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Die ayurvedische Konstitutionslehre

Als Motto für den Ayurveda könnten die gleichen Worte gelten, die über dem Eingang zum delphischen Orakel zu lesen waren: »Erkenne dich selbst! « Als Lebensphilosophie fordert der Ayurveda Sie auf, Ihrem eigenen Wesen auf die Spur zu kommen und Ihren Alltag in größtmöglicher Bewusstheit zu leben.

Das Wissen um unser Selbst

Um vollkommene Gesundheit zu erlangen, muss man zuerst erkennen, wie die eigene Natur beschaffen ist. Dazu müssen Sie aber weder ein Psychologe noch ein Philosoph sein, sondern lediglich ein aufmerksamer Beobachter Ihrer selbst. Um Ihrem Wesen ein Stück näher zu kommen, sollten Sie sich mit der ayurvedischen Konstitutionslehre befassen. Der Ayurveda stellt uns dafür umfangreiches, jahrtausendealtes Wissen über die Natur des Menschen bereit, das auch heute noch Weisheit und Gültigkeit besitzt.

Die Kenntnis unseres Konstitutionstyps

Die genaue Kenntnis der Konstitution dient dem Ayurveda zu folgenden Zwecken:
• Durch die Kenntnis des eigenen Konstitutionstyps kann eine genaue Diagnose körperlicher und geistig-seelischer Stärken wie Schwächen erstellt werden. Dies wiederum eröffnet die Möglichkeit, die Gesundheit durch entsprechende Maßnahmen dauerhaft und frühzeitig zu stärken, denn aus ayurvedischer Sicht entstehen Krankheiten nicht von heute auf morgen. Sie sind vielmehr die Summe jahrelanger falscher Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, negativer Denkmuster oder seelischer Überreaktionen. Dem Entstehen von Krankheiten und Beschwerden sollten Sie mit spezifischen Maßnahmen so früh wie möglich vorbeugen.
• Jeder Typ neigt zu ganz bestimmten Beschwerden und ist nicht für alle Krankheiten gleichermaßen anfällig. Da ein typgerechtes Vorbeugen auf individuelle Dispositionen ausgerichtet ist, können Sie Ihre eigene Konstitution gezielt stärken, so dass Krankheiten erst gar nicht entstehen.
Ist eine Krankheit ausgebrochen, so erlaubt die Kenntnis des Konstitutionstyps gezielte, individuelle Behandlungsmaßnahmen. Der Ayurveda kennt keine Einheitsbehandlung, denn ein und dieselbe Erkrankung – zum Beispiel Rheuma – erfordert für jeden Konstitutionstyp eine andere therapeutische Vorgehensweise, um einen Heilerfolg herbeiführen zu können.
Daneben hat das Wissen um die eigene Konstitution einen sehr großen persönlichen Wert: Es verhilft Ihnen zu mehr Selbstachtung und schenkt Ihnen einen hohes Maß an Selbstvertrauen. Indem Sie Ihre Schwachpunkte kennenlernen, werden Sie gleichzeitig dazu angehalten, Wege des Ausgleichs einzuschlagen. Die Kenntnis Ihrer Stärken wiederum gibt Ihnen Mut, Ihre Potentiale zur höchsten Vollkommenheit zu entfalten. Außerdem werden Sie verstehen lernen, warum Sie in bestimmten Situationen oder auf bestimmte Menschen und Dinge genau so und nicht anders reagieren. Das macht Sie von den Meinungen anderer unabhängiger – mit der positiven Folge, dass Sie nicht einem Idealbild entsprechen müssen. Sie lernen, Sie selbst zu sein.

Ayurveda für Einsteiger: Ernährung, Gesundheitspflege, Selbstbehandlung

Die Lehre von den Tridoshas

Grundlage der ayurvedischen Konstitutionsbestimmung ist die Lehre von den Tridoshas. Vata, Pitta und Kapha sind Lebenskräfte, die in jedem Menschen wirken und seine individuelle Natur formen. Sie bestimmen
• das äußere Erscheinungsbild,
• den Aufbau und die Funktionsweise der inneren Organe,
• die Art der intellektuellen Fähigkeiten sowie
• das persönliche Seelenmuster.
Alle drei Kräfte sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und in ihrer Mischung verschieden. Je nachdem, welches Dosha bei Ihnen vorherrscht, sind Sie also ein Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ. Da die Reinform eines Typs aller-dings selten vorkommt, unterscheidet der Ayurveda noch sieben weitere Typen, bei denen zwei oder auch alle drei Doshas dominieren:
• Vata-Pitta oder Pitta-Vata,
• Pitta-Kapha oder Kapha-Pitta,• Kapha-Vata oder Vata-Kapha und
• Vata-Pitta-Kapha.

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