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Gicht und Sport

Sport – den Körper fordern

Ausreichende und vor allem regelmäßige Bewegung ist ein wichtiger Bestandteil Ihres »neuen Lebensstils«. Dabei geht es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu vollbringen, sondern Sie wollen Or­gansysteme, Muskulatur und Gelenke stärken. Dazu bedarf es gezielter Bewegung. Sicher schätzen Sie die wohl tuende Wirkung einer Massa­ge: Sie ist jedoch eine passive Maßnahme. Dieselben Effekte und das gute Gefühl danach können Sie auch mit einem aktiven Bewegungs­programm erreichen; und das kommt Ihrer Gesundheit noch viel mehr zugute.

Sport bei Gelenkerkrankungen

Bei Erkrankungen mit Gelenkbeteiligung kann Sport:

► Den Schmerz und die Funktionsbeeinträchtigung bessern

► Die Entzündungsreaktion dämpfen

► Das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder aufhalten

► Eine Versteifung des Gelenks verhindern

Letztlich wirkt sich Sport auch positiv auf Ihr psychisches Gleichge­wicht aus.

Sport und Gichterkrankung

Im symptomfreien Intervall einer Gichterkrankung kann Sport:

► Die Flexibilität des betroffenen Gelenks aufrechterhalten

► Die Uratablagerung verhindern

► Die Harnsäureausscheidung über die Nieren erhöhen

Durch Bewegung wird das Gewebe gespült, Stoffwechselprodukte wer­den so schneller abtransportiert. Regelmäßiges, richtig durchgeführtes körperliches Training ist ein wichtiger Schutz für die Gelenke: Durch die rhythmische Be- und Entlastung des Gelenks während der körper­lichen Aktivität wird die Durchblutung erhöht. Das verbessert den Knorpelstoffwechsel. Die Muskeln sind die wichtigste Stütze der Ge­lenke, doch auch sie können nur durch regelmäßiges Training gekräf­tigt werden.

Die richtigen Übungen stabilisieren darüber hinaus gelenknahe Struk­turen wie Kapseln, Bänder und Sehnen. Die gesamte Gelenkführung wird auf diese Weise stabilisiert. Die verbesserte aktive muskuläre Stabilisierung des Gelenks schützt auch die passiven gelenknahen Strukturen vor Überdehnung sowie Zerreißen und kann Gelenk­instabilitäten verhindern. Der Muskel ist so gesehen quasi der »Stoß­dämpfer« der Gelenke.

Bewegung verbessert die Sauerstoffversorgung

Die Bewegungstherapie besitzt ähnliche Wirkungen wie eine Sauer­stofftherapie, da mit ihrer Hilfe Muskeln und Bindegewebe besser mit Sauerstoff versorgt werden. Durch das Training verbessert sich vor al­lem der Knorpelstoffwechsel. Sehnen, Bänder und Kapseln werden straffer und reißfester. Wichtig ist, dass Sie sich zu Beginn nicht über­fordern. Wenn Sie erst einmal mit einem regelmäßigen Training be­gonnen haben, können Sie die Belastungsintensität langsam erhöhen. So vermeiden Sie auch Frustrationen, die einen häufig dazu bringen, das Training wieder abzubrechen.

Das Ausmaß der Belastung lässt sich durch die regelmäßige Pulsüber­wachung während des Trainings ermitteln. Der optimale Trainings­puls wird folgendermaßen ermittelt: Ziehen Sie von 220 Ihr Lebensal­ter in Jahren ab. Der optimale Trainingspuls pro Minute beträgt 75 Prozent des so ermittelten Wertes. Bei einem 60-jährigen ergibt sich beispielsweise folgende Rechnung: (220 – 60) x 75/100. Das entspricht 120 Pulsschlägen pro Minute. Wenn Sie an Herz-Kreislauf-Krankheiten leiden oder bereits einen Herzinfarkt hinter sich haben, fragen Sie Ihren Arzt, ob und wie weit Sie sich belasten dürfen. Tipps für die richtigen Bewegungsabläufe erhalten Sie von Kranken­gymnasten, Volkshochschulen oder gesundheitlich orientierten Sport­studios mit entsprechend geschulten Trainern.

Die geeignete Sportart finden

Allerdings gelten diese positiven Auswirkungen auf Muskeln und Gelenke nur für bestimmte Sportarten. Sportarten mit hohen Druck­belastungen, Drehbewegungen oder abrupten Bewegungen (wie z.B. Squash, Abfahrtski, Snowboard) bedeuten eine zu hohe Belastung für die Gelenke. Empfehlenswert sind alle gleichmäßigen, rhythmischen Bewegungssportarten. Für Gichtpatienten gilt der Grundsatz: Sport­lich auf die sanfte Tour. Positive Auswirkungen auf den Stoffwechsel werden vor allem bei Sportarten beobachtet, die gleichzeitig möglichst viele verschiedene Muskelgruppen beanspruchen. Das Training sollte über mindestens eine halbe Stunde andauern.

Lauftraining beansprucht die meisten Muskeln

Beachtung verdient vor allem das sogenannte Walking (Gehen), eine Sportart, die in den USA schon sehr populär ist und auch bei uns zu­nehmend beliebter wird. Es handelt sich dabei um das schnelle Gehen in einer bestimmten Technik, die in jedem Alter leicht zu erlernen ist. Im Vergleich zum immer noch beliebten Jogging werden die Gelenke bei dieser Sportart dreimal geringer belastet, die Ausdauer wird aber ebenso gut trainiert. Walking ist also eine echte Alternative für Men­schen mit vorgeschädigten Gelenken oder für Übergewichtige, die beim Joggen ihre Gelenke zu stark belasten würden. Die positiven Aus­wirkungen auf den Stoffwechsel und die im Vergleich zum Jogging ge­ringere Gefahr der Überforderung machen diesen Sport gerade für

Besonders geeignete Ausdauersportarten

Gichtpatienten besonders geeignet. Benötigt werden lediglich gute stoßdämpfende Schuhe, und es kann losgehen. Bücher über diese Sportart finden Sie mittlerweile in jeder gut sortierten Buchhandlung.

Walking ► Dauerlauf/Jogging
Schwimmen (wenn Ihre Gelenke nicht
Wandern bereits durch Arthrose oder
Radfahren andere degenerative Erkran-
Gymnastik kungen in Mitleidenschaft ge-
Skilanglauf zogen sind

Aufwärmen beugt Verletzungen vor

Verletzungsgefahr besteht beim Sport vor allem dann, wenn die noch kalte Muskulatur beansprucht wird. Die Muskulatur sollte vor der Be­lastung angewärmt werden, z.B. durch Dehnübungen, die heute viel­fach auch als Stretching bezeichnet werden.

► Machen Sie einen Ausfallschritt nach vorn, das vordere Knie ist ge­beugt, das hintere Bein gestreckt. Legen Sie die Hände locker auf den Oberschenkel des vorderen Beins, der Oberkörper bildet eine Linie mit dem nach hinten gestellten Bein. Bewegen Sie den Oberkörper langsam nach hinten, Sie spüren dabei eine Dehnung in der Leistengegend.

► Die Dehnung sollten Sie ca. acht bis zwölf Sekunden aufrechterhal­ten, danach entspannen Sie. Schütteln Sie die Beine locker aus.

► Die richtige Dehnungsspannung ist erreicht, wenn Sie ein noch angenehmes Ziehen verspüren.

► Atmen Sie während der Dehnung ruhig und regelmäßig weiter.

► Lockern Sie nach der Dehnung die Muskeln durch vorsichtiges Schütteln.

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