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Hilft eine Operation bei Sodbrennen?

Bei einem Zwerchfellbruch, der sehr häufig Auslöser des Sodbrennens ist, ist die Operation das letzte Mittel, um die Refluxkrankheit in den Griff zu bekommen. Denn eine Operation stellt immer ein Risiko dar und in ih­rer Folge können andere Beschwer­den auftreten. Deshalb wird jeder Arzt zunächst versuchen die Refluxkrank­heit durch andere Methoden zu be­handeln. Wie Sie dazu beitragen kön­nen, die Refluxkrankheit einzudäm­men, erfahren Sie im folgenden Kapi­tel. In jedem Fall sollten alle Möglich­keiten der Therapie ausgeschöpft sein, bevor ein chirurgischer Eingriff vorge­nommen wird.

Wann wird zu einer Operation bei Sodbrennen geraten?

Der Arzt wird eine Operation immer dann vorschlagen, wenn die medika­mentöse Behandlung und Selbsthilfe­maßnahmen des Patienten keinen Er­folg gebracht haben. Nach einer Zeit von etwa sechs Monaten kann man absehen, ob die Behandlung erfolg­reich war oder nicht. Auch wenn die  Beschwerden des Patienten so stark sind, dass Medikamente sie nicht lindem, wird er wahrscheinlich einen operativen Eingriff vorschlagen. Ge­nauso wird er reagieren, wenn die Speiseröhre durch Narbenbildung bereits verengt ist oder wenn die Gefahr besteht, dass es zu bösartigen Verän­derungen der Speiseröhre durch den Rückfluss der Magensäure kommt. Denn bei einer Refluxerkrankung sollte der Arzt den Zustand der Spei­seröhre in regelmäßigen Abständen überprüfen, um sicherzustellen, dass bösartigen Veränderungen vorge­beugt wird bzw. dass sie möglichst rasch entdeckt werden. So unangenehm der Gedanke an eine Operation für den Patienten auch ist, in all den eben genannten Fällen ist ein chirurgischer Eingriff si­cher sinnvoller als das Risiko einzuge­hen, dass Krebs der Speiseröhre ent­stehen könnte.

Der Verlauf der Operation

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Lücke im Zwerchfell operativ zu verschließen. Beispielsweise kann der Chirurg den Magen so am Zwerchfell befestigen, dass Magensäure nicht mehr zurück in die’ Speiseröhre fließen kann. Er kann aber auch den Magen so „formen”, dass er nicht mehr durch das Zwerchfell rutschen kann. Jede dieser Operationsmetho­den hat ihre Vor- und ihre Nachteile. Beispielsweise ist der Patient in man­chen Fällen nach der Operation nicht mehr in der Lage, Luft durch Auf­stoßen aus dem Magen zu lassen. Die­se Tatsache kann sehr unangenehm für den Patienten sein, da sich die Luft im Magen ansammelt und Be­schwerden verursachen kann.

Natürlich ist nicht gesagt, dass nach dem Eingriff zwangsläufig Be­schwerden auftreten, aber der Arzt sollte Ihnen nicht verschweigen, was möglicherweise auf Sie zukommen könnte. Heute ist es aber sowieso all­gemein üblich, dass der Chirurg vor einer Operation mit dem Patienten spricht, ihn über Risiken und Nutzen der Operation aufklärt und mit ihm genau bespricht, was während des Eingriffs unternommen wird. In der Regel erhält der Patient zudem ein Merkblatt, in dem alle möglichen Ge­fahren der Operation noch einmal de­tailliert aufgelistet sind und das er un­terschreiben muss. Damit gibt er die Einwilligung zur Operation und be­scheinigt, über die Risiken aufgeklärt worden zu sein. Die Operation wird unter Vollnarkose vorgenommen, so­dass Sie von dem Eingriff nichts mit­bekommen. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus nach der Operation ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich und selbstverständlich auch von der allgemeinen Verfassung des Patienten abhängig.

Heute hat die laparoskopische Technik (minimal invasive Chirurgie) in der chirurgischen Behandlung der Refluxkrankheit die konventionelle Technik fast vollständig ersetzt. Da­durch wird der Krankenhausaufent­halt kürzer und die postoperativen Beschwerden sind minimalisiert.

