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Sodbrennen – Tipps für die Selbsthilfe

Falsch bei Sodbrennen: nach dem Essen ruhen

Zwar sagt ein altes Sprichwort: „Nach dem Essen sollst du ruhen oder 1000 Schritte tun”, doch die erste Hälfte dieses Sprichworts sollten Refluxkranke besser schleunigst vergessen, auch wenn ihnen mit vollem Magen der Sinn nach Ausruhen stehen sollte. Wenn sich Menschen, die unter Sod­brennen leiden, nach dem Essen je­doch hinlegen, steigt die Wahr­scheinlichkeit gewaltig an, dass Ma­gensäure in die Speiseröhre rinnt und dort das schmerzhafte Brennen aus­löst. Auf diese Weise muss die Ma­gensäure noch nicht einmal gegen die Schwerkraft „arbeiten” – sie kann ein­fach und ungehindert in die Spei­seröhre fließen. Also nehmen Sie sich lieber den zweiten Teil des Sprich­worts zu Herzen und bewegen Sie sich nach dem Essen. Das tut auch Refluxkranken gut. Sie können sich aber stattdessen natürlich auch hinsetzen, wenn Sie sich lieber ein wenig ausru­hen wollen.

Keine Mahlzeit vor dem Schlafengehen

Nach dem eben Gesagten ist klar, dass es sich für vom Sodbrennen Geplagte von selbst verbietet, kurz vor dem Zu­bettgehen noch eine größere Mahl­zeit zu sich zu nehmen. Auch auf ein Betthupferl in Form von Süßigkeiten sollten sie besser verzichten. Am bes­ten ist es, drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen die letzte Mahl­zeit des Tages zu sich zu nehmen -dann stellen sich wahrscheinlich kei­ne Beschwerden ein.

Eine gute Investition: ein höhenverstellbarer Lattenrost fürs Bett

Alle, die vornehmlich nachts unter Sodbrennen leiden (erkennbar an ei­nem rauen Hals nach dem Aufwa­chen sowie am gelben oder feuchten Fleck auf dem Kissen), sollten ihrer Gesundheit zuliebe die Investition nicht scheuen, einen – zumindest am Kopfende – höhenverstellbaren Lat­tenrost für ihr Bett zu kaufen. Wenn der Kopf beim Schlafen etwa 20 cm höher liegt als der Rest des Körpers, erschwert dies das Zurückfließen der Magensäure in die Speiseröhre – die Speiseröhrenschleimhaut wird ge­schont und kann sich erholen. In die­ser Position dürfen Sie auch aus­nahmsweise einmal ein Nickerchen machen, wenn Sie nach dem Essen so müde sind, dass Sie sich einfach hin­legen müssen.

Wer sich einen solchen Lattenrost nicht leisten kann oder will oder wer ein Bett besitzt, für den er keinen sol­chen Lattenrost bekommt, der kann seinen Kopf natürlich auch auf ande­re Weise hochlagern. Beispielsweise können Sie mehrere Kissen unter den Kopf legen oder Sie kaufen ein Drei­eckskissen, das den Kopf automatisch etwas hochlagert. Solch ein Kissen können Sie sich auch aus Schaum­stoff zurechtschneiden und mit ei­nem Bezug Ihrer Wahl beziehen las­sen, falls Sie es im Handel nicht erhal­ten sollten.

Größtenteils tabu: Alkohol und Zigaretten

Alkohol und Zigaretten können ebenfalls Sodbrennen auslösen, weshalb Sie weitgehend sowohl auf den Konsum von Alkohol als auch auf das Rauchen verzichten sollten. Vor allem die Zigarette nach dem Essen sollten Sie weglassen, denn zu diesem Zeitpunkt stellt der Magen reichlich Säure her, die besonders leicht in die Speiseröhre gelangen kann, wenn der Verschluss des Ma­gens zur Speiseröhre durch das Niko­tin gelockert wird. Am besten ist es – im Sinne Ihrer eigenen Gesundheit und der Menschen, die den Rauch ebenfalls einatmen müssen – das Rauchen ganz aufzugeben, auch wenn es schwer fällt. Wenn Sie Be­denken haben, ob Ihnen das gelingt, sollten Sie wissen, dass die wenigsten Menschen vom Nikotin körperlich abhängig sind. Meistens besteht „nur” eine seelische Abhängigkeit von den Zigaretten. Mit Willenskraft können Sie diese jedoch überwinden, zumal wenn das Rauchen Beschwer­den wie das Sodbrennen mit verursacht. Wenn Sie glauben, es allein nicht zu schaffen, nehmen Sie doch an einem Nichtraucherkurs teil. Es ist für die meisten Menschen einfacher, eine schlechte Gewohnheit abzule­gen, wenn sie sehen, dass andere in derselben Situation sind und mit den gleichen Problemen zu kämpfen ha­ben wie sie selbst. Zwar wäre es – im Interesse ihrer Speiseröhre – am sinnvollsten, wenn Refluxkranke überhaupt keinen Alkohol trinken würden, doch die wenigsten möchten wahrscheinlich völlig auf den Konsum von Alkohol verzichten. Verständlich, schließlich kann ein Glas Wein zum Essen ein großer Genuss sein. In jedem Fall sollten Refluxpatienten ihren Alkoholkonsum jedoch stark einschränken, um zu vermeiden, dass es zu Sodbrennen kommt. Ein Glas Wein oder Bier zum Essen dürfen Sie sich hin und wieder ruhig einmal gönnen. Wesentlich mehr Alkohol sollten Sie aber nicht trinken. Falls Sie sehen, dass Sie den Alkohol überhaupt nicht vertragen, ist es allerdings besser, ganz darauf zu verzichten.

