Psychosomatische Aspekte von Mykosen

 

Die Grenzorgane Haut, Darm und Lunge

Unter dem Begriff Grenzorgane versteht man jene Organe, die das Innere des Organismus gegenüber der Außenwelt ab­grenzen, mit der Außenwelt in ständiger Berührung stehen und Stoffe sowie Informationen mit ihr austauschen. Am deutlichsten zeigt sich diese Abgrenzungsfunktion bei der Haut. Bei den Atemwegen und beim Darm sind sie nicht so offensichtlich, aber auch diese Organbereiche haben klare Grenzfunktionen. In den von feinen Blutkapillaren umgebe­nen Lungenbläschen (Alveolen) tritt der Sauerstoff der einge­atmeten Außenluft durch die alveoläre Membran ins Blut über, und das kohlendioxidreiche Blut gibt in entgegengesetz­ter Richtung das C02 an die luftgefüllten Lungenbläschen bei der Ausatmung ab. Die Darminnenwand grenzt mit ihrer welligen, zottenbe­setzten Struktur den Darminhalt gegenüber dem Körperinne­ren ab. In der Darmwand erfolgt der Stofftransfer über den mikroskopisch feinen Zottensaum in das daran anschließende Gefäßsystem von Blutgefäßen und Lymphbahnen.

Psychosomatische Redewendungen

Diese drei Organe Haut, Darm und Lunge haben – im übertra­genen Sinne – mit Innen und Außen zu tun, müssen sich mit den Reizen aus der Umwelt auseinandersetzen und reagieren darauf. Reize in diesem Zusammenhang sind aber nicht nur stofflicher Natur, sondern auch emotionaler und psychischer Art. Alles, was von außen auf uns einströmt, tritt in Wechsel­wirkung mit unseren Grenzorganen. Da unsere Sprache selbst psychosomatisch ist, finden wir in Redewendungen zahlrei­che Hinweise auf die Zusammenhänge zwischen oftmals be­lastenden Außenweltreizen und den Grenzorganen Haut, Lun­ge und Darm. So könnte man »vor Wut aus der Haut fahren«. Wut, Erre­gung oder Angst »schnüren einem so die Luft ab«, dass man »sich vor Angst in die Hosen macht«. Ist der Stress vorbei, dann »kann man wieder aufatmen« und »fühlt sich wohl in seiner Haut«.

Die Grenzorgane in der Traditionellen Chinesischen Medizin Die Traditionelle Chinesische Medizin weiß seit langem um den Zusammenhang zwischen den Grenzorganen Darm, Haut und Lunge. In ihrem Medizinbild bilden Lunge und Dick­darm ein unmittelbar verflochtenes, eng kooperierendes funk­tionelles Gespann, zu dem auch die Haut als körperliches Substrat zählt. Man weiß, dass pathogene Reize substantieller, emotionaler und spiritueller Art von der Oberfläche in die Tiefe dringen, wenn sie an der Oberfläche des Körpers nicht abgewehrt werden. Um dieses Eindringen von krankmachen­den Einflüssen zu verhindern, verfügt der Organismus nach chinesischer Anschauung über eine besondere Form von nicht-substantieller Abwehrenergie, die man sich unter der Haut fließend vorstellt und die dafür sorgt, dass der Mensch gegenüber seinen Umweltreizen nicht zu durchlässig wird. Die Wurzel dieser sogenannten »Wehrenergie« ist wiederum die »Mitte«. Ist diese Mitte schwach, so fließt auch die Wehr­energie spärlich, der Mensch kann äußeren Störgrößen sub­stantieller, und emotionaler Art nicht geschlossen genug ge­genübertreten.

