Pilzerkrankung – Was kann ich gegen den Stress unternehmen?

 

Die Haut ist als das größte Organ des menschlichen Kör­pers einer Vielzahl von Stressfaktoren ausgesetzt. Starke Einstrahlung der Sonne, Chemikalien wie Putzmittel, Nickel, Chrom, Schwefel aus der Luft oder bestimmte Pflanzenbestandteile können erhebliche Reizungen oder Kontaktekzeme hervorrufen. Die Haut wird zudem durch Verletzungen oder Parasiten wie Bakterien und Vi­ren angegriffen. Sie trocknet in den Wintermonaten durch geheizte Büroluft aus und wird rissig. Auch ständi­ges nervöses Schwitzen belastet die Haut. Der Zustand der Haut weist daher deutlich auf unsere gesamte Verfassung hin; sie ist ein Stress-Maßstab und wird zugleich von Stress besonders in Mitleidenschaft ge­zogen.

Wer seine körperlichen und seelischen Belastungen in einem gesunden Gleichgewicht mit Entspannung und Erholung halten kann, stärkt seine Abwehrkräfte gegen Infektionen und senkt seine Anfälligkeit gegenüber Pil­zerkrankungen.

Wann wird Stress bedrohlich?

Ein gewisses Maß an Stress, also Belastung, erhält die natürliche Spannkraft und ist sogar gesund. Stress wird zum Problem, wenn er uns überfordert und wenn er zu lange anhält, ohne von Entspannungsphasen unterbro­chen zu werden. Das kann nahezu unmerklich gesche­hen, verletzt aber ein Naturgesetz, nach dem alles Le­ben in Rhythmen verläuft.

Diese biologische oder innere Uhr kann man nicht ungestraft stören. Besonders nachhaltig wirkt sich Schichtarbeit aus oder die Gewohnheit, die Nacht zum Tag zu machen, ständige Störungen notwendiger Ruhe­zeiten, Schlafmangel oder Dauerspannung. Krimis sind nicht zuletzt deshalb so schön, weil die Spannung am Ende aufgelöst wird. Das wirkliche Leben verhält sich lei­der nicht immer so.

Was passiert bei Stress im Körper?

Stress entsteht durch die Bemühung des Körpers, sich an veränderliche Lebensbedingungen und Anforderungen der Umwelt anzupassen. Eine Entzündung oder eine Infektion zum Beispiel be­deutet Stress, weil das Immunsystem aktiv wird und auch größere Mengen an Vitaminen und Nährstoffen dafür verbraucht werden. Jede Krankheit ist mit Stress verbun­den, ebenso Hitze und Kälte, Wut und Ärger, Trauer, Angst und Schrecken, Hunger und Übersättigung, kör­perliche Anstrengungen, Verletzungen und Schmerzen, Termin- und Leistungsdruck.

Dabei läuft ein kompliziertes Zusammenspiel von Muskulatur, Nervensystem, Immunsystem und Hormon System ab. Stresshormone wie Adrenalin strömen auf Be­lastungsreize hin verstärkt ins Blut und „schlagen Alarm”, weil sie etwas als Bedrohung des Gleichge­wichts registrieren. Daraufhin steigt der Blutdruck, um die Durchblutung der Muskeln, ihre Ernährung und ihre Versorgung mit Sauerstoff zu verbessern und ihre Lei­stung zu erhöhen. Herz- und Atemfrequenz steigen, Energiereserven werden abgebaut. Gehirn und Nerven sind hellwach und erhöhen ihre Reaktionsgeschwindig­keit. Das Immunsystem steht „Gewehr bei Fuß”, um Schäden abzuwehren.

In der Körperchemie bricht hektische Aktivität aus. Dies aber ist nicht als Dauerzustand gedacht, weil sonst Erschöpfung und Mangelerscheinungen eintreten. Auch schädliche Abfallprodukte entstehen bei diesem „hoch­tourigen” Betrieb, etwa freie Sauerstoff-Radikale, die ab­gebaut werden müssen.


Warum kommt es bei der Entspannung auf mich selbst an?

Eine Pilzinfektion ist kein psychosomatisches Leiden, doch ihre Symptome und Auswirkungen haben sehr viel mit dem Immunsystem und mit Ihren ganz persönlichen Fähigkeiten zu tun, Stress zu verringern. Juckreiz, Abgeschlagenheit, viele Allergien oder auch Verdauungs­störungen lassen nach, wenn man nicht länger unter Stress steht. Natürlich kann Ihnen der Arzt ein Medika­ment gegen Pilze verschreiben; das wirkt auch, wenn Sie nichts gegen Stress tun. Aber wenn Sie Ihre Einstel­lung ändern, schlagen Medikamente und Diät ganz an­ders an.

