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Was ist das richtige Öl zum Ölziehen?

Sonnenblumenöl

Der Geschmack des Sonnenblumenöls ist leicht nussig und entspricht dem der Sonnenblumenkerne, die als gesunde Nascherei oder Zutat von Brot oder Salaten gern gegessen werden. Für die Ölerzeugung wird die Sonnenblume vor allem in Russland und in Südosteuropa angebaut. Ursprünglich stammt sie vermutlich aus dem Südwesten Nordamerikas. Diejenigen, die aufgrund der Artikel über Dr. Karach zum Ölziehen gekommen sind – und das sind im deutsch­sprachigen Raum wohl die meisten -, verwenden dazu Sonnenblumenöl. Von diesen Anwendern wurde in Leser­anfragen mehrfach die Frage aufgeworfen, ob es unbedingt Sonnenblumenöl sein müsse. Damit ist indirekt auch die Frage verbunden, ob das Sonnenblumenöl der entscheiden­de Faktor bei der Heilwirkung des Ölziehens ist.

Dr. Veronica Carstens wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es wohl günstiger sei, sich genau an die übermittelte Methode zu halten. Ein ganzes Volk (gemeint sind die Ukrainer) habe schließlich damit gute Erfahrun­gen gemacht. Sie befürwortet also die Anwendung mit Son­nenblumenöl – auch deshalb, weil es ganz unkompliziert überall zu bekommen ist. Falls es aber einmal nicht zur Ver­fügung stehe, sei wahrscheinlich auch jede andere Ölsorte geeignet, meint Dr. Veronica Carstens.

Hochwertiges Sonnenblumenöl können Sie tatsächlich in fast jedem Supermarkt finden. Es ist ein vielseitig ver­wendbares Speiseöl und reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die unter anderem zu einem reibungslos funk­tionierenden Zellstoffwechsel beitragen. Die im Sonnen­blumenöl enthaltene wichtigste ungesättigte Fettsäure ist die Linolsäure.

Durch seinen hohen Gehalt der an sich lebenswich­tigen Linolsäure kam das Sonnenblumenöl im Frühjahr 1997 ins Gerede: Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg hatte vor der krebserzeugenden Wirkung der Linolsäure gewarnt, nachdem in einer Studie mit 13 Frauen, denen eine sechsmal so hohe Dosis Linolsäure als sonst empfohlen verabreicht worden war, Veränderungen im Erbgut nachgewiesen wurden. Bei sieben Männern, die ebenfalls an der Studie teilnahmen, ließen sich keine Ver­änderungen beobachten. Offenbar sind noch weitere Un­tersuchungen über die Wirkungen von Fettsäuren auf den Hormonhaushalt notwendig, um gerade auch in Bezug auf den Genuss von Sonnenblumenöl Empfehlungen auszu­sprechen.

Der amerikanische Arzt Dr. Andrew Weil, Spezialist für Naturheilkundeverfahren und Präventivmedizin, warnt in seinem bemerkenswerten Buch” Heilung aus eigener Kraft” ebenfalls vor Sonnenblumenöl – und anderen Ölen mit ei­nem hohen Prozentsatz von mehrfach ungesättigten Fettsäu­ren. Ein Konsum dieser Öle sei mit einem größeren Krebs­risiko verbunden, da die mehrfach ungesättigten Fettsäuren chemisch instabil sind. Die Fettsäureketten reagieren leicht mit Sauerstoff und entwickeln sich im Zuge dieses Oxidationsprozesses zu toxischen Verbindungen, die die DNA und die Zellmembrane schädigen können. Die Folgen wären Krebserkrankungen, degenerative Gewebeveränderungen und Entzündungen. Dr. Weil empfiehlt, Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren vom Speiseplan zu streichen und dafür Öle mit einem höheren Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren, vor allem Olivenöl, zu verwenden.

Offenbar gibt es ein Krebsrisiko, das mit mehrfach unge­sättigten Fettsäuren verbunden ist, dennoch sollten Sie sich vor Augen halten, dass Sie beim Ölziehen die Substanzen nicht schlucken und sich hier noch andere, für den Organis­mus sehr positive Reaktionen vollziehen.

