Die Lebensrhythmen im Ayurveda

Die Rhythmen des Lebens beachten

Der Ayurveda kennt noch einen dritten wichtigen Zyklus, der mit den drei Doshas in Zusammenhang steht: Unsere gesamte Lebensdauer wird, wie der Tag und die Jahreszei­ten, in drei Abschnitte unterteilt, die den Eigenschaften von Vata, Pitta und Kapha entsprechen.

Die Kapha-Phase: bis 30 Jahre

In der ersten Lebensperiode stehen Aufbau und Wachstum von Körper und Bewusstsein im Vordergrund. Entsprechend wird die Zeit von der Geburt bis etwa zum 30. Lebensjahr als Kapha-Phase bezeichnet.

Die Pitta-Phase: 30 bis 60 Jahre

Zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr liegt die Pitta-Periode, ein Zeitabschnitt, in dem die erworbenen Fähigkeiten umgesetzt werden. Deshalb gehört diese Phase zur produk­tivsten Zeit unseres Lebens.

Die Vata-Phase: ab 60 Jahre

Etwa ab dem 60. Lebensjahr setzt ein allmählicher Umwandlungsprozess ein: Die aktive, produktive Phase geht schritt­weise in eine körperlich sensiblere Phase über, wobei ein Teil der Aktivitäten nun auf die geistige Ebene verlagert wird. Diese Zeitspanne ist die Vata-Periode.

Bis zu 100 Jahre alt werden

Damit Sie alle Phasen Ihres Lebens in Gesundheit und Har­monie verbringen können, sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht auf das Zählen der Geburtstage richten, sondern viel­mehr darauf, wie jung Sie sich fühlen. Denn im Ayurveda ist das Altern ein »Irrtum des Intellekts«, weil wir uns fast ausschließlich mit unserem physischen Körper identifizie­ren und jedes Fältchen, jedes graue Haar als Zeichen unse­res unaufhörlichen körperlichen Verfalls deuten. Ob Sie sich im Alter jung fühlen, oder ob Sie sich in jungen Jahren alt fühlen, hängt stark mit der auf Seite 57 beschriebenen »Halbvoll-« beziehungsweise »Halbleer-Lebenseinstellung« zusammen: Ihr Körper reagiert auf Ihre innere Haltung und geistige Verfassung.

Der Ayurveda geht davon aus, dass sich durch eine positive Lebenseinstellung in Verbindung mit einer gesunden Lebensweise Alterungsprozesse nicht nur aufhalten, son­dern sogar umkehren lassen. Diese Umkehrung kann durch hormonale Veränderungen eine Verjüngung der gesamten körperlichen Konstitution bewirken; eine Lebenserwartung von 100 Jahren wird als normal erachtet.

 

Die Lebenszeit-Routine

Zu den positiven Faktoren, die die Lebensqualität steigern und die Lebenszeit verlängern, zählt der ayurvedische Arzt Dr. Deepak Chopra folgende Lebensumstände und Charaktereigenschaften, die er durch eine Reihe von Studien belegt hat. Die Ergebnisse dieser Studien fasst er als Empfehlungen zusammen, wobei er die ersten sechs für die wichtigsten hält:

• eine glückliche Ehe (oder eine glückliche dauerhafte Beziehung)

• Zufriedenheit am Arbeitsplatz

• persönliches Glücksgefühl

• regelmäßige Tagesroutine

• Beachtung der Jahreszeitenroutine

• regelmäßige Arbeitsroutine

• leicht zum Lachen zu bringen zu sein

• ein erfülltes Geschlechtsleben

• die Fähigkeit, Freundschaften zu schließen und aufrechtzuerhalten

• mindestens ein bis zwei Wochen Urlaub pro Jahr

• das Gefühl, das eigene Leben in der Hand zu haben

• eine angenehme Freizeit, erfüllende Hobbys haben

• die Fähigkeit, Gefühle ausdrücken zu können

• Zukunftsoptimismus

Ayurveda: Die besten Tipps: aus dem jahrtausendealten Naturheilsystem

Ruhe und Aktivität

Grundsätzlich empfiehlt der Ayurveda, alle Lebensphasen in größtmöglicher Bewusstheit zu verbringen. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass das gesamte Leben in Übereinstim­mung mit den natürlichen Rhythmen geführt werden kann. Oberstes Prinzip dieser naturgemäßen Lebensweise ist es, immer auf ein ausgewogenes Verhältnis von Ruhe und Akti­vität zu achten. Wenn Sie sich im Alltag genügend Muße und Erholung gönnen, ist dies die beste Strategie, um sich vor negativem Stress zu schützen.

Ein ganzheitliches ayurvedisches Kur­programm für zu Hause

 

Sich selbst etwas Gutes tun, klingt für viele von uns nach überflüssiger Zeitverschwendung oder egoistischem Ver­halten. Doch vergeuden wir wirklich wertvolle Zeit, wenn wir uns täglich eine halbe Stunde lang um das eigene Wohl kümmern, oder wenn wir regelmäßig Mittagspau­sen während der Arbeitszeit einhalten, weil wir erschöpft sind, Hunger verspüren und etwas Ruhe brauchen?

Denken Sie auch einmal an sich selbst

Sind wir tatsächlich hoffnungslos eigennützig, wenn wir nicht ständig nur das Wohl der Firma, das des Partners oder das der Kinder vor Augen haben, sondern auch mal an die eigenen Annehmlichkeiten denken? Wir sind es gewohnt, unsere Lebensziele durch rastloses Tätig sein erreichen zu wollen. Doch indem wir stets auf Draht sind, immer am Ball bleiben, das Heft nie aus der Hand geben und die Zügel nicht lockerlassen, entfernen wir uns immer mehr von den Bedürfnissen unseres Körpers und unserer Seele. Vom Standpunkt des Ayurveda aus betrachtet, ist ein Mensch, der auch einmal an sich selbst denkt, innere Ein­kehr hält und gesundheitsfördernde Maßnahmen ergreift, keineswegs egoistisch oder gar verschwenderisch. Im Gegenteil: Nur wer regelmäßig für sein körperliches, geisti­ges und seelisches Wohlergehen sorgt, kann vollkommene Gesundheit erlangen. Und nur wer zur inneren Quelle sei­ner Weisheit vordringt, kann sich selbst täglich neu erschaf­fen und anderen Menschen von dieser heilsamen Kraft abgeben.

Wie Ayurveda Ihr Leben verändern kann

Da der Ayurveda sowohl ein Gesundheits- als auch ein Heilsystem ist, können Sie mit Hilfe der folgenden Übungen und Empfehlungen einiges in Ihrem Leben verändern, was Ihnen bisher Schwierigkeiten, Unwohlsein oder Beschwer­den bereitet hat. Andererseits sind die Übungen aber auch dafür gedacht, Ihren Gesundheitszustand zu verbessern, damit Sie Ihr Leben mit größtmöglicher Zufriedenheit ge­nießen können.

Mit dem inneren Heiler in Kontakt treten

Wenn Sie gesund sind, können Sie durch das Befolgen ayurvedischer Lebens- und Gesundheitsregeln Ihre gesamte Le­bensweise so einrichten, dass Sie immer mit Ihrem inneren Heiler in Kontakt sind. Sie lernen dadurch, Ihre geistigen und körperlichen Kräfte so einzusetzen, dass sie Sie im Alltagsstress unterstützen und für Ausgleich sorgen. Indem Sie auf Ihre Be­dürfnisse achten, kommen Sie wieder stärker in Einklang mit Ihrer inneren Natur. Ihr gesamtes Lebensgefühl verbessert sich, und Sie werden sich wesentlich zufriedener und ausge­glichener fühlen, als dies möglicherweise bisher der Fall war.