Fachleute können Ihnen verschiedene Entspannungs­techniken beibringen; nur Sie selbst sind allerdings in der Lage, sie auch täglich anzuwenden. Ein bisschen Disziplin muss also schon sein, sonst nützt alles Wissen um Entspannung nichts. Dazu gehört als erstes, dass Sie möglichst alles abwehren, von dem Sie schon im Voraus wissen, dass es Sie nervt: Haben Sie einfach den Mut, Leute nicht mehr ein­zuladen, die Sie nicht gerne um sich haben. Gehen Sie einfach nicht mehr hin, wo es Ihnen nicht gefällt. Es gibt viele Möglichkeiten, dem Stress aus dem Weg zu gehen.

Was, wenn das Gewissen im Weg ist?

Pflichtbewusstsein ist eine feine Sache, aber wenn es krank macht, hört der Spaß auf. Viele Menschen schaf­fen es nur deshalb nicht, sich zu entspannen, weil in ihrem Kopf aus irgendeinem Grund ein großes Verbots­schild steht. Damit zwingt man sich zu Verzicht und As­kese, zu Überforderung und Dauerstress. Unter solchen Umständen ist es nicht leicht, gesund zu bleiben oder gesund zu werden. Die Natur hat für jede Anspannung eine Entspannung, für jede Anstrengung eine Belohnung vorgesehen. Und wenn jemand glaubt, dies gelte nicht für ihn, sollte man ihm sagen, dass er sogar ein Recht darauf hat – wie jedes andere Geschöpf auch.

Ein schlechtes Gewissen verhindert viel zu oft die not­wendige Entspannung. Das ist aber weder „gottgewollt” noch heldenhaft, sondern ein Fehler. Womit man sich entspannt, ist bei jedem anders und auch nicht entschei­dend. Wichtig ist: Das schlechte Gewissen muss weg! Manchmal hilft es schon, sich mit einem strammen Spaziergang abzureagieren oder seine Frustration im Wald laut hinauszuschreien. Oder Sie heulen einfach mal herzhaft ins Kissen, wenn Ihnen danach ist. Tun Sie sich keinen Zwang an, wenn Sie Entspannung brauchen.

Wie kann man Stress direkt körperlich abbauen?

Faulenzen, schlafen, gut und gesund essen und trinken, Liebe und Zärtlichkeit sind hervorragend gegen Stress. Auch ein warmes Bad oder eine Massage tun manchmal Wunder. Besonders wirksam ist Sport: Laufen, Radfah­ren, Tanzen oder was immer Sie möchten. Es kommt darauf an, dass es Spaß macht, dass man dabei „abschal­ten” und sich auch gefühlsmäßig abreagieren kann.

Wenn man dem Körper das richtige Gleichgewicht zwischen Bewegung und Ruhe ermöglicht, ist er in der Lage, einen Großteil aller schädlichen Stressfolgen selbst zu beheben. Daher ist auch die Sauna so gesund: Mal richtig durchzuschwitzen, ist eine regelrechte Entspan­nungskur für Leib und Seele. Erfahrene Sportlehrer for­dern, dass man mindestens einmal am Tag in Schweiß geraten sollte. Das wird nicht für jeden machbar und ge­sund sein, aber nachdenken sollten Sie schon darüber. Gerade für die Haut hat das Schwitzen nämlich eine rei­nigende Wirkung. Der Körper entschlackt beim Schwit­zen, das heiß, er sondert Schadstoffe durch die Poren ab, schwemmt sie frei und lässt die Haut besser atmen.


Was ist von Entspannungstechniken zu halten?

Stress lässt sich oft nicht von heute auf morgen abbauen. Auch bewährte Entspannungstechniken leisten das nicht, schon weil sie erst einmal erlernt sein wollen. Stress Ursachen sind auch nicht immer einfach abzustellen: Arbeit oder Arbeitslosigkeit, die Familie und Freunde mit ihren Problemen, Sorgen oder Krankheiten kann man sich sel­ten aussuchen.

Eine Reihe von Entspannungstechniken hilft, langfri­stig besser mit solchen Belastungen fertigzuwerden. Eine plötzliche Umstellung von dauernder Umtriebigkeit auf Stille oder Untätigkeit verkraften viele Menschen eben­falls nicht. Es gilt, den richtigen Weg zur Entspannung zu finden. Wunder und Patentrezepte gibt es dabei nicht, schon weil jeder Mensch anders ist. Jeder Körper ant­wortet auf seine Weise auf Stress und gibt eigene Ant­worten auf entspannende Einflüsse.