Für Ernährungswissenschaftler ist das Sonnenblumenöl ein wertvolles Nahrungs- und Diätmittel, reich an Vitamin E, das vor allem Hauterkrankungen, Störungen von Leber und Galle sowie Stoffwechselkrankheiten entgegensteuert. Die im Sonnenblumenöl reichlich enthaltene Linolsäure unter­stützt die Funktion der Zellmembran. Ein Mangel an Linol­säure würde zu Zellschädigungen und Wachstumsstörungen führen. Sonnenblumenöl wirkt zudem schleimlösend.

In seinem Beitrag über das Ölziehen in Heft 8/1996 der Zeitschrift Natur und Heilen äußert G. W Frank darüber hi­naus die Vermutung, dass beim Ölziehen die im Sonnen­blumenöl enthaltenen energetischen Informationen durch die Mundschleimhaut aufgenommen werden und die viel­fältigen positiven Wirkungen hervorbringen. Wenn diese Er­klärung auch nur spekulativen Charakter hat und nicht für sich in Anspruch nimmt, das Phänomen der Heilwirkungen des Ölziehens zu erklären, ist sie doch eine hervorragende Anregung, sich einmal auf die Lichtqualität des Sonnen­blumenöls einzustimmen. Im Gegensatz zu denaturierten Speiseölen, die mit chemischen Mitteln gefiltert und ge­bleicht werden, enthält kaltgepresstes Sonnenblumenöl die wertvollen materiellen Nährstoffe und energetischen Infor­mationen der Pflanze. Wie jedes nicht industriell bearbeite­te Lebensmittel birgt auch das Sonnenblumenöl Lichtquan­ten oder Biophotonen, die der Mensch aufnehmen kann. Der Biophysiker Prof. Dr. Fritz-Albert Popp, der Pionier der Biophotonenforschung, konnte dies anhand seiner aufse­henerregenden Untersuchungen über die Lichtemissionen der lebenden Zelle nachweisen. In Heft 6/94 der Zeitschrift esotera wird der Sachverhalt am Beispiel minderwertigen, da raffinierten, Sonnenblumenöls erläutert: Anhand von wis­senschaftlichen Messungen am Institut für Biophysik zeigte sich, dass Sonnenblumenöl ein Lichtspeicher ist und dass es die Eigenschaften der Sonnenblumenkerne übernimmt.

Diese Fähigkeit geht jedoch verloren, wenn das Öl raffiniert wird. Ein solches Öl kann dann sogar gesundheitsschädlich wirken. Kaltgepresstes Sonnenblumenöl aus biologischem Anbau zeigt, wie auch Obst und Gemüse aus kontrolliertem Anbau, eine deutlich höhere Lichtqualität, so lautet eines der wichtigen Resultate der Studien von Professor Popp. Darüber hinaus ist die Sonnenblume durch ihre Gestalt und ihre Eigenschaft, ihr »Gesicht« stets nach der Sonne auszu­richten, ein Symbol für Licht, Optimismus, Freundlichkeit und Wachstum. Neben all den rationalen Überlegungen, für das Ölziehen Sonnenblumenöl zu verwenden, gibt es demnach auch noch sehr feine, nicht immer materiell fass­bare subjektive Einflüsse und Vorlieben, die den Ausschlag geben können, Sonnenblumenöl zu wählen. Instinktiv wer­den Sie wissen, ob es das richtige Trägermaterial für Ihre Ölzieh-Kur ist.

Sesamöl

Nach den Rezepten der traditionellen ayurvedischen Ganz­heitsmedizin sollte beim Ölspülen stets Sesamöl verwendet werden. Was die Molekularstruktur betrifft, ist es das feinste Öl. Durch das bereits beschriebene Erhitzen des reinen Se­samöls wird erreicht, dass es sogar noch dünnflüssiger wird. Verschiedene Öle werden im Ayurveda unter anderem dazu benutzt, die fettlöslichen Abfallprodukte des Stoffwechsels herauszufiltern, und je feiner das dazu verwendete Öl ist, desto tiefer kann es in das Gewebe eindringen und schädli­che Stoffe an sich binden.