Durchlässigkeit und Abgrenzung

Der kleine fernöstliche Exkurs veranschaulicht, dass unsere Grenzorgane zentral mit der Qualität unserer »Mitte«, die wir als Pischingers regulatives Grundsystem kennengelernt haben und dem Problem der Durchlässigkeit in Zusammenhang ste­hen. Der Gegenpol der Durchlässigkeit ist die Abgrenzung mit der Fähigkeit, Außenwelteinflüsse auf gesunde Distanz zu halten. Im täglichen Leben die richtige Distanz zu wahren, ist nicht leicht. Allzu oft werden die
persönlichen Grenzen über­schritten, wobei es mit Blick auf die Eigeninteressen ange­zeigt sein könnte, diese Grenzen neu und deutlich zu ziehen. Dazu gehören Konfliktbereitschaft und die Fähigkeit, »NEIN« zu sagen. Dieses kleine, jedoch so wichtige Wort mit der nöti­gen Entschlossenheit anzusprechen, fällt häufig schwer. Vie­les, was davon abhält, »nein« zu sagen, hängt mit der Sorge um die Reaktion des Gegenübers zusammen. So erhofft man sich von der eigenen Offenheit gegenüber den Wünschen und Bedürfnissen des Gegenübers Anerkennung, Zuneigung, Lie­be, materielle Vorteile, existentielle Sicherheit oder einfach nur Ruhe. Allerdings bleibt es nicht aus, dass diese Offenheit für andere Rückwirkungen auf die eigenen Kräfte hat. Da Menschen sehr feine Antennen für Personen mit Abgren­zungsproblemen haben, geraten letztere nach dem Gesetz der Resonanz immer öfter in Situationen, in denen Forderungen, Wünsche und Ansprüche anderer so hautnah an sie herange­tragen werden, dass es ihnen fast die Luft nimmt und ihnen der Gedanke daran Bauchweh bereitet, weil ihnen die zusätzliche Belastung im Magen liegt. Aber es liegt einem ja am Herzen, den anderen nicht vor den Kopf zu stoßen – er könnte aller­gisch reagieren. Je besser sich das Abgrenzungsvermögen entwickelt, desto leichter wird die Begegnung mit Menschen, die diese Fähigkeit herausfordern.

Abgrenzungsprobleme führen zu einer erhöhten Stressbela­stung und begünstigen bereits dadurch Infektionskrankheiten. Doch diese Erklärung alleine genügt aus psychosomatischer Sicht nicht. Hier hilft das sogenannte analoge Denkmodell weiter, demzufolge ein Vorgang auf der emotionalen Ebene in bestimmten Organbereichen zu einer korrespondierenden, ähnlichen oder analogen Reaktion führt. In unserem Thema hieße das, dass sich eine emotionale Abgrenzungsproblematik in den Grenzorganen Haut, Lunge und Darmtrakt spiegeln müsse, also zum Beispiel durch Hautreaktionen, erhöhte Infektanfälligkeit und geringeres Abwehrvermögen gegenüber Darmschmarotzern. Es ist bei der psychosomatischen Be­trachtung nicht nur bildhafter, sondern auch sinnvoller, den Pilz als »Schmarotzer« zu bezeichnen – in Analogie zur Abgrenzungsproblematik des täglichen Lebens.

Angst und Aggression

Aggression ist in der Psychosomatik und in der Psychologie keinesfalls ein nur negativ befrachteter Begriff. Die wörtliche Übersetzung des lateinischen Verbs »aggredi« lautet »auf je­manden zugehen«. Jemandem gegenüberzutreten und eigene Bedürfnisse, Wünsche und Forderungen zu artikulieren, sind Grundvoraussetzungen für Leben und Überleben. Oft richtet sich diese Aggressionsenergie jedoch nicht in gesunder und adäquater Form nach außen, sondern nach innen, gegen das Individuum selbst. Die Psychosomatik bringt deshalb auch al­lergische Erkrankungen mit dem großen Thema der fehlgelei­teten Aggressionen in Verbindung. Wenn man sich das kom­plexe und hochleistungsfähige Immunsystem vor Augen führt, wie es seine gesamte Abwehrkraft auf eine harmlose, nicht pathogene Substanz wie eine Birkenpolle richtet, dann offenbart sich der aggressive Charakter des allergischen Pro­zesses. Es gibt jedoch noch sehr viel aggressivere Immunre­aktionen im Körper. Sie nehmen dann einen dramatischen Verlauf, wenn das Immunsystem sogar eigenes Körpergewebe als feindlich einordnet und seine Abwehrkraft gegen den ei­genen Körper richtet. Zu diesen sogenannten »Autoimmuner­krankungen« zählen zum Beispiel die Multiple Sklerose, der jugendliche Diabetes und zahlreiche Erkrankungen des rheu­matischen Formenkreises.

