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Die Heilkräfte des Teebaumöls

Was macht Teebaumöl so wirksam?

Die australischen Aborigines hatten ein großes Wissen über pflanzliche Heilmittel und die verschiedenen Anwendungs­möglichkeiten – allerdings, ohne diese zu klassifizieren oder zu beschreiben. Die Zergliederung in verschiedene Substanzen und die che­mische Analyse interessierte dagegen die Forscher des Indu­striezeitalters. Allerdings geben ihnen die Wirkungen des Teebaumöls bis heute viele Rätsel auf. Das Teebaumöl enthält eine Vielzahl von Wirkstoffen, von denen inzwischen etwa 100 durch chemische Analyse be­stimmt worden sind. Bei vielen dieser Stoffe hat man aller­dings bisher noch nicht feststellen können, warum und wie sie genau wirken.

Die Standardisierung (d.h. Festsetzung von Mindest- und Höchstwerten der einzelnen Inhaltsstoffe) von Teebaumöl brachte einige Schwierigkeiten mit sich, weil Teebaumpflan­zen ätherische Öle von recht unterschiedlicher Zusammen­setzung produzieren können – was natürlich auch ihre Heil­wirkung beeinflusst.

Nicht alle Bäume sind gleich

Dass Teebaumpflanzen unterschiedlich zusammengesetzte ätherische Öle hervorbringen, ist übrigens eine Eigenschaft, die viele Pflanzen, die ätherische Öle produzieren, aufweisen (z. B. Thymian, Lavendel, Majoran). Bei ihnen ist die Art und Qualität des ätherischen Öls sehr abhängig von der geo­graphischen Lage, den Jahreszeiten und der Beschaffenheit des Bodens, auf dem diese Pflanzen wachsen.

Schon 1948 wurde in einer wissenschaftlichen Studie von Penfold, Morrison und McKern nachgewiesen, dass der Ge­halt an Cineol (das ist der Hauptwirkstoff des Teebaumöls) bei einer zufälligen Auswahl der ätherischen Öle von 49 Tee­bäumen zwischen 6 Prozent und 16 Prozent schwankte -und das, obwohl die Teebaumpflanzen alle aus der gleichen Gegend stammten und botanisch nicht zu unterscheiden waren;

Inzwischen hat man festgestellt, dass der Anteil an Cineol bei Teebaumöl sogar zwischen 2 und 65 Prozent betragen kann. Außerdem fand man heraus, dass der Ölertrag bei Blättern, die im Winter geerntet werden, niedriger ist als bei den Blät­tern der Sommerernte.

Dem Ursprung am nächsten

Der natürliche Lebensraum des Teebaums ist die Nordküste von New South Wales – vor allem im Gebiet des Richmond River bei Lismore. Aber man findet den Teebaum auch ver­einzelt in der Umgebung von Newcastle und Sydney, wo er inzwischen auch auf Plantagen angebaut wird. Obwohl es sich botanisch um denselben Baum handelt, un­terscheidet sich die Zusammensetzung seines ätherischen Öls doch merklich von der der nordaustralischen Bäume. Diese haben einen hohen Terpinen-4-Öl-Gehalt und wenig Cineol, während die Bäume im Süden einen höheren Cineolgehalt aufweisen, so dass das Öl von Bäumen aus der Gegend von Port Macquarie einem cineolreichen Eukalyp­tusöl ähnelt.

Auf den Teebaumplantagen, die erst in den letzten zwanzig Jahren entstanden sind, um die steigende Nachfrage nach dem Öl zu befriedigen, wird danach geforscht, unter welchen Bedingungen das optimale Öl zu gewinnen ist. Der Boden, die Jahreszeit der Ernte, die klimatischen Bedingungen und vieles mehr haben Einfluss auf die Qualität.

Auf die Zusammensetzung kommt es an

Ein zu hoher Cineolgehalt kann Hautreizungen verursachen, während das Öl von Bäumen mit einem zu geringen Terpinen-4-Öl-Gehalt in seiner Heilwirkung nicht den Erwartun­gen entspricht.

Der Standard für Melaleuca-alternifolia-Öl – das ist der lateinische Name des Teebaumöls -, der 1985 durch die Standards Association of Australia aufgestellt wurde, fordert, dass der Gehalt an Terpinen-4-Öl höher als 30 Prozent und der Cineolgehalt niedriger als 15 Prozent sein sollte. Ein wirklich hochwertiges Öl sollte allerdings nicht mehr als fünf Prozent Cineol enthalten!

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