Sesam gehört zu den ältesten Gewürzen der Welt; seit je­her ist es auch ein wichtiger Öllieferant. Die Pflanze wurde ursprünglich vor allem in Asien (Indien) und Afrika ange­baut.

Das feine Sesamöl ist relativ neutral im Geschmack und hat ein feines Aroma. Sowohl die Samen – ob geröstet oder zur Paste verarbeitet – als auch das kaltgepresste reine Öl wirken verdauungsfördernd.

Erdnussöl

Erdnüsse pflückt man nicht von Sträuchern, sondern gräbt sie aus der Erde. Nach dem Abblühen der Erdnusspflanze verlängern sich die Fruchtstiele, bohren sich in den Boden, und die Hülsen reifen dort zu wohlschmeckenden eiweiß-und fettreichen Früchten heran. Das durch Kaltpressung aus den Erdnüssen gewonnene Öl ist ein hochwertiges Lebens­mittel. Bei Erkrankungen der Haut, von Herz und Kreislauf sowie des Stoffwechsels wird es in der Diät empfohlen. Auf­grund einer medizinischen Studie wurde im Übrigen fest­gestellt, dass nach dem Genuss von Erdnüssen die Mund­höhle einen neutralen pH-Wert aufweist. Inwieweit diese positive Wirkung auch auf das Öl und seine Verwendung im Rahmen einer Ölzieh-Kur zutrifft, war allerdings nicht Thema dieser Untersuchung.

Die Erdnusspflanze stammt aus Brasilien und verbreitete sich über ganz Amerika nach Afrika und Asien. Hauptpro­duzenten sind heute Indien und China.

Olivenöl

Das vergleichsweise dickflüssige Olivenöl verfügt über nicht so viele essentielle, das heißt mehrfach ungesättigte Fettsäu­ren wie beispielsweise das Sonnenblumenöl, dennoch ist es ein hochwertiges Lebensmittel und ein wichtiger und wohlschmeckender Bestandteil der Mittelmeerküche. Neu­ere Forschungen haben den positiven Effekt des Olivenöls bei der Verhinderung von Herz- und Kreislauferkrankungen bestätigt. Olivenöl ist neben seinen vielfältigen gesund­heitsfördernden Wirkungen vor allem auch ein Heilmittel für Leber und Galle.

Wie andere Feldfrüchte auch gilt der Olivenbaum als ein Symbol für Sesshaftigkeit, Ordnung und Frieden. Das aus den Olivenfrüchten gewonnene Öl war im alten Griechen­land ein unverzichtbarer Bestandteil von Alltag und Fest­kultur. Es diente als Speiseöl, als Lampenöl und als Salböl. Letzterem schrieb man große lebenserhaltende Wirkung zu. Außerdem glaubte man, dass das Öl die Kraft habe, die Wo­gen des Meeres zu glätten.

Der Olivenbaum ist vor allem in den Mittelmeerländern und im vorderen Orient verbreitet.

Jedes der genannten Öle bietet sich im Prinzip für die Verwendung im Rahmen einer Ölzieh-Kur an. Wichtig ist stets, dass Sie ein kaltgepresstes Öl verwenden, das nicht chemisch behandelt wurde. Probieren Sie aus, welche »Ge­schmacksrichtung« Ihnen am meisten zusagt:

Sonnenblumen- und Erdnussöl sind eher geschmacks­neutral, Olivenöl hat einen sehr ausgeprägten Eigenge­schmack und Sesamöl ist von ausgesprochen nussigem Aroma.

Ich selbst verwende Sesamöl aus dem Reformhaus, das ich allerdings nicht extra aufbereite, und spüle nach der von Dr. Karach beschriebenen Methode morgens etwa fünfzehn Minuten lang. Ich habe Sesamöl gewählt, weil mir dieses Öl von Geschmack und Konsistenz am angenehmsten ist.