Das natürlichste Schlankheitsmittel

Wenn Sie Probleme mit Ihrer Figur haben, ist Ayurveda das gesündeste, weil natürlichste Schlankheitsmittel. Sie müssen Ihren Körper nicht mit strenger Diät oder wochenlangen Hungerkuren malträtieren, um Ihren Traummaßen nahe zu kommen. Sobald sich Ihre Doshas wieder im Gleichgewicht befinden, reguliert sich auch Ihr Appetit, und Sie können alles essen, was Ihnen schmeckt und gut bekommt. Durch das Befolgen der typgerechten Ernährungsweise werden Sie ganz nebenbei überflüssige Pfunde ver­lieren. Durch die Entspannungsübungen kommen Sie mög­licherweise Ihren inneren Zwängen auf die Spur und erken­nen zum Beispiel, warum Sie in gewissen Situationen Essen als Seelentröster brauchen.

Wahre Schönheit kommt von innen

Möchten Sie etwas für Ihr Äußeres tun, so werden Sie mit dem ayurvedischen Leitsatz konfrontiert, dass wahre Schön­heit eine innere Angelegenheit ist. Keine Kosmetik dieser Welt kann Ihnen zu dauerhafter Schönheit verhelfen, wenn Sie mit sich selbst nicht im Einklang sind, sich ungesund ernähren und eine Lebensweise praktizieren, die von nega­tiven Denkmustern geprägt ist. Sobald Sie sich entspannen können und gelernt haben, positiv zu denken, werden Sie sich auch äußerlich verändern. Ayurvedische Pflegepro­dukte fördern diesen Prozess, indem sie die Funktionen von Haut und Haaren unterstützen.

Stress entsteht im Kopf

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die permanent unter Stress stehen, hilft Ihnen der Ayurveda, wieder allmählich zur Ruhe zu kommen und mit Ihren Kräften besser hauszu­halten. Da Stress im Grunde genommen im Kopf entsteht, schult das Befolgen ayurvedischer Lebensregeln Ihr Bewusstsein. Sie lernen, positiven Stress als Unterstützung zu ge­brauchen und negativen Stress zu vermeiden. Sobald Sie Ihre Konstitution kennen, wissen Sie auch, was bei Ihnen zu negativem Stress führen kann. Indem Sie auf Ihre Natur achten, sich regelmäßig entspannen und Ihre Doshas aus­gleichen, stellt sich mit der Zeit Ihr gesamter Organismus um, so dass Sie in Zeiten erhöhter Anspannung nicht so leicht aus der Fassung zu bringen sind.

Die Ursachen Ihrer Beschwerden erkennen

Wenn Sie unter leichten Alltagsbeschwerden leiden, sich seelisch unausgeglichen oder geistig erschöpft fühlen, hilft Ihnen der Ayurveda, die Ursachen Ihrer Beschwerden zu erkennen. Mit einfachen Mitteln können Sie ernährungs-und/oder stressbedingte Störfaktoren, die Ihre Doshas aus dem Gleichgewicht gebracht haben, behandeln und künftig vermeiden lernen. Ein Kuraufenthalt in einem Ayurveda-Gesundheitszentrum kann zudem helfen, durch fachkun­dige Betreuung und individuelle Therapiemaßnahmen eine Besserung Ihrer Beschwerden herbeizuführen. Selbst wenn Sie gesund sind, sollten Sie sich den Luxus einer Ayurveda-Kur leisten. Sie werden sich hinterher wie neugeboren, voll­kommen entspannt und erfrischt fühlen.

Die medizinische Therapie unterstützen

Wenn Sie sich in ärztlicher Behandlung befinden, können Sie durch die Ausbalancierung Ihrer Doshas die medizini­sche Therapie heilwirksam unterstützen. Da Ayurveda-Ärzte in der Regel bereit sind, mit Schulmedizinern zusammenzu­arbeiten, sollten Sie sich Rat und Therapievorschläge von beiden Seiten einholen. Je nachdem, unter welcher Krank­heit Sie leiden, können Sie dann auf mehreren Ebenen etwas für Ihren Heilungsprozess tun. Bedenken Sie aber bei alldem, dass Ihre positive Einstellung mit darüber entschei­det, ob eine Therapie zum gewünschten (Heil-)Erfolg führt. Der Körper braucht diese geistige Botschaft, um seine Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

 Ihr persönliches ayurvedisches Kurprogramm

Durch die Beschäftigung mit dem ayurvedischen Lebens­konzept haben Sie bisher erfahren, dass Gesundheit eine sehr persönliche Angelegenheit ist und auch mit Ihrer indi­viduellen Konstitution zusammenhängt. Außerdem hat Ihnen der Dosha-Test gezeigt, welche Le­bensenergien bei Ihnen zurzeit vorherrschen. Dadurch sind Sie Ihrem Wesen schon ein großes Stück näher gekommen. Nun folgt der zweite Schritt, nämlich die Umsetzung dieses Wissens in Ihren Alltag. Das muss nicht unbedingt heißen, dass Sie Ihr gesamtes Leben, von Grund auf umstellen müs­sen. Es sind eher die kleinen Schritte, die vonnöten sind, damit Sie (wieder) zur Quelle Ihrer inneren Weisheit finden. Je nachdem, was Sie in Ihrem Leben ändern möchten, erhalten Sie nun das Instrumentarium, damit Sie Schritt für Schritt vorgehen können.

Setzen Sie sich Ziele, entwickeln Sie eine Strategie

Zunächst sollten Sie sich ein persönliches Konzept erarbei­ten, das Ihre Gedanken klärt und Ihre Ziele klar definiert. Das Gesundheits- und Schönheitsprogramm in diesem Buch enthält die wichtigsten ayurvedischen Maßnahmen, die Sie zu Hause problemlos anwenden können. Es ist sinnvoll, dass Sie sich nun aus diesem Programm das aus­suchen, was Sie im Moment am meisten brauchen. Es ist nicht ratsam, das gesamte Programm durchzuführen, um am Ende dann völlig überfordert zu sein und die ayurvedi­schen Maßnahmen als zu anstrengend, zu umfangreich und zu zeitaufwendig beiseite zu schieben. »Weniger ist mehr« sollte daher das Motto all Ihrer Bemü­hungen um Gesundheit lauten. Formulieren Sie Ihre Ziele, und entwickeln Sie für sich eine Strategie, damit Sie Ihren Bedürfnissen entsprechend vorgehen können. Wenn es beispielsweise Ihr Ziel ist, an Gewicht zu verlieren, weil Sie sich nicht mehr wohlfühlen und vielleicht sogar gesund­heitliche Probleme dadurch haben, so sollten Sie sich zu­nächst mit den Empfehlungen im Kapitel »Essen Sie sich schlank und gesund« beschäftigen. Nachdem Sie Ihre Ernährung umgestellt haben, können Sie sich bei­spielsweise zusätzlich mit dem Körpertraining befassen, das Sie im Kapitel »Mit Spaß und Freude aktiv sein« finden. Diese Maßnahmen wären dann Ihre Strategie, um Ihr Ziel zu erreichen.

