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Therapie bei Enzephalopathie und Bauchwassersucht

 

Pfortaderhochdruck und Speiseröhrenkrampfadern ziehen meist zwei gefährliche Komplikationen nach sich: die Ansammlung von Wasser im Bauch (Bauchwassersucht) und eine innere Vergiftung, die das Zentralnerven­system schädigt (Enzephalopathie).

Vermutlich kommt die innere Vergiftung hauptsächlich durch Ammoniak zustande – einen Stoff, der bei der Zer­setzung von Eiweiß durch Darmbakterien anfällt. Des­halb spricht man auch von „Eiweißvergiftung“. Es gibt zwei Möglichkeiten, ihr entgegenzuwirken:

♦     die Abtötung der Darmbakterien durch Antibiotika,

♦     die Unterbindung der Zufuhr von Nahrungseiweiß. Meistens lassen schwerwiegende Vergiftungserschei­nungen sich durch diese Maßnahmen verhindern, wenn man sie rechtzeitig einsetzt.

Wichtig: eine eiweißarme Ernährung

Der Patient darf künftig nur noch so viel Eiweiß zu sich nehmen, wie er verträgt. Die verträgliche Eiweißmenge lässt sich unter ärztlicher Aufsicht relativ leicht feststel­len. Entweder gibt der behandelnde Arzt dem Patienten die notwendigen Diätvorschriften, oder er verweist ihn an eine diätetisch geschulte Fachkraft.

Man kann aber auch versuchen, die bakterielle Besie­delung des Darms so umzuformen, dass keine giftigen Zersetzungsprodukte aus der Nahrung mehr entstehen. Hierzu eignet sich die tägliche Einnahme eines künstlich gewonnenen Zuckers, der Laktulose. Er trägt dazu bei, dass dem Blut Ammoniak entzogen und mit dem Stuhl ausgeschieden wird. Zwischen 60 und 90 Gramm dieses Zuckers (verteilt auf drei Portionen) sollte der Erkrankte täglich einnehmen. Dadurch wird der Stuhl breiig bis durchfällig. Ist der Stuhl dauernd breiig, so hat der Patient die richtige Menge Laktulose eingenommen.

 

Was tut der Arzt bei Bauchwassersucht?

Bei Wasseransammlungen in der Bauchhöhle muss zunächst versucht werden, diese Flüssigkeit durch Gabe von wasserausschwemmenden Medikamenten wieder aus dem Körper zu entfernen. Diese Medikamente müs­sen jedoch sehr vorsichtig dosiert werden, da nur ein bestimmter Teil des Wassers pro Tag ohne Schaden ent­fernt werden darf. Sonst wird das Blut eingedickt, was verhängnisvolle Folgen für den Kreislauf haben kann.

Um dies zu vermeiden, sind tägliche Gewichtskon­trollen notwendig. Registriert der Kranke eine Gewichts­abnahme von etwa einem Pfund pro Tag, so ist das rich­tige Maß der Wasserausscheidung gefunden. Ein Ablas­sen des Wassers durch Bauchdeckenpunktion – früher, als es noch keine ausschwemmenden Medikamente gab, die einzige Möglichkeit – wird heute nur noch bei ex­trem ausgeprägter Bauchwassersucht eingesetzt, wenn Atmung oder Nahrungsaufnahme behindert sind.

Ist die ausschwemmende Behandlung erfolgreich ge­wesen und alles Wasser aus dem Körper entfernt, so muss durch eine tägliche Einnahme von geringen Men­gen schonend wirksamer ausschwemmender Medika­mente verhindert werden, dass sich erneut Wasser in der Bauchhöhle ansammelt. Außerdem wird der Arzt dem Patienten zu einer kochsalzarmen Ernährung raten.

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