Verstopfung vorbeugen

Auch durch einen gefüllten Darm kann sich der Druck auf den Magen so stark erhöhen, dass der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre nicht mehr länger dicht bleibt. Aus diesem Grund sollten Refluxkranke darauf achten, dass es nicht zu Ver­stopfung kommt. Von Verstopfung spricht man allerdings erst, wenn der Stuhlgang mehr als drei Tage auf sich warten lässt.

Natürlich heißt Verstopfung vorzu­beugen nicht, dass man nun bei jeder Stuhlverhaltung gleich zu Abführmit­teln greifen sollte. Durch den konti­nuierlichen Gebrauch von Abführ­mitteln kann der Darm nämlich so träge werden, dass er gar nicht mehr von allein arbeiten will. Stattdessen sollte man darauf achten, möglichst ballaststoffreich zu essen. Ballaststoffe sind unverdauliche Speisenbestand­teile (z. B. Zellulose), die nahezu un­verändert wieder mit dem Kot ausge­schieden werden. Enthalten sind Bal­laststoffe vor allem in pflanzlicher Kost – in Gemüse, Obst, Kartoffeln und Vollkornprodukten. Wenn Sie sich ausgewogen ernähren, brauchen Sie in der Regel nicht zu befürchten zu wenig Ballaststoffe mit der Nah­rung aufzunehmen.

Sollte es mit der Verdauung doch einmal nicht so klappen, können Sie mit Leinsamen versuchen Ihre Ver­dauung wieder in Gang zu bringen. Nehmen Sie dreimal am Tag einen Teelöffel Leinsamen zu sich. Achten Sie darauf, eine ausreichende Menge Flüssigkeit dazu zu sich zu nehmen, denn sonst kann es im Einzelfall pas­sieren, dass der Leinsamen den Darm verstopft und einen lebensbedrohli­chen Darmverschluss auslöst.

Trinken sollten Sie sowieso genug, denn dadurch können die Ballaststof­fe im Darm besser aufquellen. Der Darm wird dadurch gut gefüllt, die Darmbewegungen werden angeregt und die Darmpassage der Nahrung beschleunigt, sodass Verstopfung we­sentlich seltener auftritt. Mindestens eineinhalb Liter sollte jeder Mensch täglich trinken (keinen Alkohol!) -wenn es mehr ist, umso besser für die Verdauung und den gesamten Orga­nismus.

Sich nicht einschnüren lassen

So gut enge Hosen, Korsagen oder Mieder und breite, enge Gürtel zum Teil auch aussehen mögen, für Ihren Magen sind sie meistens eine Qual und für Ihre Speiseröhre können sie ebenfalls zur Qual werden. Denn schließlich kann allzu enge Kleidung auf den Magen drücken, wodurch in manchen Fällen der Verschluss zwi­schen Magen und Speiseröhre geöff­net wird und Magensäure in die Spei­seröhre fließt.

Wenn Sie sowieso bereits unter Sodbrennen leiden, sollten Sie daher immer auf bequeme Kleidung achten, die Ihren Magen nicht „einschnüren” kann. Selbst wenn Sie ein noch so ein­gefleischter „Fan” von enger Kleidung sein sollten, werden Sie sicher zuge­ben müssen, dass Sie in bequemerer Kleidung auch viel mehr Bewegungs­freiheit haben und sich insgesamt viel wohler fühlen. Denn schließlich kön­nen Sie auch viel freier durchatmen, wenn nichts auf Ihren Bauch drückt.

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