Üben Sie regelmäßig, nehmen Sie sich Zeit dafür

Regelmäßiges Üben ist erforderlich, damit Ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Die Lebenslehre des Ayurveda kann nur dann ihre Wirksamkeit entfalten, wenn sie in täglichen Handlungen umgesetzt wird. Dauerhafte Gesundheit kön­nen Sie nicht dadurch erzielen, dass Sie nur gelegentlich auf gesunde, typgerechte Kost achten oder ein paar Yogaübungen machen, ansonsten aber Ihren Alltag weiterhin nach dem gleichen, gesundheitsschädigenden Muster leben. Um im ayurvedischen Sinne körperlich und geistig-seelisch fit zu werden und auch auf lange Sicht zu bleiben, fordert die­ses Konzept mehr von Ihnen: Zeit und Kontinuität im Üben sowie die bewusste Integration der Ideen in den Alltag sind die Voraussetzungen für Langzeiterfolge mit Tiefenwirkung.

 

Planen Sie Ihren Alltag

Damit Sie Ihre Gesundheit dauerhaft stabilisieren können, empfiehlt der Ayurveda die Einhaltung einer bestimmten Alltagsroutine, die sich an den Rhythmen der Natur orien­tiert. Auch wenn dies am Anfang für Sie eine gewisse Um­stellung Ihres Tagesablaufs bedeutet, wird sie Ihnen später in Fleisch und Blut übergehen. Es kommt aber nicht so sehr darauf an, dass Sie alle empfohlenen Ratschläge und Übun­gen verbissen mit eiserner Disziplin durchführen. Sie sollten vielmehr spüren und erkennen lernen, welche der immer wiederkehrenden Rituale Ihnen besonders guttun und Ihrer Gesundheit förderlich sind. Probieren Sie doch einmal an einem freien Wochenende die »Drei-Tage-Kur« für zu Hause aus. Sie werden sich wie neugeboren fühlen.

Essen Sie sich schlank und gesund mit Ayurveda!

 

Wenn Ihnen die Aromen des Essens geschmacklich zu­sagen, werden Sie die Nahrung auch mit Freude und Appetit zu sich nehmen. Doch die Geschmäcker sind ver­schieden, weil die Nahrung auf den Geschmacksknospen der Zunge bei jedem Menschen andere, subjektive Ge­schmacksempfindungen auslöst.

Geschmack, Eigenschaften der Nahrung

Sechs Räsas (Geschmacksrichtungen)

Ob Sie ein Freund scharf gewürzter Speisen sind oder eher milde Geschmacksrichtungen bevorzugen – Ihre Vorliebe ist in jedem Fall ein Indiz dafür, dass Ihr Geschmackssinn gut funktioniert. Der Ayurveda sagt, dass jedes Aroma, das wir schmecken oder riechen, im Körper bestimmte Schwin­gungen hervorruft, die ausgleichend oder störend auf die Doshas wirken.

Die wichtigsten Botschaften erhalten die drei Doshas von den »Räsas«, den Geschmacksrichtungen. Außer den bei uns üblichen fünf Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, scharf und bitter benennt der Ayurveda noch eine sechste, die als herb oder zusammenziehend bezeichnet wird. Jede Mahlzeit sollte idealerweise alle sechs Räsas enthalten, denn so bleiben Vata, Pitta und Kapha am ehesten ausgeglichen.

Sechs Cunas (Eigenschaften)

Neben dem Geschmack beeinflusst aber auch die physi­kalische Eigenschaft der Nahrung das Gleichgewicht der Doshas. Es kommt also auch darauf an, ob Ihnen eine Mahl­zeit schwer oder leicht im Magen liegt, ob sie sehr fettig (ölig) oder eher trocken ist, und ob sie Ihren Körper erhitzt oder eher kühlt. Diese unterschiedlichen Eigenschaften, »Gunas« genannt, wirken auf die Doshas. Die Gunas sind mitverantwortlich dafür, wie wir die Mahlzeit vertragen.

Im ayurvedischen Ernährungskonzept meint der Begriff »ausgewogen«, möglichst alle sechs Geschmacksrichtungen (Räsas) beim täglichen Essen zu berücksichtigen und auf die Eigenschaften (Gunas) der Nahrungsmittel zu achten. Denn die Doshas reagieren auf die ihnen verwandten Räsas und Gunas. Durch entsprechende Nahrungsmittel können Vata, Pitta und Kapha ausgeglichen und dauerhaft stabil gehalten werden. Achten Sie deshalb beim Essen auf folgendes:

Wirkung von Räsas und Cunas auf die Doshas

Geschmack (Rasa)

Eigenschaft (Cuna)

Wirkung auf die Doshas

süß, sauer, salzig schwer, ölig, heiß Vata-dämpfend

scharf, bitter, herb leicht, trocken, kalt Vata-verstärkend

süß, bitter, herb kalt, schwer, ölig Pitta-dämpfend

scharf, sauer, salzig heiß, leicht, trocken Pitta-verstärkend

scharf, bitter, herb süß, sauer, salzig

leicht, trocken, heiß    Kapha-dämpfend schwer, ölig, kalt       Kapha-verstärkend

Wenn Sie zum Beispiel ein Kapha-Vata-Typ sind, sollten Sie hauptsächlich Nahrungsmittel auf Ihrem Speiseplan stehen haben, die Ihr Hauptdosha (Kapha) etwas dämpfen und Ihre beiden anderen Doshas, Vata und Pitta, stärken. Vielleicht glauben Sie jetzt, diese Ernährungsweise sei sehr kompliziert, doch eigentlich ist dieses Wissen schon in Ihrem Körper gespeichert: Wohlbefinden, Ausgeglichenheit und Lebensfreude sind Anzeichen der richtigen Nahrungs­wahl. Sobald Sie Ihren Bedürfnissen wieder mehr Vertrauen schenken, werden Sie beispielsweise nach heißem Essen verlangen, wenn Sie sich kalt fühlen. Oder Sie werden Ihre Speisen immer kräftig salzen, weil Sie ein Vata-Typ sind, der keine gesundheitlichen Probleme durch ein gelegentli­ches Zuviel an Salz zu befürchten hat. Außerdem enthalten Ihre Mahlzeiten meistens ohnehin (fast) alle Geschmacksrichtungen: Ein Putenschnitzel mit den Beilagen Reis und Salat ist beispielsweise ein ausge­wogenes Mittagessen, weil alle Geschmacksrichtungen darin vorkommen: bitter, herb (Salat); sauer (Salatsoße mit Zitrone); salzig, scharf (mit Salz, Pfeffer und Curry gewürz­tes Putenschnitzel) und süß (Reis).

Solche ausgewogenen Mahlzeiten wirken wie ein Therapeu­tikum: Zu starke Dosha-Tendenzen werden gedämpft und zu schwache gekräftigt.

Rasa Yanas als Nahrungsergänzung

Der Ayurveda weiß, dass richtige Nahrung die Gesundheit fördert und erhält. Darüber hinaus können ausgewählte Nahrungsmittel, Gewürze und Kräuter auch eine wirksame Medizin sein, um die Gesundheit wiederherzustellen. Des­halb wird die ayurvedische Ernährung noch um die Mittel erweitert, die der Nahrung eine ganz besondere Bedeutung verleihen.

