Heilpflanzensäfte und Fasten

Welchen Pflanzen Heilkräfte innewohnen und wie man sie anwendet, gehört seit Jahrtausenden zum Erkenntnisschatz der so genannten Volksmedizin. So wussten beispielsweise schon die alten Römer, dass Salbei gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum hilft und sich als wohltuend bei Magen-Darm-Beschwerden erweist.

Erwiesene Wirkkraft

Im vergangenen Jahrhundert haben sich dann auch die wissenschaftli­che Medizin und die Pharmakologie der tradierten Pflanzenheilkunde angenommen. Es ist gelungen, Heilstoffkomplexe und sogar einzelne Heilstoffe aus Pflanzen zu isolieren und ihre Wirkkraft schlüssig nachzuweisen. Viele solcher Heilmittel, so genannte Phythotherapeutika (von griechisch phytön = Pflanze), verfügen heute über Standard­zulassungen nach dem Arzneimittelgesetz. Zu ihnen zählen auch die Heilpflanzensäfte. Sie üben einen positiven Einfluss auf unterschiedli­che Körperfunktionen aus und unterstützen Organe und Gewebe bei der Erfüllung ihrer biologischen Aufgaben.

Fließender Übergang

Man unterscheidet Heilpflanzen in der Systematik beispielsweise von Nahrungspflanzen, die uns als Lebensmittel dienen, die aber vielfach – wie nahezu alle Obst- und Gemüsesorten – ebenfalls eine sanfte Heilwirkung haben. Vor allem frische Presssäfte, die als Arzneimittel zugelassen sind, haben sich als wirkungsvoll erwiesen, wie der Ar­tischockensaft, der nicht nur unsere Leber sanft zur Arbeit anregt, sondern auch Abhilfe bei Blähungen schafft, oder der Fenchelsaft, der ebenfalls die Verdauung unterstützt.

Rein und unverfälscht

Heilpflanzensäfte sind hochwertige Naturarzneimittel. Sie werden aus frisch geernteten Wurzeln, Blättern, Blüten oder Früchten ohne jegliche Beimischungen hergestellt. In ihnen ist die naturgegebene Wirkstoffpalette der Pflanzen (der so genannte Wirkstoffring) in ei­ner gelösten, für den Organismus leicht aufnehmbaren Form enthal­ten. Eine Veränderung des Ausgangsmaterials z.B. durch Trocknung oder Extraktion findet nicht statt. Die Hersteller gewährleisten zu­dem durch sorgsame Zucht, biologischen Anbau sowie ständige Kon­trollen eine gleich bleibende Qualität. Wie bei anderen Arzneimitteln ist der Wirkstoffgehalt nahezu standardisiert, und eventuelle Schad­stoffrückstände dürfen strenge Grenzwertvorgaben nicht überschrei­ten. Weil Pflanzensäfte, die man selbst presst, diese genormte Güte kaum bieten können, sollte man zum Fasten und zur ergänzenden Therapie bei Gesundheitsstörungen auf Heilpflanzensäfte aus dem Fachhandel zurückgreifen. So kann man sicher sein, dass durch die strengen Richtlinien des Gesetzgebers die notwendige Qualität ga­rantiert ist und dem fastenden Körper nicht geschadet wird.

Das Fasten wirksam unterstützen

Bestimmte Heilplanzensäfte sind zur Unterstützung von Fastenkuren und Diäten besonders geeignet, da sie all jene Funktionen im Orga­nismus anregen, die den Nutzen einer Fastenkur erst ausmachen: Entgiftung, Entschlackung und Entwässerung.

Das sind z.B. jene Säfte, die die Leber anregen und damit Entgif­tungsprozesse beschleunigen, wie Artischocke, Löwenzahn, Schafgar­be oder Wermut. Presssäfte aus Brennnesseln, Brunnenkresse oder Zinnkraut sorgen dafür, dass die Nieren besser durchspült werden. Andere Pflanzenwirkstoffe aktivieren den Stoffwechsel oder reinigen und festigen das Bindegewebe. Alle Säfte führen zudem wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu, was für alle Fasten­den unerlässlich ist.

Die Dosierung

Von Heilpflanzensäften sollte man kurmäßig über einen bestimmten Zeitraum zwei- bis viermal täglich einen Esslöffel einnehmen. Dies gilt während der Zeit, in der man sich normal ernährt. Speziell während des Saftfastens darf es auch etwas mehr sein. Von vielen Fas­tenexperten werden Mengen von bis zu f 5 Esslöffeln pro Tag (150 Mil­liliter) empfohlen, die auf mehrere Portionen zu verteilen sind. Die Dosierung während des Fastens hängt natürlich auch von der Wirk­samkeit der jeweiligen Säfte ab. So kann man von einem Heilsaft aus Kürbisfrüchten sicherlich mehr vertragen als von bitterem Ar­tischockensaft. Verwendet man mehrere Heilsäfte, dürfte bei einer Gesamtmenge bis zu 150 Milliliter keine Überdosierung auftreten.

Schmackhaft als Mixgetränk

Heilpflanzensäfte sind naturrein und damit auch ungesüßt, nicht ge­salzen oder sonst wie gewürzt. Sie schmecken ursprünglich, nur nach dem zugrunde liegenden Rohstoff. Wenn man sie mit einem Toma­ten-, Möhren- oder anderen Gemüsesaft mischt, verbessert sich der manchmal etwas herbe Geschmack, ohne dass ihre Wirksamkeit be­einträchtigt würde. Man kann sie natürlich auch schlicht mit Mineral­wasser oder ungesüßtem Tee verdünnen.

Vorzüglich zum Mixen mit Heilpflanzensäften ist ein Fastensaft na­mens FasToFit geeignet, der wie alle Heilpflanzensäfte in Reform­häusern erhältlich ist. Es handelt sich dabei um gewürzten Tomaten­saft, dem Apfelpektin zugesetzt ist. Er schmeckt und liefert neben Mineralstoffen, Vitaminen und Lycopin auch den wasserlöslichen Ballaststoff Pektin, der die Verdauung positiv beeinflusst.

Packungsbeilagen beachten!

Wo eine Wirksamkeit nachweisbar ist, können gelegentlich auch un­erwünschte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Stoffen vorkommen. Dies gilt auch für pflanzliche Therapeutika. Der volkstümliche Spruch »Hilft, heilt, schadet nie« trifft auf Heilpflan­zen nicht in jedem Fall zu.

Jeder reagiert anders

Es finden sich immer wieder Personen, die auf bestimmte Stoffe bes­ser verzichten sollten. Bei Allergikern können manche Inhaltsstoffe Hautreizungen und andere unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Bei verschiedenen Gesundheitsstörungen wie Ödemen (infolge ein­geschränkter Herz- oder Nierentätigkeit) darf beispielsweise kein Zinnkrautsaft im Sinne einer Durchspülungstherapie konsumiert werden. Auch während Schwangerschaft und Stillzeit bestehen für pflanzliche Arzneimittel Anwendungseinschränkungen. Ähnliches gilt zuweilen für Kinder unter 14 Jahren. Es handelt sich hierbei meist um Vorsichtsmaßnahmen während dieser speziellen Lebensabschnit­te. Manche pflanzlichen Produkte dürfen nur kurzfristig angewendet werden und sind für eine Langzeittherapie weniger geeignet. Berück­sichtigen Sie auch bei natürlichen Heilmitteln stets die Hinweise auf der Packung.