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Osteopathische Fallstudie bei Magenschmerzen und Sodbrennen

Die Fallgeschichte

Der Patient Otto X. litt schon seit über 15 Jahren an Magenbeschwer­den, Zurücklaufen von Mageninhalt in die Speiseröhre und starkem Sodbrennen. Er hatte in seiner Leidensgeschichte viele Ärzte, Fachärzte und auch einen 14-tägigen Klinikaufenthalt hin­ter sich. Dementsprechend häuften sich Arbeitsausfälle, Krankschrei­bungen, Medikationen und alternative Behandlungsmethoden. Je nach Behandlungsintensität hatte der Patient maximal einen be­schwerdefreien Zeitraum von vielleicht sechs bis höchstens zehn Wo­chen. Alle Operationen lehnte er ab, obgleich diese Verfahren ihm von einigen Fachärzten – und das nicht unbedingt zu Unrecht – empfoh­len wurde. Aus einer Zeitschrift erfuhr der Patient von der Möglichkeit der organbezogenen Behandlungstechniken. Da er nicht wusste, was man darunter zu verstehen hat, nahm er Kontakt mit einem klini­schen Osteopathen auf.

Der osteopathische Befund

Die Untersuchung bei diesem Osteopathen war sehr umfangreich und endete mit dem Begriff »Motilitätsstörung des gastro-ösophegalen Übergangs«. Dieser Befund wurde folgendermaßen erklärt:

► Bei der osteopathischen Untersuchung des Bauchs wurde die Bewe­gung der Organe zueinander, die Bewegung der Organe im Einzelnen und die dazwischen liegende muskuläre, faszielle Spannung ertastet.

► Durch falsche Bewegungsabläufe des oberen Anteils des Magens hin zur Speiseröhre und aufgrund einer Verspannung des Zwerchfells im Bereich der Speiseröhre kam es zu einem so genannten rückwirkenden Kontermechanismus. Das bedeutet: Aufgrund einer durch Bewegung, durch Muskelzug sowie durch Atmung bedingten peristaltischen Be­wegung zwischen Mageneingang und Speiseröhre liefen bei diesem Patienten Teile des Mageninhalts in die verkehrte Richtung, also in die Speiseröhre zurück.

Der Behandlungsverlauf

Das osteopathische Unwinding

Durch bestimmte feinsensible Diagnose- und Tasttechniken der Hän­de können die Veränderungen der Bewegungsfähigkeit der Organe zu­einander, die Spannung der Faszien und Muskeln sowie die Eigenbe­wegung der Organe festgestellt werden. Mit Hilfe von speziellen Druck-, Dehnungs- und Atemtechniken der Osteopathie können diese Fehlfunktionen behoben werden. Der klinische Osteopath behandelte das Zwerchfell, den knöchernen Anteil des Brustkorbs, den Magenein­gang und die Speiseröhre bis hinauf zum Kehlkopf (auch dort können Fehler für einen gehemmten Schluckablauf liegen). Zum Schluss wur­de noch der untere Anteil des Magens therapiert.

Bewegungseinschränkungen von Leber und Lunge

Des Weiteren wurde eine Spannung im Bereich des Bauchfells (Perito­neum) festgestellt. Auch die Bewegung der Leber zum Magen war auf­fallend. Sie wurde ebenso behandelt wie die entsprechenden Aufhän­gungsstellen der Organe (Faszien).

Im weiteren Verlauf der viszeral osteopathischen Behandlung diagnos­tizierte der Osteopath noch Bewegungseinschränkungen des oberen Lungenlappens und der Bronchien. Auch diese wurden mit dem wei­chen und schonenden, nicht schmerzhaften Verfahren der Muskelen­ergietechnik, der Muskelentspannungstechnik über so genannte un­kontrollierte Gewebebewegungen, dem Unwinding, behandelt.

 

Die gründliche Abschlussuntersuchung

Nach fünf Behandlungen erfolgte eine Abschlussuntersuchung, wie­der nach den Grundsätzen der osteopathischen Diagnostik. Das be­deutet also, der Therapeut erspürt die Bewegung des Gesamtsystems sowie auch die Bewegung der einzelnen Organe, in diesem Fall im Brustraum. Dazu gehören die oberen Lungenlappen und die Bronchi­en. Des Weiteren erfühlt er die Bewegungen der knöchernen Teile des Brustkorbs, des Magens, der Speiseröhre, des unteren Magenanteils, der Leber, des Zwerchfells und des Darms.

Der Behandlungserfolg

Bei der Abschlussbehandlung waren noch einige Korrekturen erforder­lich. Aber schon nach der ersten Behandlung kam es bei dem Patien­ten zu keinem Rückläufen des Mageninhalts (Reflux) mehr. Das Bren­nen im oberen Bauchbereich, die Gastritis, konnte schon nach der dritten Behandlung erfolgreich therapiert werden. Nach fünf Behand­lungen war Herr M. durch die Anwendung der viszeralen Osteopathie sein Magen- und Refluxproblem los.

Um einen mittelfristigen Erfolg zu sichern bzw. zu dokumentieren, be­stellte der Osteopath den Patienten drei Monate später wieder in seine Sprechstunde. Es wurde das gleiche Untersuchungsschema angewen­det. Es waren zwar leichte Korrekturen erforderlich, aber der Patient war auch noch nach drei Monaten beschwerdefrei geblieben

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