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Exporteure und Importeure

 

Drei Viertel der Tabakwelternte werden im jeweiligen Anbauland verar­beitet und verbraucht. Auf dem Weltmarkt erscheinen jährlich zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Tonnen, deren Handelswert bei 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar liegt.

1985 entstammte die Hälfte aller Tabakexporte Ländern der »Dritten Welt«, einschließlich China und Brasilien; bis 1992 hat sich der Anteil auf etwa 55 Prozent erhöht. 1995 wird der Anteil – so eine Schätzung der Welt­bank – 67 Prozent betragen.

Vergleicht man die Tabakexporte wertmäßig, sieht das Verhältnis zwi­schen Industriestaaten und Ländern der »Dritten Welt« anders aus: Der Exportwert eines Kilogramms Rohtabak aus Asien, Afrika oder Latein­amerika betrug 1985 im Durchschnitt etwa 2,40 US-Dollar, aus Industrie­ländern hingegen durchschnittlich etwa 3,60 US-Dollar.

Die zehn größten Exportnationen tätigten 1992 knapp drei Viertel des Weltexports. 1950 stammte noch genau die Hälfte aller Flue-cured-Tabak-Exporte aus den USA, 1975 war der Anteil auf 28 Prozent gefallen. Heute liefern die US-Tabakfarmer nur noch 18 Prozent des international gehan­delten Rohtabaks.

Einen Aufschwung erlebte Brasilien, das seine Tabakexporte zwischen 1970 und 1980 verdreifachen konnte und seither mit den USA als führen­der Exportnation fast gleichgezogen hat. Erheblich vergrößern konnten ihre Tabakexporte im Lauf der siebziger Jahre auch Indien (plus 50 Prozent zwischen 1970 und 1980), Simbabwe (Verdoppelung zwischen 1966 und W9> trotz der damals noch gültigen Wirtschaftssanktionen gegen Rhode­sien) oder Malawi (Verdreifachung in den siebziger Jahren). Während die Länder der »Dritten Welt« mehr als die Hälfte der globalen Tabakexporte tätigen, spielen sie als Importeure keine große Rolle. Zu den größten Im­porteuren gehört einzig Ägypten, das selbst keinen Tabak anbaut, aber eine traditionsreiche Zigarettenindustrie besitzt. Als das Land am Nil noch britisches Protektorat war, besaß es gegenüber dem Osmanischen Reich zollpolitische Vorteile und begann früh, Orienttabak aus dem Osmani­schen Reich zu Zigaretten zu verarbeiten. Heute ist Ägypten neben Süd­afrika der größte Zigarettenproduzent Afrikas und des Mittleren Ostens.

Auffallend ist, dass die USA als größter Exporteur zugleich an erster Stelle der Importeure stehen und annähernd gleichviel Tabak ein- wie aus­führen. Der Grund dafür liegt in der Eigenheit des Produktes, da Ziga­retten aus Tabaken unterschiedlichster Herkunft gemischt werden. Die Industrieländer kaufen rund 85 Prozent des weltweit gehandelten Roh­tabaks, gut 40 Prozent gehen allein in die Staaten der Europäischen Ge­meinschaft. Der Rohtabakmarkt wird von den USA, Japan und der EG beherrscht, sie bestimmen den Preis.

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