Die vielen Ursachen des Sodbrennens

Es kann viele Gründe haben, wenn Magensäure in die Speiseröhre hoch­steigt. Meistens liegen für das Sod­brennen harmlose Ursachen vor, die verhältnismäßig schnell und einfach abgestellt werden können. Tritt Sod­brennen jedoch häufiger auf, sollte man wegen der möglichen schweren folgen unbedingt den Arzt aufsu­chen, um die Ursachen herauszufin­den und daraufhin eventuell eine me­dikamentöse oder anderweitige Be­handlung einzuleiten.

Medikamente und Sodbrennen

Auch Medikamente können die Ent­stehung von Sodbrennen begünsti­gen. Wenn also nach der Einnahme eines Arzneimittels Sodbrennen auf­tritt, sollte man immer auf dem Bei­packzettel des Präparats nachsehen, ob unter den möglichen Nebenwir­kungen Magen- und Darmprobleme oder Sodbrennen aufgeführt sind. Vor allem Patienten, die aufgrund eines chronischen Leidens auf Medikamente angewiesen sind, sollten darauf achten, ob ein Zusammenhang zwischen der Einnahme des Präparats und Sodbrennen bestehen könnte. Scheint das der Fall zu sein, dürfen sie das Medikament zwar  nicht eigenmächtig absetzen, in jedem Fall sollten sie aber mit ihrem Arzt über einen eventuellen Wechsel des Präparats sprechen. Denn schließ­lich kann anhaltendes Sodbrennen zu bösartigen Veränderungen der Spei­seröhre führen – und das sollte unbe­dingt vermieden werden.

Welche Medikamente oft Sodbrennen hervorrufen

Patienten, die aufgrund von Asthma oder einer chronischen Bronchitis ständig Medikamente einnehmen müssen, klagen manchmal über Ma­gen- und Darmbeschwerden, darun­ter über Sodbrennen. Auch Mittel, die gegen Bluthochdruck eingesetzt wer­den, können Sodbrennen nach sich ziehen. Genauso sieht es mit Nitro-Präparaten, die bei Herz-Kreislauf-Er­krankungen eingesetzt werden, und der Antibabypille aus. Glücklicherweise existieren meis­tens mehrere Medikamente mit ähn­licher Wirkungsweise, jedoch mit an­deren Wirkstoffen, sodass in der Regel ein Wechsel des Präparats möglich sein wird.

Manche Kleidung engt den Magen ein

Nicht nur Übergewicht, auch zu enge Kleidung kann den Magen so sehr einengen bzw. nach oben drücken, dass sich der Verschluss zur Speise­röhre öffnet und es zu Sodbrennen kommt. Vor allem Hosen, die im Bund eng sitzen, Gürtel, die zumin­dest im Sitzen Druck auf den Bauch­raum ausüben, sowie Korsetts oder Mieder können dazu beitragen, dass Sodbrennen entsteht. Wer unter Sod­brennen leidet, sollte darauf verzich­ten, einengende Kleidung zu tragen.

 

Die Lücke im Zwerchfell

Wenn jemand häufig unter Sodbren­nen leidet, sollte auch immer an ei­nen Zwerchfellbruch, eine so genann­te Hiatushernie, gedacht werden. Die Lücke, durch die die Speiseröhre durch das Zwerchfell in Richtung Ma­gen durchtritt, ist bei einem Zwerch­fellbruch vergrößert – nicht selten so sehr, dass ein Teil des Magens durch das Zwerchfell nach oben treten kann. Kein Wunder, dass der Ver­schluss des Magens zur Speiseröhre nun nicht mehr in allen Fällen funk­tioniert, denn das Zwerchfell um­schließt ja nun den Magen und nicht mehr die Speiseröhre.

Zwerchfellbruch­häufigkeit steigt mit dem Lebensalter

Je älter ein Mensch ist, umso wahr­scheinlicher wird es, dass es zu einem Zwerchfellbruch kommt. Der einfa­che Grund: Mit zunehmendem Alter erschlafft das Gewebe und das Risiko für die Entstehung einer erweiterten Lücke im Zwerchfell steigt. Hervorge­rufen werden kann ein Zwerchfell­bruch z. B. durch länger bestehendes Übergewicht, aber auch durch häufi­ges schweres Heben. – Ein Zwerchfellbruch kann völlig ohne Symptome verlaufen, oft ist es aber so, dass häufiges Sodbrennen auf einen Zwerchfellbruch hindeutet.

Die Refluxkrankheit: nicht immer sofort zu erkennen

Vor allem bei Kindern kann eine Re­fluxkrankheit nicht immer sofort diagnostiziert werden, z. B. weil die Schilderung der Symptome durch das Kind für den Arzt unzureichend ist oder aber das Brennen hinterm Brust­bein nicht so stark ausgeprägt ist.

Allerdings deuten in solchen Fällen manchmal ständig wiederkehrende Atemschwierigkeiten, z. B. Asthma oder Husten, auf eine Refluxkrank­heit hin. Denn leider kommt es be­sonders bei Kindern häufiger vor, dass die Magensäure in die Luftröhre gerät und infolgedessen Atembeschwerden auftreten. Wenn ein Kind (aber natür­lich auch ein Erwachsener) unter sol­chen Atemschwierigkeiten leidet und keine andere Ursache (z. B. eine Aller­gie) gefunden werden kann, sollte man deshalb auch immer an eine Re­fluxkrankheit denken, selbst wenn das Sodbrennen nicht ausgeprägt ist. Bei manchen Menschen tritt Sod­brennen auch nur nachts auf. Die einzigen Symptome in diesen Fällen sind Schlafstörungen oder ein feuchter, zuweilen auch gelblicher Fleck auf dem Kopfkissen, falls die Magensäure in der Nacht aus dem Mund herausge­flossen ist.