Dabei handelt es sich um bestimmte Heilkräuter und Mine­ralien, die allein oder als Mischung dem Organismus vitalisierende und regenerierende Substanzen zuführen. Diese Mittel werden als »Rasa Yanas« bezeichnet, was so viel heißt wie »die Lebensessenz hineintun«. Bei uns sind nur einige der zahlreichen, meist in Indien vorkom­menden, Heilkräuter bekannt:

• Gotu Kola und Ginseng für Vata-Typen;

• Aloe Vera, Beinwell und Safran für Pitta-Typen;

• Elekampane und Honig für Kapha-Typen. Aufgrund vieler Untersuchungen, die die Wirksamkeit bestätigen, ist »Amrit Kalash« ein besonderes Rasa Yana. Es besteht aus Kräutern und Früchten, die nach jahrtausende­altem Rezept zusammengestellt werden. Amrit Kalash ist für alle Typen gleichermaßen empfehlenswert.

Ernährung mit oder ohne Fleisch?

Grundsätzlich empfiehlt der Ayurveda eine vegetarische Ernährung. Doch obwohl der Verzicht auf Fleisch als die gesündeste Art der Ernährung angesehen wird, schließt der Ayurveda auch Wissen über Fleischsorten ein, die für den jeweiligen individuellen Typ passend sind. Insbesondere bei der Behandlung von bestimmten Krankheiten spielt aber eine fleischlose Kost oder die Einschränkung der ver­zehrten Fleischmenge eine große Rolle. Wenn Sie regelmäßig Fleisch essen, sollten Sie allmählich dazu übergehen, Ihren Fleischverzehr zu reduzieren. Erset­zen Sie zunächst rotes Fleisch (Rind, Schwein, Kalb) öfter durch Geflügel und Fisch. Nach einiger Zeit der Umstellung werden Sie feststellen, dass es Ihnen immer leichter fällt, weniger Fleisch zu essen.

Die Verdauungskraft stärken

Während eines ayurvedischen Kuraufenthalts oder in der ayurvedischen Sprechstunde lernen Sie auch, mit welchen Nahrungsmitteln, Gewürzen und Kräutern Sie Ihr Verdau­ungsfeuer, »Agni« genannt, stärken können. Vata-Menschen neigen oft zu einer unregelmäßigen, störungsanfälligen Ver­dauung. Pitta-Typen haben manchmal mit einer zu intensi­ven Verdauung zu kämpfen, während Kapha-Menschen häufig unter einer zu langsamen, schwerfälligen Verdauung leiden.

Die im Folgenden aufgeführten Mittel und Methoden regen auf natürliche Weise Ihren Appetit an, fördern Ihre Verdau­ung sowie die Ausscheidung von Ama, den Abfallprodukten des Körpers.

Lassi

Lassi ist ein ayurvedisches Joghurt-Getränk, das leicht ver­daulich, appetitanregend und durstlöschend ist. Darüber hinaus stärkt es die Verdauungskraft, verbessert das Ge­schmacksempfinden, normalisiert den Dünndarm und gleicht die Doshas aus.

So stellen Sie Lassi selbst her

Lassi hat die besten Wirkun­gen, wenn frisch zubereiteter Joghurt verwendet wird. Wenn Sie Joghurt nicht selbst herstel­len, dann nehmen Sie saure Sahne als Grundlage. Verdünnen Sie den Joghurt (die saure Sahne) auf das Zwei-bis Dreifache mit Wasser. Mit einem Schneebesen schlagen Sie die Flüssigkeit so lange, bis keine Klümpchen

mehr vorhanden sind. Anstatt eines Schneebesens können Sie auch einen Handmixer verwen­den, mit dem Sie auf niedriger Stufe das Getränk rühren. O Ist die Konsistenz richtig, trinken Sie es schluckweise über den Tag verteilt. 0 Sie können Ihr Getränk auch mit typgerechten Gewürzen anreichern, beispielsweise mit Zimt oder Rosenwasser.

 

Ghee

Ghee ist geklärte Butter und ein sehr wichtiges Nahrungs­mittel des Ayurveda. Es stärkt Ihr Verdauungsfeuer, ohne jedoch das Pitta-Feuer anzufachen. Ghee ist deshalb zum Ausgleich von Pitta gut geeignet. Auch bei zu viel Vata hilft es, diese Tendenz zu mildern.

Der Ayurveda empfiehlt, geklärte Butter zur geschmackli­chen Abrundung anstelle von normaler Butter zu benutzen. Ghee gibt es in vielen Naturkostläden fertig zu kaufen. Sie können es aber auch ganz einfach selbst herstellen.

So stellen Sie Ghee selbst her

Sie benötigen dazu ein oder mehrere Pfund ungesalzene Butter und einen rostfreien Stahl- oder Pyrexglastopf. 0 Lassen Sie die Butter zu­nächst bei niedriger Tempera­turstufe langsam schmelzen, danach stellen Sie die Koch­platte auf mittlere Hitze. 0 Achten Sie darauf, dass die Butter beim Schmelzen nicht anbrennt. In etwa 30 bis 40 Minuten ist das Wasser verkocht, denn mindestens 20 Prozent der Butter besteht aus Wasser. Feste Milchteile erscheinen an der Oberfläche der Flüssigkeit und auf dem Boden des Topfes.  Sobald die Milchteilchen auf dem Boden des Topfes gold­braun werden, nehmen Sie die Flüssigkeit vom Feuer. In die­sem Stadium riecht das Ghee wie Popcorn, und kleine Bläs­chen steigen vom Boden auf. Solange das Ghee noch warm ist, sieben Sie es durch ein sauberes Baumwolltuch oder durch einen Kaffeefilter. Gehen Sie dabei mit größter Vorsicht vor, denn das Ghee ist sehr heiß.

Zum Aufbewahren eignet sich ein Keramik- oder Tonge­fäß. Es ist nicht notwendig, die geklärte Butter im Kühl­schrank aufzubewahren. Raumtemperatur reicht völlig aus. Nach dem Abkühlen wird Ghee fest. Wenn Sie es leicht erhitzen, wird es wieder flüssig. Noch etwas ist ganz wichtig: Lassen Sie das Ghee während des gesamten Reifungsprozes­ses nicht unbeaufsichtigt!

 

Gewürze

Im ayurvedischen Ernährungskonzept sind Gewürze sehr wichtig. Sie verleihen den Speisen nicht nur unterschied­liche Geschmacksrichtungen, sondern wirken auch auf unsere Körperchemie: Sie regen den Appetit an, fördern die Verdauung und beeinflussen die Doshas. Wie Sie die wich­tigsten ayurvedischen Gewürze richtig verwenden, erfahren Sie in der Tabelle auf den folgenden drei Seiten.

 

Gewürze und ihre Verwendung

Asafötida (Teufelsdreck)

hat einen starken Geruch, der an Schwefel erinnert. In kleinen Mengen entwickelt es ein köstliches Aroma und wird vor allem an Gemüse oder Linsen gegeben. Es ist krampfstillend und menstruationsfördernd.

Bockshornkleeblätter

geben allen Hülsenfrüchten, Bohnen und vor allem Kartoffeln ein gutes Aroma. Wenn Sie Kartoffeln, grüne Bockshornkleeblätter und Asafötida zusammen kochen, wird ein appetitanre­gendes, mildes Aroma durchs Haus ziehen. Das Gewürz hilft bei Verschleimung der Atemwege.

