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Honig als Medizin

Honig ist eines der ältesten Nahrungs- und Heilmittel der Menschheit. Noch bevor die Menschen Milch und Brot in ihren Speiseplan aufnahmen, kannten und schätzten sie bereits die süße, aromatische Bienenspeise. Bekanntermaßen setzten schon die Heilkundigen der Antike Honig als Heilmittel gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden ein. Auch der berühm­teste Arzt der griechischen Antike, Hippokrates (ca. 460-375 v. Chr.), schätzte und empfahl Honig als Univer­salheilmittelfür viele Krankheiten und Beschwerden. Heute ist Honig nach wie vor ein gefragtes Lebens- und Heilmittel. Die Nachfrage in Deutschland ist so groß, dass über 80 Prozent des Honigs vorwiegend aus Mittel- und Südamerika importiert werden. Wenn Sie jedoch Honig als Heilmittel verwenden wollen, ist es sinnvoll, das süße Bienenprodukt direkt bei einem heimischen Imker zu kaufen. Dies ist zwar entsprechend teurer, aber Sie kön­nen dann sicher sein, dass alle für die Heilwirkung wich­tigen Inhaltsstoffe im Honig auch vorhanden sind.

Wie Honig entsteht

Die Biene wird oft als Honigsammlerin bezeichnet, dies ist jedoch streng genommen falsch. Eigentlich ist das In­sekt eine äußerst effiziente Honigproduzentin. Denn heim Flug von Blüte zu Blüte und von Blatt zu Blatt nimmt die Biene zwar Nektar und Honigtau auf, der Honig entsteht aber erst durch einen komplizierten bio­chemischen Umwandlungsprozess im Körper der Biene selbst und im Bienenstock.

Vom Nektarsammeln …

Die an einer Blüte naschende Biene nimmt mit ihrem Rüssel Nektar auf. Dieser wird in der so genannten Ho­nigblase der Biene gesammelt. Um die Honigblase, die etwa die Größe eines Stecknadelkopfs hat, mit Nektar zu füllen, muss die Biene etwa 1000 Blüten anfliegen; und um nur etwa einen Fingerhut voll Nektar zu sam­meln, muss die Sammlerin etwa 60-mal ausfliegen.  Wenn man dann noch berücksichtigt, dass für eine bestimmte Menge Honig etwa die drei- bis fünffache Menge an Nektar benötigt wird, bekommt die Bezeichnung »bienenfleißig« eine ganz konkrete Bedeutung,

… bis zur Honigproduktion

Nach ihrer Rückkehr in den Bienenstock erbricht die  Nektarsammlerin den Inhalt der Honigblase. Die  Stockbienen nehmen diesen Nektar auf und lassen ihn  mehrfach zwischen Blase und Rüsselspitze hin und her wandern. Bei diesem Vorgang verdunstet ein großer Teil des im Nektar reichlich vorhandenen Wassers. Zusätz­lich wird der Nektar mit Enzymen aus dem Speichel der Bienen versetzt, die den im Nektar enthaltenen Rohr­zucker in Trauben- und Fruchtzucker umwandeln. So­mit erledigen die Bienen schon einen wichtigen Teil der Verdauungsarbeit für den Menschen. Der halbreife Honig wird schließlich von den Stockbie­nen in offenen Zellen gelagert, wo sich der Wasser­gehalt nochmals verringert und der Reifungsprozess weitergeht. Meist dauert diese Prozedur ein bis drei Tage, dann ist aus Nektar Honig entstanden. Der Honig wird daraufhin in Lagerzellen umgeschichtet. Wenn die Zellen gefüllt sind, werden sie von den Bienen mit einem Wachsdeckel luft- und wasserdicht verschlossen.

Honigsorten und Qualität

Für die Qualität des Honigs ist die Art der Gewinnung und Verarbeitung von großer Bedeutung. Auch eine un­sachgemäße Behandlung nach dem Herstellungsprozess kann die Qualität beeinträchtigen.

Das Reinheitsgebot von Honig

Über die Einhaltung von Qualitätsstandards und das Reinheitsgebot von Honig wachen die deutsche Honig­verordnung (HVO) und der Imkerbund. Nach der HVO ist Honig ein »flüssiges, dickflüssiges oder kristal­lines Lebensmittel, das von Bienen erzeugt wird, indem sie Blütennektar, andere Sekrete von lebenden Pflan­zenteilen oder auf lebenden Pflanzen befindliche Sekrete von Insekten aufnehmen, durch körpereigene Sekrete bereichern und verändern, in Waben speichern und dort reifen lassen«. Wenn irgendwelche Zusatzstof­fe beigemischt werden, gilt das Ganze nach der HVO nicht mehr als Honig.

