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Medikamente gegen Sodbrennen

Antazida – die Säurebinder

Bei weniger starkem Sodbrennen hat sich der Einsatz von so genannten Antazida bewährt. Dies sind Medika­mente, die die Magensäure unter an­derem in der Speiseröhre binden und somit die Beschwerden für einige Zeit lindern. Bei einer Speiseröhrenent­zündung können sie zum Teil recht gute Dienste leisten, z. B. wenn Proto­nenpumpenblocker nicht vertragen werden.

Die meisten Antazida sind rezept­frei in der Apotheke zu erhalten, den­noch ist es sinnvoll (vor allem bei häufiger auftretendem Sodbrennen), vor der Einnahme mit dem Arzt zu sprechen. Möglicherweise verbirgt sich hinter dem Sodbrennen ja eine Refluxkrankheit; außerdem besteht die Gefahr, dass die Speiseröhren­schleimhaut sich bösartig verändert. In der Regel enthalten Antazida die Stoffe Magnesium- und Aluminium­hydroxid oder andere Magnesium-und Aluminiumverbindungen.

Wann ist der Einsatz von Antazida sinnvoll?

Wenn man nur hin und wieder unter Sodbrennen leidet (z. B. nach einer sehr fettreichen Mahlzeit), kann die Einnahme von Antazida durchaus sinnvoll sein, denn diese Säurebinder bringen die Beschwerden meist schnell zum Abklingen. Auch nach ei­ner mehrwöchigen Therapie einer noch relativ gering ausgeprägten Speiseröhrenentzündung (Refluxöso­phagitis) mit Protonenpumpenblockern stellen viele Ärzte die Be­handlung allmählich auf Antazida um. Wer unter Sodbrennen als Folge des Reizmagen-Syndroms leidet, fin­det häufig ebenfalls nach der Einnah­me von Antazida Erleichterung. Vor Veränderungen der Speiseröhren­schleimhaut schützen Antazida je­doch nicht.

Die Einnahme von Antazida

Antazida sollten stets etwa eine Stun­de nach der Mahlzeit sowie vor dem Schlafengehen eingenommen wer­den, damit die Beschwerden wirksam gelindert werden. Länger als fünf Tage hintereinander sollten sie nur nach Verordnung des Arztes genommen werden, denn ihre Einnahme kann im Einzelfall schwerwiegendere Er­krankungen überdecken.

Nicht geeignet sind Antazida je­doch für alle Personen, deren Nieren­funktion stark eingeschränkt ist. Auch Patienten, deren Nierenfunk­tion in geringerem Maße einge­schränkt ist, sollten vor der Einnah­me von Antazida unbedingt den Arzt konsultieren.

Wenn ein Patient bestimmte ande­re Arzneimittel gleichzeitig verordnet bekommt (z. B. Antibiotika aus der Gruppe der Tetrazykline oder Eisen­präparate), sollten diese zeitversetzt zu dem Antazidum genommen wer­den, denn sonst können die anderen Präparate nicht ausreichend vom Kör­per aufgenommen werden. Eine oder zwei Stunden sollten schon zwischen der Einnahme eines Antazidums und eines anderen Präparats, das mit dem Antazidum „in Konflikt” geraten könnte, liegen.

Wie sieht’s mit Nebenwirkungen aus?

In der Regel sind Antazida gut verträg­lich, nur für Patienten mit einge­schränkter Nierenfunktion sind sie weniger gut geeignet, denn in man­chen Fällen kann es zu einer Anrei­cherung von Magnesium im Blut (Hypermagnesie) und von Aluminium in Nerven und Knochen und damit zur Störung der Knochenbildung kom­men. Doch auch bei allen anderen Pa­tienten, die regelmäßig Antazida neh­men, sollte der Arzt den Gehalt von Aluminium im Blut in regelmäßigen Abständen bestimmen, denn dieser sollte einen bestimmten Wert nicht überschreiten.

Hin und wieder können Antazida auch Verdauungsschwierigkeiten her­vorrufen. Insbesondere bei langer und hoch dosierter Einnahme der Präparate kann es zu einer Erwei­chung des Stuhls, im Einzelfall zu Durchfall kommen. Selbstverständ­lich sollten Sie Ihren Arzt auch über andere gesundheitliche Beschwerden, die Sie auf die Einnahme eines Antazi­dums zurückführen, informieren.

Weitere Medikamente gegen Sodbrennen und Refluxkrankheit

Bevor die Behandlung der Reflux­krankheit mit Protonenpumpen-Blockern zur Therapie Nr. 1 bei der Refluxkrankheit und der Refluxöso­phagitis wurde, standen weitere Präparate, die so genannten Histaminrezeptorantagonisten, abgekürzt H2-Blocker, zur Behandlung dieser Erkrankungen hoch im Kurs. H2-Blocker, die die Wirkstoffe Cimetidin, Famotidin, Nizatidin, Ranitidin oder Roxatidin enthalten, hemmen die Bil­dung von Magensäure. Das heißt, sie schränken damit auch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre ein. Im Großen und Ganzen sind H2-Blocker jedoch weniger wirksam als Protonenpumpenblocker (sie haben nur eine Wirkungsdauer von wenigen Stunden), weshalb sie heutzutage in wesentlich geringerem Maße vom Arzt verschrieben werden als noch vor einigen Jahren.