Cumin (Kreuzkümmel)

wird als Joghurt-Gewürz (zum Beispiel für Lassi) verwendet. Er macht Joghurt verdaulicher und reduziert seine schleim bildende Wirkung. Außerdem wirkt er anregend, harntreibend und verdauungsfördernd.

Cuminsamen

werden zusammen mit Asafötida zum Würzen von Hülsenfrüch­ten und Bohnen verwendet. Blähende Speisen werden mit ihrer Hilfe bekömmlicher.

Garam Masala

ist eine curryähnliche Gewürzmischung aus Pfeffer, Nelken, Zimt, Kardamom, Koriander und Kreuzkümmel. Sie eignet sich zum Würzen von Gemüse und Salaten.

Ingwer

gehört zu den wichtigsten ayurvedischen Gewürzen: Frisch hat er die größte Wirkung, aber auch in Pulverform ist die Wirkung noch gut. Ingwer kann als Gewürz dem Essen beigefügt oder als Tee getrunken werden. Er hilft bei schwachem und nervösem Magen sowie bei Blähungen und Appetitlosigkeit. Ingwertee hilft auch bei Husten und Erkältungen.

Korianderblätter

sind sehr aromatisch und wirken appetitanregend. Sie werden hauptsächlich zur Abrundung bestimmter Gewürzmischungen wie Curry oder Garam Masala verwendet.

Kurkuma

macht Reis und Gemüse goldgelb und hat einen aromatischen, ingwerähnlichen Geruch; sein Geschmack ist leicht bitter. Kurkuma reinigt Magen und Nieren, und es wirkt der Bildung von Gallensteinen entgegen. Es sollte in lichtgeschützten Behältern aufbewahrt werden.

Nelken

geben Reis ein vorzügliches Aroma und vermindern gleichzeitig seine schleimproduzierende Wirkung. Nelken sind außerdem stark keimtötend, magenstärkend und blähungshemmend. Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Blähungen wer­den durch die Beigabe von Nelken gelindert.

Oreganosamen (Ajwain)

machen Weizen verdaulicher, geben Brot und schwer verdauli­chen Gerichten einen feinen Geschmack.

Rosenwasser

gibt dem Trinkwasser einen köstlichen Geschmack und macht es bekömmlicher. Zur Verfeinerung von Süßspeisen oder Lassi kann es ebenfalls verwendet werden. Rosenwasser verleiht Suppen und Saucen eine raffinierte Geschmacksrichtung.

Safran

gibt Reis, Joghurt und Süßspeisen seine charakteristische Farbe und ein angenehmes, süßes Aroma.

Senf-Saat

ist ein scharfes Gewürz, das insbesondere für vegetarische Gerichte und zum Würzen von Gurkensalat verwendet wird. Seine Wirkung ist stark kreislaufanregend.

• Schwarzer Pfeffer, roter oder grüner Kardamom, Nelken, Lorbeerblätter und Zimt

sind in allen Curries enthalten. Diese Gewürzmischung erzeugt Hitze, gibt Energie und regt die Geschmacksknospen sowie die Speicheldrüsen an, mehr Verdauungssäfte zu produzieren, um das Verdauungsfeuer im Magen zu vermehren. Sie aromatisie­ren die Speisen und machen sie bekömmlicher.

• Sesam-Saat

hat einen Geschmack, der an Nüsse erinnert, ist mild und süß in seiner Wirkung. In kleinen Mengen und leicht angeröstet kann er allen Arten von Gemüse beigefügt werden. Sesam-Saat aktiviert und kräftigt die Harnfunktion.

• Stern-Anis

ist vom Geschmack und von seiner Wirkung ähnlich wie Anis oder Fenchel. Er wirkt beruhigend und blähungshemmend; bei Husten hilft er, den Schleim zu lösen. Stern-Anis wird für indi­sche Curry-Gerichte und in chinesischen Speisen verwendet.

• Zimt

hat einen süß-brennenden Geschmack und ein intensives Aroma. Es ist ein feuriges Gewürz, das gut in Lassi, Milchreis, Grießbrei, Obstsuppen, Currysaucen, Obstsalate und Süßspeisen passt. Zimt wirkt anregend bei Müdigkeit und Appetitlosigkeit, in heißen Getränken wirkt es gegen Erkältungen.

Bewegung

Regelmäßige Bewegung ist eine wichtige Maßnahme, um die Verdauungskraft auf natürliche Weise zu unterstützen. Dazu zählen regelmäßige Spaziergänge ebenso wie die Ausübung körperfreundlicher, typgerechter Sportarten.

Erholsamer Schlaf

Entspannung als Stärkungsmittel für die Verdauung ist ebenfalls wichtig. Dazu gehört ausreichender Schlaf und das Zubettgehen gegen 22.00 Uhr. Nach der Lehre des Ayurveda liegt die Hauptzeit der Regeneration von Verdau­ungsorganen und »geistiger Verdauung« zwischen 22.00 und 2.00 Uhr nachts.

Ein geordneter Tagesablauf und regelmäßige Entspannungs­übungen wie Meditation oder andere Verfahren sind weitere wichtige Maßnahmen, die die Verdauungskraft positiv be­einflussen.

Fasten kann angezeigt sein, wenn im Organismus schwere Ama-Zustände herrschen oder wenn es die Behandlung einer chronischen Krankheit erforderlich macht. Eine Fastenkur sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht durch­geführt werden. Bis auf diese zwei Ausnahmen lehnt der Ayurveda aber längeres Fasten ab, da der fortgesetzte Ent­zug von Nahrung vom Körper als Bedrohung der Lebens­energie empfunden wird. Kürzeres Fasten (je nach Dosha-Typ und nach ärztlicher Absprache) in regelmäßigen Abständen (wöchentlich oder alle zwei Monate) wird dage­gen als sehr wohltuend erachtet. Das Verdauungssystem erhält dadurch die Möglichkeit, sich zu regenerieren, ohne dass Mangelzustände in Körpergeweben oder emotionale Überreaktionen auftreten. Wenn Vata-Störungen vorliegen, ist von Fasten ganz abzuraten.

 

Körperreinigung durch Panchakarma

Nach der Diagnose erfolgt die Behandlung in drei Phasen, bei der das »Panchakarma«, die Reinigungstherapie, im Vor­dergrund steht: Fein aufeinander abgestimmte Reinigungs­verfahren lösen Stoffwechselabbauprodukte, unverdaute Nahrungsbestandteile und umweltbedingte Gifte sanft und wirkungsvoll aus den Geweben und schleusen sie aus dem Organismus. Diese Abfallstoffe des Körpers entstehen durch eine zu schwache Verdauung im Magen-Darm-Trakt oder im Stoffwechsel der Zellen und Gewebe. Der Ayurveda nennt die Abfallprodukte »Ama«, was so viel wie »unreif« oder »unverdaut« heißt. Gärungs- oder Fäulnisprodukte im Darm beispielsweise bezeichnet der Ayurveda als Ama. Wird auf­grund mangelnder Verdauung Ama produziert, so verstopft es die inneren Kanäle, ähnlich wie Rohre durch Kalkan­sammlung langsam verstopfen. Die Verschlackung des Körpers gilt als eine der Hauptursachen für Krankheiten, allgemeines Unwohlsein und eingeschränktes Leistungsver­mögen. Ama wird aber auch auf psychischer Ebene gebil­det, als Folge »unverdauter« (unverarbeiteter) Gefühle, bela­stender Lebenserfahrungen und ungelöster Konflikte. Eine Panchakarma-Kur gliedert sich in mehrere, aufeinan­der aufbauende Abschnitte. Diese richten sich nach dem jeweiligen Konstitutionstyp und dem Gesundheitszustand. Insgesamt werden drei Kurphasen unterschieden:

