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Die Zitrone – das gelbe Kraftpaket

Zitronen als Opfergabe: Dass die Früchte bereits im alten Ägypten sehr hoch geschätzt waren, zeigt sich daran, dass sie häufig neben Feigen und Datteln mit in die Gräber gegeben wurden.

Zitronen gehören mit zu den ältesten von Menschen verwendeten Früchten. Ihre Geschichte reicht mehr als 4000 Jahre zurück. Paläo-botaniker fanden erste Hinweise auf ihre Existenz in Südostasien und im nordwestlichen Indien in der Nähe des Himalajas. Aber auch in den fruchtbaren Talebenen von Euphrat und Tigris wuchsen schon vor Jahrtausenden Zitronenbäume. Von Archäologen im Tal der Könige an den Wänden von Grabmalen entdeckte Zeichnungen weisen dar­auf hin, dass Zitronen und ihr Saft im alten Ägypten als Mittel zum Einbalsamieren von Mumien verwendet wurden.

Lange Tradition als Heilpflanze

Die alten Ägypter nutzten Zitronen auch in der Heilkunde auf vieler­lei Weise: als lustförderndes Aphrodisiakum und als Mittel gegen Ko­liken oder Fieber. Viele glaubten damals – wie auch heute noch in ent­legenen Gebieten der Osttürkei sowie des Nahen und Mittleren Ostens -, dass der Verzehr von Zitronen und Zitronensaft einen wirk­samen Schutz vor einer Vielzahl von Giften darstelle. Neue Erkennt­nisse konnten manche dieser Wirkungen bestätigen.

Zitronen in der griechischen Antike

Die alten Griechen kamen vermutlich durch Alexander den Großen, König von Makedonien, zu den Zitronen, die er von seinen siegreichen Feldzügen gegen die Perser mitbrachte. Jedenfalls bezeichneten sie die Früchte als persische Äpfel. Sie pflanzten Zitronenbäume entlang ih­rer Olivenhaine, da sie glaubten, dass dadurch Schädlinge abgehalten würden. Den Saft der reifen Früchte verwendeten sie zur Konservie­rung von Lebensmitteln, als desinfizierenden und reinigenden Zusatz von Wasch- und Putzwasser sowie zur Behandlung von ver­schiedenen Alltagsbeschwerden und Krankheiten.

Zitronen im Römischen Reich

Von den Griechen gelangten die Zitronen zu den Römern, die sie an­fangs lediglich dazu benutzten, Motten von Wollkleidung fernzuhal­ten. Erst von persischen Sklaven lernten sie, aus den Früchten schmackhafte Speisen und erfrischende Getränke zuzubereiten. Sie waren davon derart angetan, dass Zitronen als fester Bestandteil ihrer Feldküche mit auf die Eroberungszüge genommen wurden und so nach Spanien, Frankreich, Norditalien und sogar Nordafrika kamen.

Von der »Frucht des Bösen« zur Nutzpflanze

Obwohl zu dieser Zeit Zitronen zur Behandlung von Krankheiten und zum Verfeinern von Gerichten allgemein beliebt und geschätzt waren, folgte im frühen Mittelalter eine kurze Phase, während der sie als Früchte des Bösen geächtet wurden. Man dichtete ihnen sogar eine schädliche und giftige Wirkung an. Doch dieser Irrglauben hielt sich nicht lang, und schon bald darauf kam es durch spanische und portu­giesische Seefahrer zur weltweiten Verbreitung der Zitronen. Chris­toph Kolumbus pflanzte 1493 die ersten Zitronenbäume auf Haiti, die sich fast blitzartig über die gesamten karibischen Inseln verbreiteten. 1579 wurden die ersten Zitronenbäumchen der Neuen Welt in St. Augustine/Florida entdeckt. Sie gediehen und vermehrten sich, bis 1894 ein starker Frost alle vernichtete. Aber bereits 20 Jahre zuvor wurden in Kalifornien widerstandsfähigere Arten eingeführt, die sich von dort aus über den ganzen Westen der USA ausbreiteten. Heute ist die Zitrone aus der Küche, aus der Schönheitspflege und vor allem aus der Naturheilkunde nicht mehr wegzudenken. Erfahren Sie, was die kleine Frucht so alles zu bieten hat und wie diese Inhaltsstoffe auf den menschlichen Organismus wirken. Nutzen Sie die Kraft der Natur, die in der Zitrone steckt!

