propolis (Kittharz) zuständig.

Der Bienentanz

Was dem mensch­lichen Auge als ein unüberseh­bares Gewimmel erscheint, ist ein kompliziertes Kommunikations­system: der so genannte Bienentanz- Das Auffinden von Nahrungsquellen und das rationelle Sammeln ist für die Honigbienen, die als ganzes Volk überwintern, von großer Wichtigkeit. Wenn einzelne Suchbienen eine lohnende Futterquelle entdeckt ha­ben, teilen sie ihren Fund den im Stock wartenden Sam­melbienen sofort mit. Dies geschieht durch eine Kette von bestimmten Bewegungen, die der Imker als Bie­nentanz bezeichnet. Die tanzende Biene übermittelt dabei ihren Schwestern Flugrichtung, Entfernung, Er­giebigkeit, Duft und Geschmack der Blüten oder der sonstigen Nahrungsquelle. Die korrekte Richtung ermitteln die Bienen mit Hilfe des Sonnenstands. Auch bei bedecktem Himmel kann sich eine Biene – mit ihren Facettenaugen – am Stand der Sonne orientieren, die sie als ultravioletten Ball wahrnimmt.

Sommerbienen und Winterbienen

Die Lebenserwartung von Arbeitsbienen ist sehr unter­schiedlich. Die Sommerbienen, die etwa von April bis Juli ausschlüpfen, werden nur vier bis sechs Wochen alt. Dagegen kann eine Winterbiene, die im August oder September geboren wird, bis zu acht Monate lang leben. Der Grund dafür ist die sehr unterschiedliche körperli­che Beanspruchung der Bienen. Während die Sommer­biene eine unermüdliche Flug- und Sammeltätigkeit entwickelt, sitzen die Winterbienen in der kalten Jahres­zeit überwiegend in der so genannten Wintertraube zu­sammengedrängt im Bienenstock, um sich gegenseitig und die Bienenkönigin zu wärmen. Sie benötigen somit weniger Energie als die lebhaftere Sommerbiene und leben deshalb wesentlich länger.

Wabenbau

Der Bau der Waben wird in der Regel von den Bau­bienen ausgeführt. Bei diesen 8 bis 21 Tage alten Stock­bienen sind die Wachsdrüsen in voller Funktion. Aber auch andere Bienen, die kein Wachs schwitzen können, liehen bei der Ausführung des Wabenwerks mit. Die Hauptzeit der Bautätigkeit ist das Frühjahr. Die Honigbiene baut senkrechte Waben mit sechsecki­gen Zellen auf beiden Seiten. Da die Wabe lückenlos mit Zellen gefüllt ist und jede Grenzwand benachbarter /.eilen doppelseitig verwendet wird, kann bei einem re­lativ geringen Wachsverbrauch eine sehr hohe Stabilität der Konstruktion erzielt werden. Die Waben werden von den Honigbienen vielseitig verwendet. Sie dienen sowohl der Aufnahme und der Aufzucht des Nachwuch­ses der Bienen (Brut) als auch zur Aufbewahrung von Nahrungsreserven (Honig, Pollen) und Wasser.

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