Wann die Einnahme von H2-Blockern günstig ist

H2-Blocker gelten bei Refluxkrankheit und Refluxösophagitis heute als Er­satz für Protonenpumpenblocker wie Antra®, wenn diese nicht genommen werden dürfen (z. B. beim Auftreten unerwünschter Wirkungen). Auch kann ihre Einnahme im Anschluss an eine Therapie mit Protonenpumpen-Blockern sinnvoll sein. Auch bei einer Übersäuerung des Magens infolge von starken Belastungen (Stress) ver­ordnen Ärzte hin und wieder noch H2-Blocker, weil Protonenpumpen­blocker eine für diesen Fall viel zu ein­schneidende Wirkung auf die Säure­produktion des Magens hätten. Sie blockieren die Säureherstellung nahe­zu. H,-Blocker hemmen sie nur.

Mögliche Nebenwirkungen von H2-Blockern (abhängig vom Wirkstoff)

• Kopfweh Durchfall Schwindelgefühle Verdauungs­störungen Bauchschmerzen Erbrechen Hautausschlag Verwirrungszustände

• Depressionen

• Sexualstörungen Selten;

• Leberschäden

• Schwächung des  Immunsystem

Worauf zu achten ist

Falls Sie unter einer Erkrankung der Leber oder der Nieren leiden, sollten Sie das Ihrem Arzt mitteilen, bevor er Ihnen einen H2-Blocker verordnet. In diesem Fall müssen nämlich regel­mäßige ärztliche Kontrollen stattfinden, denn (glücklicherweise) selten können Leber und Nieren durch die Einnahme dieser Medikamente weite­re Schäden davontragen. Achten Sie in jedem Fall auch auf den „Wasch­zettel”, der dem Medikament beiliegt. Denn bei der zeitgleichen Einnahme von H2-Blockern und bestimmten an­deren Arzneimitteln kann es zu unan­genehmen Wechselwirkungen zwi­schen den Präparaten kommen.

Wie sieht es mit der Behandlung von Sod­brennen mit kohlen­saurem Natron aus?

Vielleicht haben Sie von einem Bekannten ja schon einmal den ver­meintlich guten Tipp erhalten, dass gegen das Sodbrennen ein Medikament hilft, das kohlensaures Natron (Natriumhydrogencarbonat) enthält.

Es stimmt: Diese Medikamente können Sodbrennen, das z. B. nach dem übermäßigen Genuss von Alkohol oder nach einem zu fetten Essen auftritt, durchaus rasch lindern. Den­noch sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie ein solches Präparat nehmen. Die möglichen  Nebenwirkungen  sind nämlich nicht ganz ohne!

Nach der Einnahme von kohlen­saurem Natron kann es im Einzelfall zu einer Alkalisierung des Bluts kom­men. Was das heißt? Ganz einfach: Im Normalfall hat das Blut einen ganz bestimmten pH-Wert. Das ist der Wert, mit dem der Säuregrad einer Flüssigkeit angegeben wird. Der pH-Wert des Bluts liegt im Normalfall bei etwa 7,45. Steigt er über einen Wert von 7,8 an (das wäre ein alkalischer pH-Wert), ist das für den Betroffenen lebensbedrohlich. Deshalb sollte man mit Medikamenten, die eine Alkalisie­rung des Bluts bewirken können, im­mer vorsichtig sein.

Auch der Magen kann im Übrigen unter Medikamenten leiden, die koh­lensaures Natron enthalten: Es kann infolge einer verstärkten Gasentwick­lung zur Aufblähung des Magens kommen. Ein unangenehmes, zum Teil schmerzhaftes Druck- oder Völle­gefühl ist die Folge.

Schleimhautschützende Mittel

Relativ selten werden heute noch schleimhautschützende Mittel (z. B. Sucralfat-ratiopharm® oder Ulcogant®) bei Sodbrennen verordnet, die den Wirkstoff Sucralfat enthalten. Diese Medikamente werden eher bei Magen- oder Zwölffingerdarmge­schwüren eingesetzt. Die Präparate le­gen sich auf die Schleimhaut und ma­chen sie für die Magensäure praktisch undurchlässig, sodass die Schmerzen gelindert werden. Leider bekämpft man damit nur die Symptome, das ei­gentliche Übel, das Sodbrennen, wird mit diesen Medikamenten nicht bekämpft.

Außerdem können diese Präparate eine Reihe von unerwünschten Ne­benwirkungen nach sich ziehen. Da­zu gehören Verstopfung, Erbrechen, Übelkeit, Schwindelgefühle, Müdig­keit und Rückenbeschwerden. Wer unter einer eingeschränkten Nieren­funktion leidet, sollte mit der Einnah­me dieser Präparate sehr vorsichtig sein.

Wenn das Sodbrennen Folge eines Reizmagen-Syndroms ist…

Auch beim Sodbrennen infolge eines Reizmagen-Syndroms kann die Ein­nahme von säurehemmenden oder säurebindenden Mitteln durchaus sinnvoll sein – je nachdem, wie stark das Sodbrennen ist, wie häufig es auf­tritt und wie stark die Schäden an der Speiseröhre sind, die es bereits hinter­lassen hat. Am sinnvollsten ist es natürlich auch in diesem Fall, ge­meinsam mit dem Arzt das geeignete Medikament auszuwählen.

Abzuraten ist in den meisten Fällen jedoch von der Einnahme von Beru­higungsmitteln vom Benzodiazepin-Typ. Hin und wieder – wenn das Reiz­magen-Syndrom augenscheinlich auf Stress und Belastungen zurückzu­führen ist – wird dem Patienten näm­lich die Einnahme eines solchen Me­dikaments empfohlen. Doch leider kann es bereits nach einer relativ kur­zen Zeit zu einer Abhängigkeit von diesen Medikamenten kommen. Nach Absetzen des Präparats werden die Ängste und der Stress nicht selten als sehr viel größer empfunden, ge­nauso die körperlichen Symptome (darunter Sodbrennen). Verständlich, dass der Wunsch wächst, erneut auf das „bewährte” Beruhigungsmittel zurückzugreifen.

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