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Saftfasten nach Otto Buchinger

Gesund, schlank und fit mit Saftfasten

Das so genannte Buchinger-Fasten mit Säften, Tees, Gemüsebrühen und Wasser zählt zu den anerkanntesten naturheilkundlichen Thera­pien bei verschiedenen Beschwerdebildern. Für Gesunde oder leicht Übergewichtige ist es eine einfache Methode, fit zu bleiben, Krank­heiten vorzubeugen und ein optimales Körpergewicht zu erlangen. Dr. Otto Buchinger machte seine Art zu fasten und überhaupt das me­dizinisch-therapeutische Fasten zu Beginn des 20. Jahrhunderts po­pulär. Bis heute wird seine Methode mit Erfolg praktiziert. Im Jahr 193 5 erschien sein Buch mit dem Titel »Heilfasten«. Der von ihm ge­schaffene Begriff »Heilfasten« besagt bereits, dass sich Krankheiten durch den zeitweiligen Verzicht auf feste Nahrung beheben lassen. Echtes Heilfasten erstreckt sich allerdings über mehr als eine Woche und sollte nicht ohne ärztliche Begleitung praktiziert werden.

Die ideale Fastenform für zu Hause

Saftfasten ist gegenüber reinem Wasser- oder Teefasten eigentlich ei­ne abgemilderte Form des Fastens. Es ist in der Wirkung dem stren­gen Fasten durchaus vergleichbar, jedoch schonender und verträgli­cher und daher ideal für eine Fastenwoche zu Hause. Vielen fällt Saftfasten erheblich leichter als eine »Nulldiät«, weil man dem Körper täglich doch einige Kalorien zuführt und zwar in Form von naturbelassenen, wohlschmeckenden Säften oder mittags einer klaren Gemüsebrühe. Man nimmt gerade so viele Kalorien auf, dass noch von Fasten gesprochen werden kann, andererseits der Organis­mus ausreichend mit Vitalstoffen versorgt wird.

Umstellung auf eine gesündere Lebensweise

Die Notwendigkeit einer zusätzlichen Einnahme von Multivitamin-und Mineralstoffpräparaten entfällt. Selbst bei längeren Fastenzeiten in einer Klinik treten bei dieser Methode Mangelzustände praktisch nicht auf. Ein dauerhafter Erfolg ist aber nur dann gegeben, wenn die Saftfastentage als Einschnitt verstanden werden, um anschließend Fehler in der Ernährungs- und Lebensweise dauerhaft zu korrigieren.

Was das Saftfasten auszeichnet


► Beim Fasten mit Säften wird die sonst übliche Nahrung eine Zeit lang durch hochwertige Obst-, Gemüse- und Heilpflanzensäfte er­setzt. Diese Fastengetränke enthalten kaum Fett oder Eiweiß, und ihre Kohlenhydrate (z.B. Fruchtzucker) sind vom Körper leicht re­sorbierbar. Sie gehen rasch ins Blut über und belasten die Verdauungsorgane sowie den Stoffwechsel nicht. So kann es zu einer durch­greifenden Regeneration kommen.

► Die Säfte liefern reichlich Vitalstoffe (von Vita = Leben) wie Vit­amine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Gerade bei übergewichti­gen Personen kann es infolge der vielfach bevorzugten denaturierten Zivilisationskost zu Mangelsymptomen gekommen sein, wie etwa ei­ner erhöhten Infektanfälligkeit, Abgespanntheit, Müdigkeit, Leis­tungsschwäche, Nervosität, Stimmungsschwankungen oder Proble­men mit Haut, Haaren und Nägeln. Solche Mangelerscheinungen werden mit Saftfasten normalerweise bestens ausgeglichen. Um ein möglichst breites Wirkungsspektrum zu erzielen, empfiehlt es sich, verschiedene Säfte, die sich in ihrem Vitalstoffgehalt voneinander un­terscheiden, zusammenzustellen. Nur wer bestimmte Beschwerden mit dem Saftfasten zu bekämpfen versucht, sollte solche Säfte bevor­zugen, die speziell gegen diese Leiden helfen.

► In Obst-, Gemüse- und Heilpflanzensäften ist reichlich Kalium enthalten. Dieser Mineralstoff ist der Gegenspieler von Natrium (in Kochsalz). Während Natrium Wasser bindet, schwemmt Kalium es aus. Alle kaliumreichen Lebensmittel fördern die Entwässerung und Entschlackung.