 

Honigsorten nach Art der Gewinnung

An dieser Stelle soll ein kurzer Überblick der verschie­denen Gewinnungsarten gegeben werden, die auch die Qualität des Honigs nicht unwesentlich beeinflussen.

Waben- oder Scheibenhonig

Dieser Honig ist meist nur direkt bei einem Imker oder in einem gut geführten Reformhaus erhältlich. Hierbei    befindet sich der Honig noch in den verdeckelten also   geschlossenen Wabenzellen, die erst zu Hause aufgehängt und geöffnet werden. Der Honig kann dann lang-   sam heraus fließen. Auf diese Weise kann der Honig    sehr schonend gewonnen werden. Die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe bleiben bei dieser Methode erhalten. Dieser Honig eignet sich ausgezeichnet zur Anwendung als Heilmittel.

Tropfhonig

Wenn der Imker den Honig mit der oben beschriebenen  Methode des Heraustropfens gewonnen hat und im Glas verkauft, spricht die Honigverordnung von Tropf­honig. Dieser Honig ist ausgesprochen teuer, da der Gewinnungsprozess sehr aufwändig und zeitintensiv ist. Er ist jedoch in der Qualität mit dem Wabenhonig ver­gleichbar und eignet sich genauso gut als Heilmittel.

Schleuderhonig

Der übliche Qualitätshonig, der im Handel angeboten wird, ist ein Schleuderhonig. Hierbei wird der Honig mit einer Zentrifuge aus der Wabe geschleudert. Der Schleuderhonig ist ein hochwertiges und dazu preiswer­tes Produkt. Die Inhaltsstoffe des Honigs bleiben bei dieser Art der Honiggewinnung weitgehend erhalten.

Presshonig

Bei der Gewinnung von Presshonig wird der Honig aus der Wabe kalt oder mit nur geringer Erwärmung herausgepresst. Dabei erfährt der Honig eine weniger schonende Behandlung als beim Schleudern oder beim I heraustropfen des Bienenprodukts. Es gehen deshalb viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren.

Die Herkunftsarten des Honigs

Interessant für den Verbraucher ist auch die Frage nach der Herkunftsart des Honigs. Dabei kann man zwischen BIüten- und Honigtauhonig unterscheiden.

Blütenhonig

Beim Blütenhonig handelt es sich um einen Honig, der überwiegend aus dem Nektar von Blüten stammt, den die Bienen von Blumen oder Baumblüten sammeln. Er besitzt meist eine weißlich gelbe bis goldgelbe Färbung und ist in der Regel eher mineralstoffarm.

Honigtauhonig

Der Honigtauhonig oder Waldhonig stammt dagegen überwiegend von auf den Blättern, Nadeln oder Rinden von Laub- und Nadelbäumen befindlichen süßen Se­kreten, die auf und von diesen Pflanzen lebende Insek­ten hinterlassen. Der Honig aus Honigtau ist mineralstoffreicher sowie im Geschmack würziger und aromatischer als Blütenhonig. Er ist außerdem leicht an seiner wesentlich dunkleren Färbung, die von hellbraun bis fast schwarz reichen kann, zu erkennen.

Als Honigtau vom Himmel fiel

Für einen langen Zeitraum blieb im Übrigen ungeklärt, wie der Honigtau eigentlich entsteht. Es wurde darüber spekuliert, dass er wie Tau vom Himmel fallen würde -daher stammt auch sein Name.

Die Aufbewahrung des süßen Elixiers

Viele Inhaltsstoffe von Honig sind ausgesprochen wär­me- und lichtempfindlich. Honig sollte deshalb niemals über 40 °C erhitzt werden, weil sonst die antibiotische Wirkung des süßen Bienensafts verloren geht. Der berühmte Löffel Honig, der vor dem Zubettgehen in heißer Milch aufgelöst wird, ist also als Heilanwendung nur bedingt zu empfehlen.

Die Art der Aufbewahrung von Honig ist für seine Qua­lität gleichfalls sehr wichtig. Das Gefäß sollte zum Schutz vor Luft und Feuchtigkeit immer fest verschlos­sen sein, damit es zu keinen Gärungsprozessen kommen kann. Außerdem sollte der Honig vor Licht geschützt werden, um die antibakterielle Wirksamkeit zu erhal­ten. Auch zu starke Temperaturunterschiede wirken sich auf die Qualität von Honig negativ aus.

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