Wenn das Sodbrennen schwere Folgen hat…

Bei einem bis drei Prozent aller Pati­enten mit einer Refluxösophagitis kommt es nach längerer Krankheits­dauer leider zu bösartigen Verände­rungen der Speiseröhre bzw. zu ande­ren Komplikationen (z. B. narbige Veränderungen der Speiseröhre, Ver­änderungen an Lunge und Herz). Deshalb ist es so wichtig, dass Patien­ten mit einer Refluxkrankheit in re­gelmäßigen Abständen den Arzt auf­suchen, um die Speiseröhre untersu­chen zu lassen. Außerdem sollten sie sich genau an die Anweisungen des Arztes halten, z. B. auf keinen Fall ei­ne medikamentöse Therapie auf eige­ne Faust abbrechen.

Falls der Arzt dennoch eine bös­artige Speiseröhrenveränderung ent­decken sollte, heißt die Devise schnell handeln. Als Allererstes wird der Arzt sicher untersuchen, wie weit sich eine Geschwulst bereits in der Speiseröhre ausgebreitet hat. Wenn ein Patient re­gelmäßig untersucht wurde, sollte sie noch nicht auf die Nachbargewebe übergegriffen haben. Um Größe und Ausbreitung des Tumors festzustellen, wird der Arzt möglicherweise eine Computertomographie (das ist eine spezielle Form der Röntgenuntersu­chung) anordnen. Eventuell ist aber auch eine Ultraschalluntersuchung mittels eines Schallkopfs, der in die Speiseröhre eingeführt wird (Endoso­nographie) ausreichend.

Die Behandlung eines Speiseröhrenkarzinoms

Eine bösartige Geschwulst der Spei­seröhre zu entfernen ist leider nicht immer ganz einfach, denn der Chi­rurg muss gleichzeitig auch einen Teil der Speiseröhre mit entfernen. Im oberen Teil der Speiseröhre ist das sehr schwierig, häufig ist in diesen Fällen eine Operation nicht möglich. Befindet sich die Geschwulst jedoch weiter unten in der Speiseröhre, wird es immer wahrscheinlicher, dass eine Operation erfolgreich durchgeführt werden kann (erfolgreich heißt in diesem Fall leider nicht immer, dass der Patient vollständig vom Krebs ge­heilt ist).

Die Entfernung eines Teilstücks der Speiseröhre kann sich manchmal et­was schwierig gestalten. Denn häufig wird der Teil der Speiseröhre, den der Chirurg entfernt hat, durch ein ande­res Gewebsstück, z. B. durch einen Abschnitt des Darms, ersetzt. In die­sem Fall müssen sozusagen zwei Ein­griffe auf einmal vorgenommen wer­den: Erstens muss der Operateur einen geeigneten Teil des Darms ent­nehmen und die beiden Darmab­schnitte miteinander verbinden, zweitens muss er einen Abschnitt der Speiseröhre entfernen und diesen durch das Darmstück ersetzen. Eine solche Operation ist natürlich für den Patienten sehr belastend. In den Fäl­len, in denen es möglich ist, wird der Chirurg deshalb immer nur den be­troffenen Speiseröhrenabschnitt ent­fernen und den Rest der Speiseröhre direkt mit dem Magen verbinden.

Wenn eine Operation nicht durch­führbar ist, gibt es noch die Möglich­keit, eine Strahlentherapie vorzuneh­men, um das Wachstum der Krebszel­len einzudämmen und die bestehen­den Krebszellen abzutöten. Leider ge­lingt es nur in wenigen Fällen, mit Hilfe der Bestrahlung den Krebs zu be­siegen. Dennoch sollte kein Patient auf diese Therapie verzichten – einer­seits kann sie gegen Beschwerden hel­fen, andererseits besteht schließlich immer die Chance, dass die Behand­lung anschlägt. Dennoch sollten alle Betroffenen wissen, dass eine Strah­lentherapie auch immer eine Belas­tung für den Körper darstellt, denn durch die Bestrahlung werden auch gesunde Körperzellen in Mitleiden­schaft gezogen. Eine Chemotherapie, die Krebszellen, aber auch gesunde Zellen abtötet, hat bei Speiseröhren­krebs in der Regel keinen großen Er­folg. Deshalb: Anhaltendes Sodbren­nen und die Refluxkrankheit nicht auf die leichte Schulter nehmen, son­dern sofort zum Arzt gehen!

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