► Beim Saftfasten normalisiert sich der Säure-Basen-Haushalt, da Säfte – ganz besonders Gemüse- und Heilpflanzensäfte – »basenüber­schüssig« sind und damit im Organismus für ein höheres Aufkommen an Basen sorgen. Basen neutralisieren Säuren und wirken einer Über­säuerung entgegen, die durch den übermäßigen Genuss von tieri­schen Nahrungsmitteln, denaturierten Kohlenhydraten (Weißmehl, Zucker) und Alkohol entstehen kann.

► Saftfasten ist eine schonende Form des Fastens. Es wird auch von Personen mit labilem Kreislauf in der Regel gut vertragen.

► Mittels bestimmter Säfte lassen sich verschiedene therapeutische Wirkungen erzielen. Das gilt besonders für Heilpflanzensäfte.

► Saftfastenkuren wirken positiv auf Immunabwehr und Entgiftungs­funktionen – entscheidende Faktoren der Gesundheitsvorsorge.

► Im Sanatorium kann Saftfasten über mehrere Wochen durchge­führt werden, zu Hause ist eine Saftfastenwoche die geeignete Form.

► Eine Saftfastenwoche sollte am besten ein- bis zweimal jährlich, beispielsweise im Frühjahr und im Herbst, durchgeführt werden.

 

Rohsäftefasten

Im Unterschied zum Buchinger-Fasten mit Säften, Tees und klaren Gemüsebrühen gibt es das reine Rohsäftefasten. Dabei nimmt man täglich etwa 300 Milliliter naturreine Obst- und 300 Milliliter natur­reine Gemüsesäfte sowie 150 Milliliter Heilpflanzensäfte zu sich. Diese Saftmenge von einem dreiviertel Liter täglich trinkt man in drei bis fünf Portionen über den Tag verteilt. Für die Entschlackung und Entgiftung benötigt der Organismus aber viel mehr Flüssigkeit, zusätzlich noch über zwei Liter, die man in Form von kalorienfreien Kräutertees und Mineralwässern trinkt. Beide Saftfastenformen lassen sich bedenkenlos mischen. Man hat die Möglichkeit, nach dem Lust­prinzip zu gehen, d. h., je nach Vorliebe können bestimmte Säfte oder Tees häufiger getrunken oder ganz weggelassen werden. Säfte sind flüssige Extrakte, die keine schwer verwertbaren Zellwände enthalten. Säfte, die naturrein sind und auf schonende Weise herge­stellt wurden, enthalten alle wasserlöslichen Bestandteile der Pflanzen­zellen, vor allem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und für die Gesundheit wichtige Wirk-, Färb- und Aromastoffe.

Flüssige Rohkost

Naturreine Obst-, Gemüse- und Heilpflanzensäfte werden der Roh­kost zugeordnet – in flüssiger Form. Es handelt sich dabei um »leben­dige Nahrung«, wie sie der Ernährungsreformer Dr. Bircher-Benner stets empfahl. Es hat sich gezeigt, dass Personen, die über längere Zeiträume zerkochte und denaturierte Nahrung zu sich genommen haben, naturbelassene Säfte besser vertragen als feste Rohkost. Dies spricht einmal mehr für eine Fastenkur mit Säften zur Umstimmung als Einstieg in eine bessere, gesündere Ernährungsweise.

Prädikat »naturbelassen«

Alle Säfte, die man während des Saftfastens genießt, sollten sorgfältig ausgewählt und vor allem »naturbelassen« sein. Sie zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

► Obst und Gemüse sowie die Heilpflanzen, aus denen die Säfte ge­presst werden, sind nicht mit Kunstdünger gezogen oder gegen Schädlinge und Unkräuter mit chemischen Mitteln behandelt. An­dernfalls würden Spuren der giftigen Substanzen in die Säfte gelan­gen. Sinn und Zweck des Saftfastens soll ja die Entgiftung und nicht die zusätzliche Aufnahme solcher Substanzen sein.

► Die Säfte enthalten keinerlei chemische Konservierungsstoffe. Qualitativ hochwertige Säfte werden höchstens durch kurzzeitiges Erhitzen auf schonende Weise haltbar gemacht. Einmal angebroche­ne Saftflaschen sollte man im Kühlschrank aufbewahren und binnen zwei Wochen verbrauchen. Den Saft niemals direkt aus der Flasche trinken (das widerspricht auch der Kurregel des »Kauens« der Ge­tränke). Dadurch können Keime in den Saft gelangen, und innerhalb weniger Tage ist er verdorben.

► Naturbelassene Säfte enthalten keinerlei Zusätze wie Zucker, Farb ­oder Aromastoffe (was aus der Zutatenliste oder den E-Nummern er­sichtlich sein muss). Deswegen fallen Produkte aus Fruchtsaft Konzentrat, Limonaden, Fruchtsaftgetränke, Fruchtnektare oder ähnliche Saftzubereitungen für eine Saftfastenkur aus.

 

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