Aggression ist eine sehr wichtige Größe für die eigene Ge­sundheit; ein Zuviel davon ist ebenso schädlich wie ein Zuwe­nig davon. Es geht um das Erlernen der Fähigkeit, auf andere selbstbewusst zugehen zu können und seine Bedürfnisse zu formulieren. Ebenso selbstbewusst und ruhig sollte man den Forderungen und Bedürfnissen anderer entgegensehen kön­nen, ohne dabei selbst mit überschnellen oder übersteigerten und oft unnötigen Abwehrmanövern zu reagieren, die die Ge­sprächsebene unnötig belasten.

Selbstbewusst zu sein heißt in diesem Zusammenhang, dass man sich stets seines Wertes als Persönlichkeit bewusst ist und um seinen Selbstwert weiß. Dieses Selbstwertgefühl macht unabhängiger von anderen, von ihrer Meinung und inneren Haltung uns selbst gegenüber. Es hilft dabei, diese anderen Meinungen zwar zu respektieren, sie jedoch nicht zur eigenen Maxime oder Verhaltensmaßgabe zu machen.

Sind Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl noch nicht stark genug entwickelt, dann ist auch die Orientierung nach ande­ren Meinungen, Wünschen und Vorstellungen stärker ausge­prägt, denn die Anerkennung durch andere ist wichtig. Nimmt der Wunsch, anerkannt, angenommen und gemocht zu wer­den, einen sehr hohen Stellenwert im eigenen Leben ein, dann besteht auch Angst um Verlust an Sympathie und positive Re­sonanz. Es wird schwer, dem Gegenüber – Chef(in), Partner(in), Freund(in), oder Kollegenkreis – etwas abzu­schlagen. Die Sorge um Sympathieverlust, soziale Gemein­schaft oder Liebe lassen die eigenen Bedürfnisse in den Hin­tergrund treten. Abgrenzung wird immer problematischer, wenn die mangelnde Entschlusskraft zum selbstbewussten Schritt auf den anderen zu von der Angst vor dessen Reaktion begleitet wird. So geht es im Kern bei den Abgrenzungspro­blemen sowohl um die Wertschätzung der eigenen Persönlich­keit als auch um die Achtung des anderen. Sind diese Qualitä­ten entwickelt, lösen sich manipulative Mechanismen, Min­derwertigkeitsgefühle, Machtansprüche und übersteigerte Selbstdarstellung von selbst auf.

Oft kann man feststellen, dass Mykosepatienten tatsächlich unter Abgrenzungsproblemen leiden. Auch Ängste, erhöhte Anpassungsbereitschaft und Konfliktscheu sind weit verbrei­tet. Die häufig mit Mykosen vergesellschafteten allergischen Begleiterkrankungen der Grenzorgane Haut, Darmtrakt und Atemwege erscheinen vor dem Hintergrund des Umgangs mit der eigenen Aggressionsenergie in einem anderen Licht. Oft besteht erheblicher Überforderungsstress und eine anspruchs­volle Haltung der privaten oder beruflichen Umwelt, so dass für die Betroffenen kaum ausreichender, persönlicher Frei­raum für die eigenen Bedürfnisse bleibt.

Therapeutische Möglichkeiten

Die therapeutischen Maßnahmen zielen auf den Bewusstwerdungsprozess. Erst durch das Bewusstwerden des eigenen Ver­haltensmusters und der Schwachstellen können Schritte zur Veränderung eingeleitet werden. Die nach unserer Erfahrung erfolgreichste Therapieform ist eine Kombination von Klassi­scher Einzelmittelhomöopathie mit Hochpotenzen, Bach-Blüten-Therapie, Psychokinesiologie und Gesprächstherapie. Ei­ne hervorragende Unterstützung dazu ist das Autogene Trai­ning (AT), das wir im nächsten Kapitel etwas ausführlicher darstellen. Mit Hilfe des Autogenen Trainings hat der Patient die Möglichkeit, sein eigenes psycho-mentales »Programm«, also seine Verhaltensstruktur nach eigenen Zielsetzungen um­zugestalten. Dieser Aspekt der Behandlung stellt mit Abstand den wichtigsten dar, denn Abgrenzungsprobleme, Konflikt­scheu und Ängste sind die wichtigsten emotionalen, psychischen und mentalen Wegbereiter für eine Mykose.

