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Die osteopathische Behandlung

Für wen die Therapie geeignet ist

Der menschliche Körper stimmt alle lebensnotwendigen Funktionen in ständiger Bewegung aufeinander ab. Ein Großteil dieser Mobilität ist uns selten bewusst. Hierzu zählen der pulsierende Blutstrom, die rhythmische Atembewegung, die unwillkürliche Arbeit unserer Verdauungsorgane, das Strömen der Körperflüssigkeiten und schließlich die Bewegungen der Muskulatur, Sehnen, Gelenke und Bindegewebe. Werden die Bewegungen einzelner Körperstrukturen eingeschränkt, beeinflusst das deren Funktion. Ist die Funktion einer Struktur gestört, zeigt sie sich in einer veränderten Beweglichkeit.

Bei verlagerten Symptomen

Nicht immer signalisiert uns der Körper eine Funktionsstörung durch Schmerzen oder andere Beschwerden. Unser Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann so manche Störung wie Fehlhaltungen, stressbedingte Verspannungen oder sogar Verletzungen lange Zeit aus­gleichen. Dabei wird die eingeschränkte Funktion von anderen Kör­perstrukturen übernommen.

Auf diese Weise verlagern sich Funktionsstörungen und wirken sich auf andere Bereiche des Körpers aus. Ist aber die Ausgleichsfähigkeit des Körpers erschöpft, dann genügt schon ein kleiner physischer oder psychischer Einfluss, um unverhältnismäßig starke Reaktionen her­vorzurufen. Diese können dann möglicherweise an einer ganz ande­ren Stelle des Körpers auftreten. Oft liegt also die Lösung für Beschwer­den gar nicht dort, wo wir Schmerzen empfinden. Spätestens hier setzt die Arbeit des Osteopathen an.

Der Weg zum Spezialisten

In Deutschland gibt es nur zwei Heilberufe, das sind der Arzt und der Heilpraktiker. Der Arzt ist an die Approbationsordnung und der Heil­praktiker an das Heilpraktikergesetz gebunden. In anderen Ländern gibt es darüber hinaus die Berufsgruppe der Osteopathen, wie bei­spielsweise in Frankreich, England und vor allen Dingen in den USA, wo auch die Ausbildung an der Universität möglich ist. Die Berufsbezeichnung »Osteopath« ist in Deutschland demnach also gesetzlich nicht definiert und muss immer im Zusammenhang mit der Nennung »Arzt« oder »Heilpraktiker« erfolgen, so dass der Patient klar erkennt, er geht zu einem Arzt oder zu einem Heilpraktiker. Beide ha­ben sich aber dann einer Zusatzausbildung, einer so genannten Wei­terbildungsmaßnahme, unterzogen und die Bezeichnung »Osteopath« erworben.

Auf genaue Bezeichnung achten

Die Beschriftung des Praxisschilds eines Osteopathen könnte lauten: »Dr. XY, Arzt, Osteopath« oder »XY, Heilpraktiker, Osteopath«. Statt Osteopath kann man allerdings auch Osteopathie schreiben. Von der beruflichen Gesetzgebung her müsste es eigentlich Osteopathie heißen. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass Osteopathie lediglich in ei­ner Kurzausbildung in Form von Fachfortbildungsmaßnahmen ge­lehrt wird. Ein Osteopath hingegen muss ein langjähriges Weiterbil­dungsprogramm mit Zwischenprüfungen durchlaufen, um letzten Endes dann die Prüfung als Osteopath absolvieren zu können.

Die Ausbildung zum Osteopathen

In Deutschland ist die Ausbildung berufsbegleitend organisiert, bei­spielsweise von einigen Berufsverbänden, die auch osteopathische Fachverbände sind und entsprechende Schulen unterhalten, wie bei­spielsweise die »Still-Akademie«. Weiter gibt es in Deutschland eine so genannte postgraduierte Ausbildung in klinischer Osteopathie, sie wird von der Deutschen Akademie für osteopathische Medizin in Hamm durchgeführt. Dort ist die Grundvoraussetzung eine fachliche medizinische Ausbildung in Form eines Studiums. Und auf dieses Stu­dium wird dann die osteopathische Weiterbildungsmaßnahme aufge­baut, die auch hier über mehrere Jahre läuft und mit Praktika und ei­ner Abschlussprüfung endet.

Im Allgemeinen dauert diese Ausbildung sechs Jahre, wovon fünf Jah­re Weiterbildungsmaßnahmen sind, also Unterricht mit jährlichen Prüfungen. Das sechste Jahr ist das so genannte Diplomjahr: Praktika und eine Assistenzzeit werden absolviert, und schließlich muss eine Diplomarbeit geschrieben werden. Nach einem erfolgreichen Abschluss ist man dann Osteopath.

Es gibt bei den Ausbildungsgängen »Osteopathie« und »Osteopath« al­so große Unterschiede: Der erste umfasst z. B. Wochenendlehrgänge mit vielleicht 80 Stunden, der andere eine osteopathische Weiterbil­dungsmaßnahme mit einer Dauer von 800 bis 1100 Stunden. Außer­dem sind innerhalb dieses Ausbildungsgangs noch freiwillige Speziali­sierungen, beispielsweise auf Kinderosteopathie, möglich.

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