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Braucht man fachliche Hilfe?

Entscheidend ist: Man muss schon wirklich wollen und dann unter fachlicher Anleitung üben, bis die ge­wünschte Wirkung erreicht wird. Die Beherrschung von Entspannungstechniken kann man bei Therapeuten ler­nen, beispielsweise in Volkshochschulen oder Kliniken.

Die Krankenkassen bezahlen allerdings nur in Einzel­fällen, weil solche Verfahren auf Erfahrung beruhen und manchmal wissenschaftlich umstritten sind. Bücher kön­nen da einen ersten Einblick vermitteln, mehr aber auch nicht.

Was ist autogenes Training?

Autogenes Training ist eine Kombination aus geistig see­lischen Konzentrationsübungen und einer körperlichen Antwort darauf. Es führt von innen heraus, also autogen, zu einer wohltuenden Umstellung von Anspannung zur Entspannung, die dem Einschlafen ähnelt, aber bewusst gesteuert wird. Dabei wird der kritische Teil des Bewusstseins durch Konzentration allein auf positive Gefühle eingeengt.

Bestimmte Körpererlebnisse wie Schwere und Wärme, ein ruhiger Herzschlag und eine harmonische Atmung entsprechen dem seelischen Zustand von Ruhe und Ent­spannung und lassen sich durch solche Zustände her­vorrufen. Sie haben aber auch eine Rückwirkung auf Gefühle und seelische Zustände, können also Ängste und Stress abbauen.

Gezielt in Gang gesetzt wird dieser psychosomatische Kreislauf vom Kopf her. Muskeln und Durchblutung ge­horchen dann dem vegetativen Nervensystem, das durch die Konzentration auf „gesunde” oder „gute” Zu­stände angeregt wird. Zum Trainingsprogramm gehören entspannte Haltun­gen im Liegen oder Sitzen und einzelne Übungen: Ru­hetönung, Schwereübung, Wärmeübung, Herzübung, Atemübung, Sonnengeflechtsübung und Stirn-Kühle- Übung.

Jede Übung wird nach einem festen Plan durchgeführt und durch ein „Zurücknehmen” beendet, die wieder in einen normalen Spannungszustand führt. Gesunde können mit diesem Training ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verbessern; Leistungs­sportler, Manager und vor allem auch Schauspieler gehören zu den überzeugten Anhängern des autogenen Trainings, weil es jede Art von Lampenfieber beherrsch­bar macht.

Kranke können damit Nervosität, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen und Schmerzen bewältigen. Solange man geistig rege ist, lässt sich das autogene Trai­ning von jedermann lernen. Nach einem Grundkurs kann man zu Hause die Übungen selbst vertiefen.

 

Was ist progressive Muskelrelaxation?

Die progressive Mukelrelaxation nennt man auch Tief- muskel-Entspannungstraining. Sie führt durch den ge­zielten Wechsel von Anspannung und Entspannung be­stimmter Muskelgruppen zu körperlichen Veränderun­gen wie einer verlangsamten Atmung, einem geringeren Sauerstoffverbrauch, einem Absinken von Puls und Blut­druck, einer Entspannung der Skelettmuskulatur und ei­nem Nachlassen der Hirnströme. Das hat auch das see­lisch entspannende Erlebnis einer zunehmenden Ruhe und Gelassenheit zur Folge. Und man kann davon aus­gehen, dass es auch das Immunsystem stärkt. Beides baut Stress ab.

Zuerst werden im Liegen oder in einer lockeren Sitz Position Unter- und Oberarme, Schultern, Nacken, Gesichtsmuskeln, Rückenmuskeln, Bauchmuskeln, Ober­schenkel und Gesäßmuskeln, Waden- und Schienbein­muskeln ganz bewusst fünf bis acht Sekunden lang ange­spannt. Dann löst man die Anspannung ebenso bewusst eine halbe Minute lang. Das geschieht nacheinander (progressiv).

Die Lernphase dauert schon eine Weile; Fachleute empfehlen, auch danach die Übungen täglich weiter auszuführen. Einige empfinden eine leise, beruhigende Hinter­grundmusik als förderlich für die Übungen, andere nicht. Das muss man ausprobieren. Übungshilfen wie Tonkassetten mit begleitenden Anleitungen sind ebenso Geschmackssache. Entscheidend ist das Körpergefühl, besser: die Körpererfahrung.

