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Imkerei, eine Erfolgsgeschichte

Bienen gehören zu den ältesten Nutztieren der Mensch­lich. Schon in der Jungsteinzeit (vor etwa 15000 Jahren) lernten die Menschen die Nützlichkeit der Bienen sowie vor allem auch den Wohlgeschmack des Honigs kennen und schätzen. Seit mindestens 6000 Jahren wird Imkerei betrieben, d.h. systematische Bienenhaltung und Bienenzucht. Zuerst geschah dies durch Wildbienennutzung in hohlen Baumstämmen, später als Hausbienenzucht im speziell für diesen Zweck entwickelten Bienenstock.

Eine Spur durch die Menschheitsgeschichte

Durch die Jahrtausende lässt sich die Spur der Bienen­produkte auf dem menschlichen Speiseplan sowie ihrer Anwendung als Heil- und Schönheitsmittel verfolgen. Der Übergang von der Wildbienennutzung zur Haus­bienenzucht kann zeitlich nicht genau bestimmt wer­den. Gesichert ist jedoch, dass schon die ältesten Hoch­kulturen Bienenzucht betrieben. Zahlreiche Belege finden sich dazu bei Babyloniern, Ägyptern, Indern, Griechen und Römern. Berühmte Ärzte schätzten Honigprodukte als Medizin, und die Imkerei wurde in verschiedenen Gesetzestexten geregelt.

Vom Land, wo »Milch und Honig fließen«

In den mythologischen Schriften vieler Religionen kommen Bienenprodukte zu hohen Ehren. So findet sich in der Bibel oft das Versprechen auf das gelobte Land, »in dem Milch und Honig fließen« sollen – ein Hinweis auf das erwartete Paradies. Die Biene galt im christlichen Glauben als ein Symbol der Jungfräulichkeit. Papst Urban VIII. (1568-1644) ließ deshalb in das Wappen seiner Familie drei Bienen aufnehmen. Auch bei den alten Griechen galt Honig als Nahrung und Getränk der Götter. Die Bienen wurden als Götterboten betrachtet und als Vögel der Musen bezeichnet.

Die Biene als Zeichen der Macht

Das beliebte Honiginsekt war in früheren Zeiten auch ein gerne verwendetes Zeichen feudaler Herrschaft. So ließen beispielsweise Karl der Große (747-814) und Napoleon (1769-1821) ihre Krönungsmäntel mit einem Muster aus Bienen verzieren.

Die Waldbienenzucht

Bis ins 18. Jahrhundert existierte neben der normalen Imkerei mit Bienenstöcken auch die Waldbienenwirt­schaft, die so genannte Zeidlerei. Dabei wurden Bäume ausgehöhlt, um darin Bienenschwärme anzusiedeln. Dem so präparierten Baum wurde meist noch die Krone abgeschlagen, damit er Stürmen besser stand­hielt. Dem Imker war eine reiche Ernte sicher, weil im Wald ausreichend Bienennahrung zu finden war. Die Bäume überlebten jedoch die raue Behandlung durch  die Zeidler meist nur für kurze Zeit, was mit ein Grund   dafür war, dass diese Form der Imkerei mit der Zeit   durch die Haltung im Bienenstock ersetzt wurde.

Innovationen im Bienenstock

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die bewegliche  Honigwabe erfunden, was die Honigernte erleichterte  und effektiver machte. Zuvor waren die Honigwaben   -noch fest mit den Bienenkörben verbunden gewesen,   Sie mussten deshalb bei der Honigernte jedes Mal aus   dem Stock herausgeschnitten werden. Im Jahre 1865 wurde die erste Honigschleuder einge­führt. Die Imker waren nun in der Lage, mit Hilfe der Zentrifugalkraft den Honig aus den Waben zu schleu­dern, ohne diese dabei zu zerstören. Dadurch wurde ei­nerseits die Qualität des Honigs verbessert, anderer­seits konnte der Wabenbau wieder verwendet werden. Früher mussten die Imker immer einen Teil des Honigs als Winterfütterung für die Bienen im Stock belassen. Im 19. Jahrhundert setzte sich der Rohrzucker als Nahrungsersatz bzw. -zusatz für die kalte Jahreszeit durch. Damit gelang den Imkern eine weitere Produktions­steigerung von Honig und anderen Bienenprodukten.

Bienenprodukte – heute wieder sehr beliebt

Im 19. Jahrhundert bekam der Honig als Süßstoff durch den Industriezucker starke Konkurrenz. In einem Kon­versationslexikon von 1890 heißt es dazu: »Durch die Einführung des Zuckers und die Verminderung des Wachsverbrauchs für Kerzen sank die Bedeutung des Honigs erheblich.« Inzwischen wurden jedoch Honig und auch andere Er­zeugnisse aus dem Bienenstock wie Propolis, Pollen und Gelee royale als wertvolle Naturprodukte wiederent­deckt. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung liegt in Deutschland bei etwa 1,4 Kilo­gramm Honig pro Jahr. Nirgendwo sonst in Europa wird so viel Honig verbraucht. Dabei kommt nur etwa ein Fünftel der Bienenprodukte aus heimischen Anbau­gebieten, die anderen etwa 80 Prozent werden impor­tiert – meist aus Mittel- und Südamerika, aber auch aus osteuropäischen Staaten.

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