Kleine Warenkunde

Einkaufsratgeber

Die weltweit größten Anbaugebiete für Zitronen sind heute der Wes­ten der USA, Spanien, Italien und Griechenland. Mit insgesamt über 3,5 Millionen Tonnen Zitronen jährlich liefern diese Regionen zusammen mehr als die Hälfte der Welternte. Zitronen sind ganzjährig  – je nach Saison – zu Preisen weit unter 50 Cent pro Stück zu kaufen. Um möglichst in den vollen Genuss der gesunden Inhaltsstoffe zu kommen, sollten Sie beim Einkauf einige Regeln berücksichtigen.

Was die Schale verrät

Nicht die Größe der Frucht ist entscheidend für die Saftausbeute: Kleine, aber dünn­schalige Zitronen sind ergiebiger als Sorten mit dicker Schale und relativ wenig Fruchtfleisch.

► Reife Zitronen erkennt man daran, dass sie nicht mehr »steinhart« sind und dass ihre Schale hellgelb ist und einen ungebrochenen Glanz zeigt. Scheint sie eher stumpf und weist sie grüne Flecken auf, sind die Früchte noch nicht vollständig gereift.

► Schlägt die Schalenfarbe in tiefes bis bräunliches Gelb um und sind die Früchte schon übermäßig weich, ist der ideale Reifegrad bereits überschritten. Das Gleiche gilt, wenn die Schale Verhärtungen auf­weist, schrumpelig und runzelig ist oder bereits Risse hat. Ein Erfah­rungswert besagt: Je blasser das Gelb der Schale ist, desto saurer schmecken die Früchte. Wer etwas süßere bevorzugt, sollte daher Zi­tronen mit einem kräftigen Gelbton wählen.

► Da Zitronen zum Schutz vor Schädlingen mit Chemikalien manch­mal regelrecht bombardiert werden, sollte man darauf achten, mög­lichst unbehandelte zu kaufen. Am besten fährt man mit Ware aus dem Bioladen. Zur Sicherheit können die ganzen Früchte mit noch unver­sehrter Schale auch in lauwarmem Wasser, dem ein Spritzer Geschirr­spülmittel beigegeben wurde, gewaschen und anschließend gut unter klarem Wasser abgespült werden.

Sachgemäße Lagerung

► Bei Zimmertemperatur können Zitronen ohne Qualitätseinbußen acht bis zehn Tage lang aufbewahrt werden. Möchte man sie länger la­gern, ist es ratsam, sie in den Kühlschrank zu legen. Allerdings sollten sie nicht eng gedrängt liegen, sondern so, dass möglichst von allen Sei­ten Luft hinkommt – z.B. in einer kleinen Korbschale. Eine Aufbewahrungszeit bis zu einem Monat ist dann kein Problem.

► Zitronen können auch eingefroren werden – bis zu einem Jahr. Der Saft wird dazu in Eiswürfelformen gegeben, um jeweils passende Por­tionen zur Hand zu haben. Nach dem Auftauen schmeckt er wie frisch gepresst. Fruchtstücke werden vor dem Tiefgefrieren geschält, in por­tionsgerechte Teile geschnitten und dann vakuumverpackt eingefro­ren. Das Fruchtfleisch ist dann zum Rohverzehr allerdings nicht mehr so gut geeignet, da es aufgetaut etwas schwammig wird. Es sollte nur noch zum Kochen Verwendung finden. Selbst ganze und ungeschälte Früchte können, wenn später nur der Saft verwendet werden soll, ein­gefroren werden. Nach dem Auftauen sind sie weich und können sehr leicht ausgepresst werden.

Vom richtigen Umgang mit der Zitrone

Saftpressen leicht gemacht

Zum Auspressen des Safts eignen sich Zitronen am besten, wenn sie warm sind, also gut Zimmertemperatur haben. Der Saft ist im Gewebe der Frucht in kleinen Kammern, vergleichbar mit Säckchen, einge­schlossen. Werden diese schon vor dem eigentlichen Pressen zum Platzen gebracht, kommt man am leichtesten zur größten Saftaus­beute. Legen Sie dazu die Zitronen auf eine harte Unterlage, und rol­len Sie sie mit festem Druck einige Male hin und her. Benutzen Sie eine handelsübliche Zitronenpresse, geschieht nichts anderes, als dass die Wände der Saftkammern durch das Rubbeln und Reiben an den Zacken und Vorsprüngen der Presse geöffnet werden. Die Saftmenge wird noch ergiebiger, wenn Sie die Zitrone vor dem Pressen für einige Minuten in 40 bis 50 °C warmes Wasser legen. Dann sollte eine durch­schnittlich große Zitrone schon zwei bis drei Esslöffel Saft liefern.