Es handelt sich hier nicht um Meditation oder Selbst­hypnose, sondern um etwas sehr genau Kontrollierbares. Gestresste Menschen verspannen sich unkontrolliert, aber bei diesem Training soll ja jeder Muskel wieder ganz bewusst erfahren werden!

Was ist der Placebo-Effekt?

Früher wurde darüber gelächelt, aber seit die psychoso­matische Medizin den Placebo-Effekt kennt, ist unum­stritten: Glaube kann auch medizinisch heilen. Man gab in verschiedenen Tests Patienten Scheinmedikamente, die keine Wirkstoffe enthielten, sogenannte Placebos. Und zum Erstaunen der Wissenschaftler war in minde­stens 60 Prozent der Fälle die erwünschte Wirkung nachweisbar. Vor allem bei chronischen Schmerzen er­zielte man erstaunliche Placebo-Effekte, und bei Stress.

Was heißt Visualisierung?

Die Visualisierung ist nichts anderes als der systemati­sche Versuch, die Placebos gleich wegzulassen und die bildhafte Vorstellung an ihre Stelle zu setzen. Die Tech­nik entstammt der psychischen Selbstbeeinflussung (Selbsthypnose) und lässt sich relativ leicht erlernen. Bei Stress spricht sie die „guten Kräfte der Seele” an und er­zeugt positive Gefühle: Hoffnung, Zuversicht, Selbstver­trauen und gelassene Sicherheit.

Hilfsmittel dazu sind Bildbetrachtungen, Phantasierei­sen nach Prospekten und Reiseführern, auch anregende Musik oder eine Kassette mit Meeresrauschen und Möwenschreien. Mit einiger Übung, am besten unter fachlicher Anleitung, kann man dann sogar Phantasie­reisen in den eigenen Körper machen und Organfunktio­nen beeinflussen. Selbst in der Krebstherapie ist Visuali­sierung schon erfolgreich eingesetzt worden. Gegen Stress hilft sie ganz ausgezeichnet. Setzen oder legen Sie sich bequem hin, schließen Sie die Augen – und los!

Wo möchten Sie jetzt gern sein?

Lassen Sie sich einmal treiben: Ihre Lieblingsmusik läuft. Kommen Ihnen dabei Bilder vor das innere Auge? Wenn ja, halten Sie eines fest, das Ihnen besonders angenehm ist. Wenn nicht, „blättern” Sie weiter, suchen Sie in aller Ruhe. Zum Beispiel dieser letzte Urlaub am Strand. Es ist warm, aber nicht heiß. Sie liegen im weichen Sand auf dem Rücken. Eine laue Brise streicht angenehm über die Haut. Der Himmel ist blau. Eine weiße Wolke zieht langsam vorbei. Leise rauscht die Brandung, alle Sorgen sind daheim geblieben, sind unendlich weit weg. Schwelgen Sie hemmungslos in schönen Erinnerungen. Sie sind gesund. Sie fühlen sich rundum wohl.

Wie werde ich innerlich leer?

Wer zu viel im Kopf hat, muss ihn ab und zu leer bekommen. Das ist eine alte Weisheit der Mönche, und zwar im Buddhismus ebenso wie im Christentum oder im Hinduismus. In unserem hektischen Alltag hat Stress viel mit der Unfähigkeit zu tun, abzuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Immer bedrängen uns Eindrücke, Forderungen und Sinnesreize. In die Ein­samkeit können wir auch nicht, aber Rückzugsmöglichkeiten gibt es immer.

Suchen Sie am besten einen Raum, wo Sie ungestört zwanzig Minuten bequem sitzen können (nicht liegen, weil Sie sonst bei den ersten Anzeichen von Entspan­nung einschlafen könnten). Schließen Sie die Tür, die Fenster und schließlich die Augen. Auch wenn es nicht absolut still ist, können Sie sich auf die Stille konzentrie­ren, den Kopf nach und nach von allem anderen leer machen. Wenn Sie wollen, konzentrieren Sie sich nun auf et­was Angenehmes, aber nur auf ein Bild, ein Thema, eine Frage. Zum Beispiel: Wie fühle ich mich, wenn ich ge­sund bin? Lassen Sie nichts anderes an sich heran. Wer das regelmäßig tut, lernt, sich ganz in dieses eine zu ver­senken und den Kopf ganz frei zu bekommen von al­lem, was ihn dabei stört.