Die Vorbehandlung

In dieser Phase werden die Doshas mobilisiert, damit sich Ama (Stoffwechselschlacken und Krankheitsstoffe) im Körper löst. Zur Mobilisierung verwendet der Ayurveda ölige Sub­stanzen, die zunächst innerlich zusammen mit einer leicht verdaulichen Diät verabreicht werden. Dabei nimmt der Pa­tient morgens entsprechend seinem Therapieplan gereinigtes Butterfett (Ghee) oder ein anderes ölendes Nahrungsmittel ein, die übrigen Mahlzeiten sind fettfrei. Nach ayurvedischen Überlieferungen dringt das Butterfett in die Zellen des Kör­pers ein und löst dort die Stoffwechselablagerungen heraus. Nach drei bis vier Diättagen und »innerer Ölung« wird ein ayurvedisches Abführmittel (Virechana) verabreicht. Es soll den Organismus von Ama befreien, das sich in dieser Zeit gelöst und im Verdauungstrakt angesammelt hat. Danach ist ein Ruhetag vorgesehen, an dem sich der Patient körperlich und seelisch auf ein neues Gleichgewicht einstellen kann.

Die Hauptbehandlung

Die anschließende Intensivbehandlung dient der vollständi­gen Ausscheidung von Schlackenstoffen durch eine Reihe ver­schiedener Anwendungsverfahren. Dabei werden wiederum hauptsächlich ölige Substanzen verwendet, diesmal aber vorwiegend äußerlich: Der Patient wird mit medizinischen Ölen massiert, was den Stoffwech­sel in der Muskulatur und im Bindegewebe aktiviert. Im Anschluss daran folgt eine Wärmebehandlung in einem Kräuterdampfbad, das die Sekretion von Haut und Schleim­häuten anregt.

Sämtliche Maßnahmen sind äußerst angenehm und wohltu­end, da schon während der Behandlungen gleichgewichts­fördernde Reize ausgelöst werden. So zählen beispielsweise die Massagen zu den schönsten Erlebnissen überhaupt: Sämtliche Handgriffe werden von zwei Therapeuten gleichzeitig ausgeführt. Außerdem stellt sich auch eine innere Reinigung »im Kopf« ein: Belastende Gedanken, Sorgen und Ängste verlieren an Bedeutung und lösen sich schließlich ganz auf, so dass sich schon während der Behandlungen ein umfassendes Ent­spannungsgefühl einstellt. Es sind also nicht nur die Maß­nahmen selbst, die Heilungsprozesse in Gang setzen. Auch die intensive und achtsame therapeutische Betreuung trägt dazu bei, dass Heilung im ganzheitlichen Sinne stattfindet.

Die Nachbehandlung

Die Nachbehandlungsphase beinhaltet eine ärztliche Abschlussuntersuchung. Bei ihr wird der Gesundheitszustand nach der Behandlung gründlich überprüft und mit dem vor­herigen Zustand verglichen. Außerdem erhält jeder Patient eine eingehende, seinem Konstitutionstyp entsprechende Gesundheits- und Ernährungsberatung für den Alltag. In dieser Phase erfolgt auch wieder die langsame Anpassung an die normale, typgerechte Ernährung.

 Einzelbehandlungen der Panchakarma-Kur

Abhyanga – »Liebende Hände«

Es handelt sich dabei um eine sanfte Ganzkörpermassage, die von zwei Therapeuten gleichzeitig ausgeführt wird. Es werden dabei ganz bestimmte medizinische Öle verwendet, die vom Ayurveda traditionell vorgeschrieben werden. Die 30 bis 60 Minuten andau­ernde Ölmassage wirkt intensiv entspannend und beruhigend.

Basti – Öl- und Kräutereinläufe

Einlaufe gehören im Rahmen einer Panchakarma-Kur zu den wichtigsten Anwendungen, um die aus dem Gleichgewicht gera­tenen Darmfunktionen wieder zu normalisieren. Während Einlaufe auf Ölbasis die Darmfunktion und das Vata im Körper beruhigen, regen wässrig-ölige Einlaufe mit bestimmten Pflanzenextrakten den Darm an, damit die Stoffwechselschlacken ausgeleitet werden können.

Carshan – die Trockenmassage

Bei dieser Ganzkörpermassage tragen die Therapeuten Hand­schuhe aus Rohseide. Diese Massageform aktiviert das Lymphsy­stem und den Kreislauf. Sie wird insbesondere für Kapha-Typen empfohlen.

Pindasveda – Massage mit zwölf Händen

Dies ist eine sehr aufwendige, dafür aber auch höchst entspan­nende Ganzkörpermassage: Warme Kräuterreis-Packungen und medizinische Öle werden von sechs Therapeuten gleichzeitig in die Haut gerieben. Pindasveda-Massagen finden besonders bei Nerven- und Muskellähmungen Anwendung.

Pizzichilli — die »königliche Therapie«

Bei dieser sehr angenehmen Anwendung wird eine Ganzkörper-Ölmassage mit einer Wärmebehandlung kombiniert: Etwa eine Stunde lang fließt warmes Sesamöl über den Körper und wird von zwei Masseuren mit synchronen Handgriffen einmassiert. Die Kombination von Wärme und Berührungsreizen regt den Stoffwechsel von Haut und Organen intensiv an und bewirkt eine optimale Tiefenentspannung.

Shirodhara – der warme Ölguss

Hier fließt ein steter, körperwarm temperierter Ölstrahl nach einem festgelegten Muster über die Stirn. Die Behandlung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten, und ihre Wirkung ist sehr umfassend: Das vegetative Nervensystem wird beruhigt, so dass viele stressbedingte Befindlichkeitsstörungen wie Nervosität, Schlafstörungen oder vegetative Dystonie behoben werden können.

Svedana – das Kräuterdampfbad

Neben den vorher genannten Behandlungen mit Öl spielen bei den ayurvedischen Reinigungskuren Wärmeanwendungen eine wichtige Rolle. Die Behandlung mit Wärme wird meist im Anschluss an eine Ganzkörpermassage durchgeführt. Die Wärme kann, je nach Konstitutionstyp und Gesundheitszustand, trocken oder feucht sein. Die starke Durchwärmung des Körpers sorgt dafür, dass die gelösten Giftstoffe vom Blut abtransportiert und teilweise ausgeschwitzt werden. Während der traditionellen Wärmebehandlung bleibt der Kopf frei und wird ständig durch nasse Tücher gekühlt.