Wie entstehen Pilzerkrankungen?

Pilze kommen überall vor; doch dies ist kein Grund zur Panik: Nur ganz bestimmte Pilzarten können Krankheiten verursachen, und dabei spielen die Abwehrkräfte des Körpers eine wichtige Rolle, die Ernährung – und nicht zuletzt die Frage, ob die Pilze eine Umgebung finden, in der sie sich stark vermehren können. Hier erfahren Sie mehr über schädliche Pilze, das Immunsystem, mögliche Ansteckungs­wege und die Entstehung der verbreiteten Fuß- und Nagelpilz-Krankheiten.

Welche Rolle spielt das Immunsystem?

Unsere Umwelt enthält eine große Zahl von feindlichen Mikroorganis­men. Pilze, aber auch Viren, Bakte­rien und Parasiten warten nur dar­auf, in den menschlichen Organis­mus einzudringen und ihn zu infizieren. Dass wir dennoch relativ selten erkranken, haben wir unserem Immunsystem zu verdanken, das seine Feinde normaler­weise wirkungsvoll bekämpft. Die Haut bildet dabei eine recht wirksame Schutzbarriere mit dem keimtöten­den Sekret ihrer Talgdrüsen.

Doch die vielen Körperöffnungen sind Schwachstel­len des Organismus: Schädliche Fremdkörper, Antigene genannt, können über Mund, Nase, Geschlechtsöffnun­gen oder Hautverletzungen eindringen und Krankheiten auslösen. Ein Teil dieser Antigene wird durch Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit oder die Flimmerhärchen der Schleimhäute gleich wieder aus dem Körper befördert oder durch chemische Inhaltsstoffe der Magensäfte ab­getötet.

Wie funktioniert das Immunsystem?

Es ist Aufgabe des Immunsystems, die trotz der Schutz­barrieren in den Organismus gelangten feindlichen Zel­len unschädlich zu machen. Die weißen Blutkörperchen als seine „Gesundheitspolizei” setzen sich größtenteils zusammen aus Lymphozyten und Fresszellen (Phago­zyten). Meist kreisen sie in Blut und Lymphsystem und können so schnell feindliche Mikroorganismen auf- spüren, die sie an ihrer körperfremden Zellstruktur er­kennen.

Verschiedene Typen von Fresszellen (zum Beispiel Makrophagen oder Killerzellen) schlucken wahllos ei­nen Großteil der Antigene. Diese angeborene Immunität reicht bei Masseninvasionen etwa einer Pilzkolonie je­doch nicht aus, so dass jetzt auch noch die Lymphozyten durch die Großproduktion von speziellen Eiweißkörpern eingreifen müssen.

Diese Antikörper werden exakt auf die Oberfläche der Eindringlinge zugeschnitten, so dass sie wie der Schlüssel ins Schloss auf die feindlichen Zellen passen und sie auf diese Weise neutralisieren. Das geht jedoch nicht sofort: Ein bis zwei Tage dauert es schon, bis der passende Antikörper-Prototyp herge­stellt ist und mit der Großproduktion begonnen werden kann. Diese kann etwas schneller anlaufen, wenn einer der verschiedenen im Blut kreisenden Antikörper zufäl­lig schon zur Feindzelle passt.

Nach ein bis zwei Wochen sind alle Erreger von Anti­körpern gebunden und anschließend von den Fresszellen verschluckt, so dass jetzt die Antikörperproduktion einge­stellt werden kann – die Infektion ist bekämpft, die Sym­ptome klingen ab.

Wie „erinnert” sich der Körper an überstandene Krankheiten?

Einige der gebildeten Antikörper verbleiben auch nach der Infektion im Blut, so dass sie bei einer erneuten Inva­sion der gleichen feindlichen Zellen sofort eingreifen können. Außerdem merken sich spezielle Gedächtnis­zellen die Struktur dieses erfolgreich bekämpften Anti­gens, so dass passende Antikörper in größerem Umfang blitzschnell produziert werden können. Man sagt, der Körper sei sensibilisiert oder immunisiert.

Auf diesem Prinzip der Sensibilisierung beruht auch die Impfung: Mit Krankheitserregern in abgeschwächter Form wird eine harmlose Infektion inszeniert, die den Körper zur Herstellung von Antikörpern und Gedächt­niszellen anregt. So kann er im Fall einer echten Infek­tion sofort losschlagen.