So können Sie auch die Schale nutzen

Haben Sie unbehandelte oder im Bioladen gekaufte Zitronen, können die Schalen zur Verfeinerung einer Vielzahl von Gerichten verwendet werden. Also sollte man sie zur Aufbe­wahrung präparieren. Dazu werden sie vor dem Auspressen mit einem normalen Gemüseschäler von den Früchten gelöst. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht zu tief schneiden und Teile der weißen Unter­haut mit ablösen. Diese schmeckt äußerst bitter und kann schon in kleinen Mengen den Geschmack von Speisen verderben. Die Schalen liegen nach dem Schälen in Streifen vor. Am besten breitet man diese auf einem Stück Butterbrotpapier aus und lässt sie zwei bis drei Tage lang trocknen. Anschließend werden sie in ein Leinen- oder Baumwollsäckchen gefüllt und an einem luftigen und trockenen Platz auf­gehängt. Schneller geht das Trocknen im Backofen. Dazu die Schalen auf ein Backblech legen und bei kleinster Hitze vier bis sechs Stunden lang im Ofen, der nicht vollständig geschlossen, sondern einen Spalt offen steht, trocknen lassen. Vor der Verwendung weichen Sie die ge­trockneten Schalen in Wasser ein, bis sie sich vollgesaugt haben. Sie können dann wie frische Schalen verwendet werden. Ähnlich kann man vorgehen, wenn die Schale mit einer Reibe abgerieben wird. Das Pulver wird ebenfalls getrocknet und in Döschen aufbewahrt.

Pflanzen mit Zitrusduft

► Zitronengras Beim Zitronengras (Cymbopogon citratus), auch Lemongras genannt, handelt es sich um eine in Südostasien wachsende Pflanze aus der Familie der Süßholzgewächse, die beim Kauen leicht nach Zitrone schmeckt. In ihr sind heilende ätherische Öle enthalten. Aufgüsse werden innerlich gegen Magen-Darm-Beschwerden mit Durchfällen, Fieber, Appetitlosigkeit und nervöse Unruhe eingesetzt. Äußerliche Einreibungen mit den Ölen lindern die Beschwerden bei Hexenschuss, rheumatischen Erkrankungen, Verstauchungen und Verrenkungen. Die Heilkräfte des Zitronengrases können gut mit de­nen der Zitrone kombiniert werden.

► Zitronenkraut Zitronenkraut stammt ebenfalls nicht vom Zitronen­baum, sondern ist eine volkstümliche Bezeichnung für Melisse (Melissa officinalis). Sie enthält ätherisches Melissenöl. Melissentee ist ein be­währtes Mittel zur Beruhigung und gegen Schlafstörungen. In Kombi­nation mit den abwehrkräftestimulierenden Substanzen der Zitrone ist er heilsam bei fieberhaften Erkrankungen, Erkältungen, Grippe, Kopfschmerzen oder Entzündungen im Bereich der Atemwege.

► Zitronenpelargonien Diese duftenden Pflanzen sind Verwandte der Balkongeranien, haben kleinere Blüten in blassen Rosatönen und ver­strömen über ihre Blätter einen intensiven Wohlgeruch. Sie werden zur Aromatisierung von Gebäck und Süßspeisen verwendet, für Pot­pourris und Duftkissen sowie als Zimmerpflanzen, die Zigaretten­qualm neutralisieren sollen. Von den vielen blattduftenden Pelargo­nien sind Pelargonium citronella und Pelargonium »Queen of Lemon« die Sorten mit dem stärksten Zitronenduft.

Eine Reaktion zu “Die Zitrone – das gelbe Kraftpaket”

  1. Hier gehts um Kraut und Rüben » Dressings, Aufstriche und Marinaden mit Zitrone

    […] Wir haben spezielle Rezepte für Sie gesammelt, bei denen sich die einzig­artigen Wirkstoffe der Zitrone mit denen der anderen Zutaten ideal ergänzen, unter gesundheitlichen und – natürlich nicht […]

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