Udvarthana – die Reibungsmassage

Auch bei dieser Behandlung wird der ganze Körper mit gleichzeitig ausgeführten Handgriffen massiert, diesmal jedoch ohne gleitendes Massageöl, sondern mit einem Brei aus Getreide, Öl und Kräutern. Durch diese Kräuterpaste entsteht beim Massieren eine intensive Reibung, die den Zell- und Organstoffwechsel sowie den Kreislauf anregt. Sie hat eine stark entgiftende Wirkung, weshalb sie insbe­sondere bei Patienten angewandt wird, deren Doshas durch Ama-Ablagerungen stark aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Vishesh – Massage mit stärkerem Druck

Bei dieser Anwendung werden die Patienten ebenfalls von zwei Therapeuten mit gleichzeitig ausgeführten Handgriffen massiert, jedoch mit stärkerer Druckausübung. Die intensiveren Grifftechni­ken bewirken, dass auch in tieferen Gewebeschichten eine Anregung der Blut- und Lymphzirkulation stattfindet, und so Ama (die Stoff­wechselschlacken und sonstigen Gifte) besser abtransportiert wird.

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Spezial-Anwendungen der Panchakarma-Kur

Nasya – Die Nasenbehandlung

Diese sehr spezielle, aufwendige Therapie wird insbesondere bei Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen (zum Beispiel chronische Nasennebenhöhlenverstopfung, Mittelohrentzündung), aber auch bei Spannungskopfschmerzen und Migräne sowie bei Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich angewandt. Die Anwendung kann nur von einem darin ausgebildeten Therapeu­ten durchgeführt werden, da sie aus einer sehr komplexen Abfolge fein aufeinander abgestimmter Behandlungsschritte besteht.

Netra Tarpana – Die Augenbehandlung

Dabei handelt es sich um eine Anwendung mit ayurvedischen Ölen und Heilkräutern zur lokalen Behandlung von chronischen und akuten Erkrankungen der Augen.

Shirobasti – Der Kopfeinlauf

Darunter ist ein warmes Ölbad für den Kopfbereich zu verstehen, das sehr tiefgreifende Wirkungen bei schweren neurologischen Erkrankungen entfaltet. Diese Anwendung wird beispielsweise als Rehabilitationsmaßnahme nach einem Schlaganfall durchgeführt.

Zehn ayurvedische Ernährungsregeln

Die folgenden Ratschläge sind allgemeine Empfehlungen für Ihre täglichen Mahlzeiten. Sie gelten daher für alle Konstitutionstypen:

1. Essen Sie in Stille, in ruhiger und angenehmer Atmosphäre. Richten Sie Ihr Bewusstsein auf das, was Sie essen. Vermeiden Sie es deshalb, während der Mahlzeiten zu arbeiten, zu lesen oder fernzusehen. Außerdem sollten Sie beim Essen sitzen.

2. Legen Sie immer Wert auf schmackhaftes Essen. Vergessen Sie nicht, dass Ihre Augen auch mitessen.

3.Versuchen Sie, möglichst jeden Tag zu den gleichen Zeiten zu essen, aber vermeiden Sie jede Hektik. Kauen Sie die Nahrung ausgiebig. Essen Sie nur drei Viertel Ihrer Sättigungsmenge. Sie sollten Ihre Mahlzeit beenden, wenn Sie satt, aber nicht übersät­tigt sind.

4. Lassen Sie etwa drei bis sechs Stunden zwischen den Mahlzei­ten vergehen, denn in dieser Zeitspanne ist die Nahrung völlig verdaut. Wenn Sie wieder großen Hunger, also nicht nur Appetit verspüren, ist dies ein sicheres Zeichen, dass Ihr Körper erneut nach Nahrung verlangt. Verspüren Sie jedoch keinen Hunger, soll­ten Sie sich keinesfalls zum Essen zwingen.

5. Wasser können Sie schluckweise zum Essen trinken. Andere Getränke, noch dazu, wenn sie eiskalt sind, schwächen Ihre Ver­dauungskraft. Ideal ist es, wenn Sie zu den Mahlzeiten heißes Wasser, eventuell mit ein wenig Ingwer, trinken.

6. Verwenden Sie vorwiegend frische Produkte aus heimischen Regionen. Bei Gesunden sollten ungefähr drei Viertel der Nahrung warm und frisch zubereitet werden, etwa ein Viertel kann aus kal­ter Nahrung wie Salaten bestehen. Durch Hitze aufgeschlossene Nahrung ist leichter zu verdauen als kalte, ungekochte. Eine warme Mahlzeit ist dann am bekömmlichsten, wenn sie außerdem noch gewürzt ist und etwas Fett (Ghee) enthält. Aufgewärmtes Essen sollten Sie dagegen nach Möglichkeit meiden.

7. Der sicherste Weg, sich richtig zu ernähren, ist das Vertrauen in den eigenen Körper. Durch sein Verlangen drückt er aus, was er braucht, um das Gleichgewicht in einem bestimmten Augen­blick zu erreichen. Falsche, ungesunde Gewohnheiten oder ein bestehendes Ungleichgewicht der Doshas erzeugen allerdings auch falsche Wünsche. Überprüfen Sie daher Ihre Ernährungs­gewohnheiten und versuchen Sie, die ayurvedischen Richtlinien in Ihren Alltag zu integrieren.

[amazon asin=3424630381&template=image]8. Meiden Sie abends Sauermilchprodukte, tierisches Eiweiß und Rohkost, da all dies schwer verdaulich ist. Zudem brennt Ihr Ver­dauungsfeuer abends auf Sparflamme.

9. Die Hauptmahlzeit sollten Sie möglichst immer mittags einneh­men, da Ihre Verdauungskraft zwischen 12.00 und 13.00 Uhr am stärksten ist. Abends sollten Sie dagegen nur leichte Kost essen.

10.  Nach dem Essen sollten Sie sich auf jeden Fall immer ein paar Minuten Ruhe und Entspannung gönnen, bevor Sie sich wieder Ihren Tätigkeiten widmen.

Die ayurvedische Konstitutionslehre

Als Motto für den Ayurveda könnten die gleichen Worte gelten, die über dem Eingang zum delphischen Orakel zu lesen waren: »Erkenne dich selbst! « Als Lebensphilosophie fordert der Ayurveda Sie auf, Ihrem eigenen Wesen auf die Spur zu kommen und Ihren Alltag in größtmöglicher Bewusstheit zu leben.

Das Wissen um unser Selbst

Um vollkommene Gesundheit zu erlangen, muss man zuerst erkennen, wie die eigene Natur beschaffen ist. Dazu müssen Sie aber weder ein Psychologe noch ein Philosoph sein, sondern lediglich ein aufmerksamer Beobachter Ihrer selbst. Um Ihrem Wesen ein Stück näher zu kommen, sollten Sie sich mit der ayurvedischen Konstitutionslehre befassen. Der Ayurveda stellt uns dafür umfangreiches, jahrtausendealtes Wissen über die Natur des Menschen bereit, das auch heute noch Weisheit und Gültigkeit besitzt.