Warum werden Pilzinfektionen durch ein geschwächtes Immunsystem begünstigt?

Pilzkeime sind überall, doch ist ein gesundes Immun System in der Lage, sie wirksam zu bekämpfen. Eindrin­gende Schmarotzer bieten ihm im Gegenteil einen Anreiz zur Antikörperbildung, so dass der gesunde Orga­nismus im Laufe des Lebens immer resistenter gegen Pilze wird. Meist bleiben die Keime gar nicht im Orga­nismus haften, sondern werden schnell auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden. Damit das auch reibungs­los geschieht, sind in der Darmschleimhaut besonders viele Antikörper „postiert”.

Pilze im Körper – Krank ohne Grund?: Pilzinfektionen erkennen und heilen, durch gesunde Ernährung vorbeugen: Krank ohne Grund? Pilzinfektionen … Rezepte für die Heildiät gegen Pilze

Anders sieht es jedoch aus, wenn die Abwehrkraft des Körpers geschwächt ist. Dann werden zu wenig oder gar keine Antikörper mehr hergestellt. Die Folgen sind dra­matisch: Die Pilze können sich jetzt im Organismus fest­setzen und hemmungslos zu großen Populationen her­anwachsen.

Als besonders gefährlich und aggressiv entpuppt sich dabei Candida albicans, der häufigste Hefepilz: Er bleibt unter diesen Bedingungen nämlich nicht mehr an der Oberfläche des befallenen Organs, sondern dringt mit seinen Ausläufern in tiefere Gewebsschichten vor und durchwächst sie regelrecht. Seine giftigen Stoffwechselprodukte, die Mykotoxine, können jetzt in den gesamten Organismus gelangen und überall Krankheitserscheinungen hervorrufen: Aus der relativ harmlosen Hautmykose ist so eine gefährliche sy­stemische Infektion geworden.

Bei extrem abwehrschwachen, schwerkranken Patien­ten gelingt es außerdem einzelnen Pilzsporen oder sogar lebenden Candida-Zellen, durch die Darmschleimhaut hindurch in die Blutbahn zu gelangen, so dass sie auf diesem Wege jedes Körperorgan erreichen und dort neue Pilzkolonien gründen können.

Warum sind Neugeborene besonders anfällig für Pilzerkrankungen?

Die Immunschwäche ist in seltenen Fällen angeboren; ganz normal aber ist sie bei jedem Neugeborenen. Sein Immunsystem entwickelt sich erst im Laufe der ersten drei bis vier Lebensmonate. Es ist daher in hohem Maße auf die Muttermilch angewiesen, über die es lebens­wichtige Antikörper auch gegen Pilze erhält, bevor es sie selber bilden kann. Flaschenkinder sind demnach be­sonders gefährdet, an Pilzinfektionen zu erkranken.

Wodurch wird das Immunsystem geschwächt?

Doch auch der Erwachsene kann sich leicht Pilze ein­fangen, wenn die Körperabwehr geschwächt ist durch Krebs und chronische Krankheiten wie Diabetes und vor allem AIDS (Erworbenes Immunschwächesyndrom). Schwere Unfälle oder Operationen mindern ebenso die Resistenz gegen die Schmarotzer. Auch wer ständig im Stress lebt, sich keine Ruhe und Entspannung gönnt und womöglich noch dauernd zu wenig schläft, tut den Pil­zen etwas Gutes. Dass zudem eine labile Psyche die Ab­wehrkraft schwächen kann, weiß jeder, der bei Kummer und Sorgen ständig zum Beispiel mit grippalen Infekten zu kämpfen hat. Erhält der Körper nicht alle lebensnot­wendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, sei es durch falsche Ernährung oder durch Umweltgifte, kann das ebenfalls zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit führen.

Darüber hinaus kann eine schwere Erkrankung den Einsatz von Medikamenten notwendig machen, die das Immunsystem in seiner Funktion dämpfen. Kortison und seine Verwandten sind für ihre entzündungshemmende Funktion zum Beispiel bei Allergien bekannt. Sie verhin­dern jedoch auch gleichzeitig den Kampf des Immun­systems gegen Pilzkeime oder Bakterien.