Kaltgepresste Speiseöle

Kaltpressung meint, dass die Ölfrüchte oder -samen nur me­chanisch zerquetscht werden, um das in ihnen enthaltene Öl zu gewinnen. Nach der ersten Kaltpressung, die das beste und teuerste Öl liefert, ist es möglich, durch Einfluss von Wärme und chemischen Substanzen aus der gepressten Masse noch mehr Öl herauszuziehen, was jedoch auf Kosten der Qualität und Reinheit geschieht. Warmgepresste Olivenöle müssen bei­spielsweise raffiniert werden, da sie zu viele freie Fettsäuren enthalten. Bei der chemischen Behandlung bleiben Rückstände im Speiseöl, und durch die Tatsache, dass die natürlichen In­haltsstoffe der Ölfrüchte oder Ölsamen durch die Behandlung mit Hitze und chemischen Stoffen zerstört werden, hat das Endprodukt strenggenommen nicht mehr die Qualität eines Lebensmittels.

Achten Sie also auf den Zusatz »kaltgepresst«. Beim Kauf von Olivenöl sollten Sie nur solche Produkte wählen, die auf dem Etikett als »Natives Olivenöl Extra« oder »Olio extra vergine« (= erste Pressung) gekennzeichnet sind.

Fettsäuren

Der Körper braucht Fett. Die Kalorien im Fett sind sein bedeutendster Energielieferant, und die in ihm enthaltenen Botenstoffe dienen als lebenswichtige Regler für den Stoffwech­sel und das Immunsystem. Fett besteht aus Glyzerin und Fett­säuren (zum Beispiel Palmitin-, Stearin-, Öl- und Linolsäure). Je nach chemischer Struktur unterscheidet man zwischen ge­sättigten sowie einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Fette tierischen Ursprungs enthalten vorwiegend gesättigte Fettsäuren; bei Zimmertemperatur sind diese Fette und Öle fest. Eine Ausnahme sind Fischöle. Meeresfische weisen meist ungesättigte Fettsäuren auf. Pflanzenfette haben überwiegend einen hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren; sie sind bei Zimmertemperatur flüssig. Ausnahme ist hier das Kokos- oder Palmfett.

Die mehrfach ungesättigten oder essentiellen Fettsäuren kann der menschliche Körper nur zu einem winzigen Teil selbst produzieren. Er muss sie mit der Nahrung aufnehmen, um gesund zu bleiben. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind zum Beispiel die Linolsäure, Linolensäure oder Arachidonsäure. Pflanzenöle, die einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufweisen, sind Distelöl (Safloröl), Sojaöl, Sonnen­blumenöl und Maiskeimöl. Zu den Pflanzenölen mit einem überwiegenden Anteil an ein­fach ungesättigten Fettsäuren zählen Erdnussöl und Olivenöl.

 

Die genannten Öle lassen sich rein materiell nach ihren im Labor festgestellten Inhaltsstoffen oder aber nach me­dizinischen Erfahrungswerten klassifizieren. Vielleicht ist aber schon deutlich geworden, dass noch mehr in ihnen steckt als Vitamine und Fettsäuren. Jedes Öl enthält auch energetische Informationen, die die Pflanzenart, aus der es gewonnen wurde, generell in sich trägt, sowie spezielle Informationen über den Ort und seine Gegebenheiten, wo die Pflanzen wuchsen. Dazu kommen Assoziationen, die wir unbewusst mit den Kulturpflanzen verbinden.

Ohne zu viel in eine Flasche Speiseöl aus dem Super­markt oder Bioladen hineininterpretieren zu wollen, soll­ten wir uns doch auch bewusst sein, dass wir es mit leben­diger Nahrung zu tun haben, die Licht in sich trägt und uns Botschaften und feinstoffliche Reize vermittelt. Selbst wenn sich dieser Austausch auf einer sehr feinen Ebene vollzieht und mit wissenschaftlichen Methoden noch nicht messbar ist, so ist er doch von Einfluss. Damit möchte ich Sie ermun­tern, sich stets genug Zeit zu nehmen, um zu erspüren, was Ihnen gut tut und womit Sie sich verbinden möchten. Es ist eine gute Übung, auch in ganz kleinen und alltäglichen Dingen achtsam zu sein – zum Beispiel bei der Wahl des be­kömmlichsten Speiseöls fürs Ölziehen, das gleichzeitig ein Heilmittel ist.

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