Wann ist eine Hepatitis-Impfung sinnvoll?

 

 Mittlerweile gibt es gute Impfmöglichkeiten gegen Hepatitis, bei denen die Nebenwirkungen relativ gering sind.

Grundsätzlich unterscheidet man bei einer Impfung zwei Formen: die aktive und die passive Immunisie­rung. Bei der aktiven Immunisierung bringt man den ab­getöteten Erreger in den Organismus; bei der passiven Immunisierung werden Seren von Patienten, die eine Infektion durchgemacht haben und deren Blut daher viele Antikörper enthält, in den zu schützenden Orga­nismus eingebracht. Dieser Schutz dauert natürlich nur eine gewisse Zeit an – so lange, wie die von fremden Personen gebildeten Antikörper in ausreichender Menge im Organismus verbleiben.

Empfehlungen für Hepatitis A

Bei für Hepatitis A empfänglichen Personen (das heißt solchen, die die Erkrankung noch nicht durchgemacht haben und deshalb keine Antikörper dagegen besitzen) wird kurz vor Reiseantritt eine passive Immunisierung durchgeführt, wenn sie eine Reise in Länder planen, in denen die Hygienestandards niedrig sind oder die Hepatitis A besonders häufig vorkommt – zum Beispiel in Länder der dritten Welt und arabische Länder, aber auch Krisengebiete oder die ehemalige Sowjetunion. Bei längeren Aufenthalten in diesen Gebieten sollte die Impfung auf jeden Fall in dreimonatigen Abständen wiederholt werden. Eine passive Immunisierung sollte außerdem bei Personen durchgeführt werden, die einen engen Kontakt mit Hepatitis-A-Patienten hatten – etwa Familienangehörige oder Menschen, bei denen enger Wohnkontakt bestand. Ist genügend Zeit, ist eine aktive Hepatitis-A-Impfung zu empfehlen.

Empfehlungen für Hepatitis B

Bei Hepatitis B gibt es zwei Möglichkeiten: passive und aktive Immunisierung. Ein erhöhtes Risiko, an Hepatitis B zu erkranken, haben Dialysepatienten, medizinisches und zahnmedizinisches Personal, Patienten und Per­sonal von psychiatrischen Anstalten, Menschen mit häu­fig wechselndem Sexualpartner, Kontaktpersonen zu Hepatitis-B-Infizierten, Drogenabhängige und Reisende in Gebiete, wo Hepatitis B gehäuft vorkommt. (Das sind in etwa dieselben Länder, in denen sich auch eine Imp­fung gegen Hepatitis A empfiehlt.) Solche Angehörigen von Risikogruppen werden innerhalb von sechs Mona­ten dreimal aktiv immunisiert.

Fünf Jahre nach Erstimpfung muss eine Kontrolle des Impfschutzes erfolgen; eventuell bedarf es dann einer Auffrischungsimpfung. Die derzeit verwendeten Impf­stoffe sind nahezu nebenwirkungsfrei und bei den mei­sten Empfängern von hohem Erfolg. Nur bei wenigen Impflingen ist die Schutzantwort ungenügend; dann können Nachimpfungen vorgenommen werden.

Vermutet man, dass eine Infektion stattgefunden hat, weil jemand geeigneten Kontakt (zum Beispiel Ge­schlechtsverkehr) mit einer an Hepatitis B erkrankten Person hatte, so wird passiv – das heißt, durch Antikör­per gegen Hepatitis B – immunisiert. Diese Impfung er­möglicht bis zu 48 Stunden nach vermuteter Infektion einen Sofortimpfschutz.

Gegen Hepatitis nicht-A-nicht-B und Delta-Hepatitis gibt es bis jetzt leider keine Impfmöglichkeiten.