Den richtigen Saft für das Saftfasten wählen

Nur wenn Frucht- oder Gemüsesaft auf dem Etikett steht, kann man davon ausgehen, dass 100-prozentig »flüssige Rohkost« in der Fla­sche ist. Der Saft ist dann erntefrisch gepresst, unverdünnt und ohne den Zusatz chemischer Konservierungsstoffe. Schon geringe Zucker­zusätze in Säften müssen in der Zutatenliste aufgeführt sein. Man soll­te diese Liste grundsätzlich beim Kauf studieren, denn nicht nur das Hinzufügen von Zucker muss ersichtlich sein. Auch Säfte aus Kon­zentrat müssen ebenfalls als solche deklariert sein. Ihnen wurde noch im Ursprungsland in einer Konzentrieranlage unter Vakuumbedin­gungen das Wasser entzogen, wobei sich der Saft bis auf ein Sechstel seines ursprünglichen Volumens verdichtete. Solche Konzentrate werden tiefgefroren, um sie anschließend leichter transportieren und lagern zu können.

Bei Bedarf taut man sie wieder auf, und durch Rückverdünnung mit Wasser entsteht erneut Saft. Hierbei ist eine Zuckerung bis zu 15 Gramm je Liter erlaubt (die nicht deklariert werden muss!), um ei­nen eventuell vorhandenen Fruchtzuckermangel auszugleichen.

Keine Konzentrate oder Nektare verwenden

Der Zuckerzusatz und der Verlust an Inhaltsstoffen durch solche in­dustrielle Verarbeitungsverfahren machen Säfte aus Konzentrat gänz­lich kuruntauglich. Bei Nektaren beträgt der Frucht- bzw. Gemüsean­teil nur noch zwischen 25 und 50 Prozent, bei Saftgetränken oft nicht mehr als sechs Prozent, der Rest ist Zucker und Wasser. Aufgrund des hohen Zuckeranteils sind auch solche vermeintlichen »Säfte« nicht für eine Kur geeignet.

Saftpresse oder Reformhaus?

Obst- und Gemüsesäfte selbst herzustellen ist aufwändig und eigent­lich nur zu empfehlen, wenn man unbehandelte Früchte im eigenen Garten ernten kann, sie sofort portionsweise verarbeitet und den frisch gepressten Saft unverzüglich trinkt.

Lässt man ihn auch nur kurz stehen, leidet nicht nur der Geschmack -es setzt auch umgehend der Abbau von Heil- und Vitalstoffen ein, und so mancher Selbstgepresste ist schon nach einem Tag angeschimmelt. Einfacher ist es, auf qualitativ hochwertige Säfte zurückzugreifen, wie sie im Reformhaus oder der Apotheke stets verfügbar sind.

Vorsicht bei selbst gesammelten Kräutern

Von der Selbstherstellung spezieller Heilpflanzensäfte ist grundsätz­lich abzuraten, da in freier Natur gesammelte Kräuter und Arznei­pflanzen häufig mit Umweltgiften belastet sind – leider ist man auch bei entlegenen Plätzen nicht vor Umweltverschmutzung sicher -, ganz abgesehen von der Frage, ob sich der jeweilige Sammler wirklich ausreichend gut mit den zum Teil hochwirksamen Wurzeln, Blättern oder Blüten auskennt.

Naturreine Heilpflanzensäfte in Arzneimittelqualität und einem stan­dardisierten Wirkstoffgehalt sind meist in zuverlässiger Qualität in den entsprechenden Fachgeschäften erhältlich. Man sollte die Mehr­kosten in Kauf nehmen, denn so weiß man, was man bekommt.

 Was beim Saftpressen zu berücksichtigen ist

► Das Obst oder Gemüse sollte aus kontrolliert biologischem Anbau (Naturkosthandel) stammen oder aus dem eigenen Garten, wo man weiß, wie es gezogen wurde.

► Wählen Sie Vollreife, unbeschädigte Früchte, keinen Ausschuss. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, minderwertiges oder ab­falltaugliches Rohmaterial sei zum Saftmachen gerade recht.

► Die Früchte unzerkleinert unter kaltem Wasser gut abspülen, da­mit sie einerseits gründlich gereinigt und andererseits keine hitzeemp­findlichen Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe zerstört werden.

[amazon asin=B004GUO9RK&template=thumbnail&chan=default]► Schalenfrüchte wie Äpfel, Gurken, Spargel mit dem Sparschäler dünn schälen, weil sich dicht unter der Schale viele wichtige Vitalstof­fe befinden.

► Erst kurz vor dem Entsaften Obst und Gemüse grob zerkleinern und sofort pressen, da an den Schnittstellen Abbauprozesse rasch ein­setzen und sich Sporen von Schimmelpilzen festsetzen können.

► Das Entsaften gelingt am besten mit einem elektrischen Entsafter, der den größten Saftertrag bringt.

► Am besten sollte die frisch entsaftete Portion umgehend getrunken werden. Einen eventuellen Rest möglichst luftdicht verschließen und nur für kurze Zeit kühl und dunkel lagern.