Die Kenntnis unseres Konstitutionstyps

Die genaue Kenntnis der Konstitution dient dem Ayurveda zu folgenden Zwecken:
• Durch die Kenntnis des eigenen Konstitutionstyps kann eine genaue Diagnose körperlicher und geistig-seelischer Stärken wie Schwächen erstellt werden. Dies wiederum eröffnet die Möglichkeit, die Gesundheit durch entsprechende Maßnahmen dauerhaft und frühzeitig zu stärken, denn aus ayurvedischer Sicht entstehen Krankheiten nicht von heute auf morgen. Sie sind vielmehr die Summe jahrelanger falscher Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, negativer Denkmuster oder seelischer Überreaktionen. Dem Entstehen von Krankheiten und Beschwerden sollten Sie mit spezifischen Maßnahmen so früh wie möglich vorbeugen.
• Jeder Typ neigt zu ganz bestimmten Beschwerden und ist nicht für alle Krankheiten gleichermaßen anfällig. Da ein typgerechtes Vorbeugen auf individuelle Dispositionen ausgerichtet ist, können Sie Ihre eigene Konstitution gezielt stärken, so dass Krankheiten erst gar nicht entstehen.
Ist eine Krankheit ausgebrochen, so erlaubt die Kenntnis des Konstitutionstyps gezielte, individuelle Behandlungsmaßnahmen. Der Ayurveda kennt keine Einheitsbehandlung, denn ein und dieselbe Erkrankung – zum Beispiel Rheuma – erfordert für jeden Konstitutionstyp eine andere therapeutische Vorgehensweise, um einen Heilerfolg herbeiführen zu können.
Daneben hat das Wissen um die eigene Konstitution einen sehr großen persönlichen Wert: Es verhilft Ihnen zu mehr Selbstachtung und schenkt Ihnen einen hohes Maß an Selbstvertrauen. Indem Sie Ihre Schwachpunkte kennenlernen, werden Sie gleichzeitig dazu angehalten, Wege des Ausgleichs einzuschlagen. Die Kenntnis Ihrer Stärken wiederum gibt Ihnen Mut, Ihre Potentiale zur höchsten Vollkommenheit zu entfalten. Außerdem werden Sie verstehen lernen, warum Sie in bestimmten Situationen oder auf bestimmte Menschen und Dinge genau so und nicht anders reagieren. Das macht Sie von den Meinungen anderer unabhängiger – mit der positiven Folge, dass Sie nicht einem Idealbild entsprechen müssen. Sie lernen, Sie selbst zu sein.

Ayurveda für Einsteiger: Ernährung, Gesundheitspflege, Selbstbehandlung

Die Lehre von den Tridoshas

Grundlage der ayurvedischen Konstitutionsbestimmung ist die Lehre von den Tridoshas. Vata, Pitta und Kapha sind Lebenskräfte, die in jedem Menschen wirken und seine individuelle Natur formen. Sie bestimmen
• das äußere Erscheinungsbild,
• den Aufbau und die Funktionsweise der inneren Organe,
• die Art der intellektuellen Fähigkeiten sowie
• das persönliche Seelenmuster.
Alle drei Kräfte sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und in ihrer Mischung verschieden. Je nachdem, welches Dosha bei Ihnen vorherrscht, sind Sie also ein Vata-, Pitta- oder Kapha-Typ. Da die Reinform eines Typs aller-dings selten vorkommt, unterscheidet der Ayurveda noch sieben weitere Typen, bei denen zwei oder auch alle drei Doshas dominieren:
• Vata-Pitta oder Pitta-Vata,
• Pitta-Kapha oder Kapha-Pitta,• Kapha-Vata oder Vata-Kapha und
• Vata-Pitta-Kapha.

Die typgerechte ayurvedische Ernährung für den Pitta-Typ

Der Pitta-Typ

Das Pitta-Dosha ist heiß, weshalb Menschen mit dieser Konstitution im Sommer hauptsächlich kühle, erfrischende Speisen zu sich nehmen sollten. Alles, was den Körper zusätzlich erhitzt, wie Salz, Öl und stark Gewürztes, ist in der warmen Jahreszeit zu reduzieren oder ganz zu meiden, rät die ayurvedische Ernährungslehre. Außerdem ist es für diesen Typ sehr wichtig, dass die Geschmacksrichtungen bitter und herb im täglichen Speise­plan vorkommen. So kann der meist gesegnete Appetit des Pitta-Menschen etwas gezügelt werden. Wenn Sie .beispiels­weise öfter mal »Grünzeug« essen, schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Salate enthalten die beiden Pitta-ausgleichenden Räsas; gleichzeitig hat Salat die Eigenschaf­ten kalt und leicht.

Gewürzpulvermischungen und Gewürztees gibt es auch für den Pitta-Typ. Beides wirkt ausgleichend auf allzu starke feurige Tendenzen. Ach­ten Sie außerdem darauf, dass Sie immer regelmäßig essen und keine Mahlzeit ausfallen lassen.

Ayurveda Ernährung für den Pitta-Typ

Lebensmittel, die das Pitta-Dosha verringern und deshalb empfehlenswert sind:

Ayurveda-Küche: schnell und umkompliziert

• Gemüse und Salate: Spargel, Brokkoli, Rosenkohl, Rot- und Weißkohl, Stangensellerie, Gurken, grüne Bohnen, grünes Blattgemüse, grüner Salat, Chicorée, Pilze, Okra, Kartoffeln, Sprossen, Paprika, Zucchini, Avocados

• Obst: Äpfel, Ananas, Süßkirschen, Kokosnuss, Feigen, Trauben, Mangos, Melonen, Birnen, Pflaumen, Trocken­pflaumen, Rosinen. Alle Früchte sollten reif und süß sein.

• Getreide: Gerste, Hafer, Weizen, weißer Reis (Basmati) .

• Milchprodukte: ungesalzene Butter, Ghee, Hüttenkäse, Eis, Milch

• Hülsenfrüchte: grüne Bohnen, frische Erbsen, Mungobohnen, Kichererbsen, Tofu und andere Sojaprodukte

• Öle und Fette: Kokosnussöl, Olivenöl, Sojaöl, Sonnenblumen­öl, Ghee

• Fleisch und Eier: Geflügel, Fasan, Hase, Wild, das Weiße vom Ei

• Nüsse und Samen: Kokosnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbissamen

• Süßmittel: alle Süßmittel, außer Honig und Melasse

• Kräuter und Gewürze: Im Allgemeinen sind Gewürze zu meiden, da sie den Körper zu sehr erhitzen. In geringen Mengen erlaubt sind Kardamom, grüner Koriander, Zimt, Dill, Fenchel, Minze, Safran, Gelbwurz (Kurkuma), Ingwer und schwarzer Pfeffer.

Lebensmittel, die das Pitta-Dosha verstärken und deshalb in der ayurvedischen Ernährungslehre reduziert werden sollten:

• Gemüse und Salate: rote Bete, Karotten, Auberginen, Rettich, Radieschen, Tomaten, scharfe Paprika, Spinat

• Obst: alle sauren Früchte, wie saure Äpfel, Pflaumen, Orangen, Grapefruits, Zitronen, Sauerkirschen, Preiselbeeren, Papayas, Pfirsiche, Khakis

• Getreide: Hirse, Mais, Buchweizen, Roggen, brauner Reis

• Milchprodukte: alle Sauermilchprodukte wie Joghurt, Quark, Käse, Sauerrahm, Buttermilch

• Hülsenfrüchte: Linsen (außer als Suppe), rote Linsen

• Öle und Fette: Mandelöl, Sesamöl, Maisöl

• Fleisch und Eier: rotes Fleisch wie Rind- und Schweinefleisch, alle Meerestiere, Eidotter

• Nüsse und Samen: Sesamsamen, Cashewnüsse

• Kräuter und Gewürze: alle wärmenden, scharfen Gewürze, wie Cayennepfeffer, Chilis, Senfkörner, Zwiebeln und Knoblauch

• Gemüse und Obst helfen, das Pitta-Dosha zu dämpfen.