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Schichtarbeit und Lärm als Ursachen für Schlaflosigkeit

Schichtarbeit

Versuche mit Schichtarbeitern haben gezeigt, dass sich schon nach der zweiten Nachtschicht der biologische Rhythmus des Körpers zu ver­schieben beginnt – die »innere Uhr« gerät aus dem Takt. Die Folgen sind gravierend: Neben Magen-Darm-Störungen, die bei Schichtarbeitern besonders häufig auftreten, leiden nach Untersuchun­gen in der Bundesrepublik 80 Prozent der Schichtarbeiter unter Schlaf­störungen.

Die Forderung der Arbeitsmediziner: Schichtarbeit sollte nach Mög­lichkeit vermieden werden. Wo sie unvermeidlich ist, sollten Nacht­schichten nicht regelmäßig, sondern »eingestreut« abgeleistet werden. Und auf jede Nachtschicht sollte eine arbeitsfreie Zeit von mindestens 24 Stunden folgen. »Nur eine solche Regelung«, meint etwa der Arbeits­mediziner Gerd Jansen, »erlaubt eine sofortige Kompensation der Schlafverkürzung, die im Gefolge jeder Nachtschicht auftritt«. Es gibt zum Glück auch Menschen, denen die Umstellung des Schlaf -Wach-Rhythmus bei Schichtwechsel ohne Beschwerden sofort gelingt.

Lärm

Lärm wirkt immer als Weckreiz, wird aber je nach Herkunft der Geräu­sche und Situation des Schlafens ganz unterschiedlich wahrgenommen. Die durch ihn ausgelöste störende Wirkung steigt jedoch keineswegs parallel zur physikalisch messbaren Lärmintensität. Jeder Mensch bewer­tet den Lärm individuell. Meist kann man sich an Geräusche gewöhnen. Damit soll der Lärm, unter dem große Teile der Bevölkerung in den städtischen Ballungsgebieten zu leiden haben, jedoch keineswegs ver­harmlost werden. Auch der, der trotz Lärm schlafen kann und gar nicht mehr bewusst wahrnimmt, hat nämlich unter den Geräuschen zu leiden. Das vegetative Nervensystem reagiert immer auf Störreize – es kann sich beim Schlaf im Lärm nicht erholen. Auch Blutdrucksteigerungen kön­nen durch Lärm entstehen, die der Betroffene gar nicht mehr als störend wahrnimmt. Städteplaner, Politiker und Architekten sollten das eigent­lich wissen und berücksichtigen.

Lärm ist jedoch nicht nur eine direkte Störquelle. Auch dauernder Lärm am Arbeitsplatz und bei Freizeitaktivitäten wirkt sich auf das vegetative Nervensystem aus und kann dann indirekt zu schweren Schlafstörungen führen.

Was tun gegen Lärm?

Die erfolgversprechendste Maßnahme ist sicher die Ausschaltung der Lärmquelle – etwa, indem man sich in Bürgerinitiativen zusammen­schließt und Politiker und Industrien zu Lärmverhütungsmaßnahmen bewegt. Bis solche Maßnahmen reifen, vergeht jedoch viel Zeit. Bis da­hin ist das naheliegendste sicher die Reduzierung des Lärms durch ein Schlafzimmer, dessen Fenster etwa in den Hinterhof reichen. Wo das nicht möglich ist, können stark geraffte, dicke Vorhänge, weiche Teppi­che oder schalldämpfende Wandbespannungen manches Problem lin­dern. Vor dem unüberlegten Einbau von Schallschutzfenstern muss je­doch gewarnt werden. Auf der Wiener Technischen Universität wurde berechnet, dass die meisten, in Innenräumen anzutreffenden chemi­schen Schadstoffe bei Räumen mit modernen Isolierfenstern bedrohli­che Werte erreichen können. Der notwendige Luftaustausch wird durch diese Fenster verhindert. Auch Ohropax oder akustische Watte können kurzfristig das Problem der Schlaflosigkeit lindern.

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