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Was man über Nagelpilz wissen sollte

Wie entsteht Nagelpilz?

Eine Nagelpilzerkrankung kann die  Fingernägel oder die Zehennägel befal­len. Zehennagelpilz ist viermal so häu­fig wie Fingernagelpilz, da wir an den Füßen zu vermehrter Schweißbildung neigen und sich diese Feuchtigkeit in den Schuhen sehr gut staut. Und in feuchter Umgebung fühlen sich Pilze besonders wohl.

Außerdem werden Fingernägel meistens sorgfältiger gepflegt als Zehennägel und wachsen doppelt so schnell. Das bedeutet, dass Pilze sich dort nicht so leicht festsetzen können. Am gefährdetsten sind die Nägel der kleinen und großen Zehe und – an den Fingern – die Daumennägel. Vermutlich liegt das daran, dass sie die größten Belastun­gen (Druck, Quetschungen, Verletzungen) aushalten müssen und daher besonders anfällig sind.

In der Regel beginnt die Pilzinfektion am vorderen, über den Finger (oder Zeh) hinausstehenden Nagelrand. Dann dringen die Pilze allmählich immer weiter nach hinten ins Nagelbett vor, bis zum Schluss der ganze Na­gel befallen ist. Meist beginnt die Infektion an einem einzigen Nagel, kann sich mit der Zeit dann aber auch auf andere Nägel ausbreiten.

Wie man Nagelpilz erkennt

Nagelpilzbefall ist relativ leicht zu erkennen: Während ein gesunder Nagel durchsichtig ist, wird ein vom Pilz befallener Nagel trüb. Er verfärbt sich – meistens wird er weiß oder gelblich. Später verändert sich auch seine Form: Er hebt sich vom Nagelbett ab, ist wellig oder bröckelig verdickt, splittert und bricht leicht. Im Endstadium wird der Nagel völlig vom Pilz zerstört. Bei den Erregern handelt es sich meistens um die Hautpilzgruppe der Fadenpilze (Dermatophyten). Schim­mel- oder Hefepilzbefall (Candida) kommt seltener vor. „Hauptschuldiger” ist – ebenso wie beim Fußpilz – der Fadenpilz Trichophyton rubrum.

In der Regel ist der Nagelpilzbefall schmerzlos und erzeugt im Gegensatz zu den meisten anderen Pilzer­krankungen auch keine anderen Beschwerden wie bei­spielsweise Juckreiz, Nässen oder Entzündungen. Erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium können beim Fuß­nagelpilz Probleme auftreten, und zwar dann, wenn der Nagel bereits so stark verdickt ist, dass der Schuh Druck auf ihn ausübt. Dann kann es zu schmerzhaften Be­schwerden beim Gehen kommen.

Wie kommt es zur Pilzinfektion?

Der Nagel ist eine Hornplatte, und Pilze ernähren sich nun einmal gern von Horn – von der Hornschicht unse­rer Haut ebenso wie der Hornschicht der Nägel. Des­halb sind diese Körperbereiche sehr anfällig für Pilzer­krankungen. Neben einer angeborenen Veranlagung für Pilzinfek­tionen begünstigen auch Durchblutungsstörungen die Entstehung einer solchen Infektion. Das können Durch­blutungsstörungen der Arterien aufgrund von Arteriosk­lerose (Arterienverkalkung) sein: Durch Einlagerung von Fett (Cholesterin) und Kalk verhärten und verdicken sich die Gefäßwände und werden weniger elastisch, worun­ter die Durchblutung natürlich leidet.

Bei Krampfadern hingegen ist die Durchblutung der Venen gestört – das Blut staut sich in den krankhaft er­weiterten Venen, Stoffwechselschlacken können nicht mehr so gut abtransportiert werden, und das auf diese Weise „vergiftete” Gewebe wird anfälliger für die Pilz­erreger.

Daneben gibt es auch noch die funktionellen Durch­blutungsstörungen, bei denen sich Blutgefäße vorüber­gehend verkrampfen und verengen. Man kann dann zum Beispiel plötzlich kalte Hände bekommen, obwohl es überhaupt nicht kalt ist, man also eigentlich nicht frie­ren dürfte. Nach einer gewissen Zeit erwärmen sich die Hände dann wieder. Bei solchen Durchblutungsstörungen spielen natürlich die Veranlagung des Betroffenen, aber auch die Psyche eine Rolle: Viele Menschen bekommen bei Aufregung oder Stress „kalte Hände”.

 

Bei alten Menschen ist Nagelpilz besonders häufig

Meist tritt Nagelpilz erst ab dem 40. Lebensjahr auf; bei Kindern und Jugendlichen ist er ziemlich selten. Vor allem ältere Menschen erkranken relativ häufig an Nagelpilzinfektionen: Ihr Immunsystem ist von Natur aus schwächer als bei jüngeren Menschen, und sie lei­den auch oft an Venenerkrankungen (Krampfadern) oder arteriellen Durchblutungsstörungen (Arteriosklerose). Auf diese Weise bringen sie gleich zwei Voraussetzungen mit, die dem Pilz das Leben leichtmachen.

Weitere Risikofaktoren

Daneben gibt es aber auch noch einige äußere Voraus­setzungen, die Nagelpilzinfektionen begünstigen und die man, wenn man darüber Bescheid weiß, in vielen Fällen leicht abstellen kann. Zunächst einmal sind Menschen, die häufig mit Entfettern (zum Beispiel Spül- oder Putzmitteln) in Berüh­rung kommen, sich oft die Hände waschen oder in feuchtem Milieu arbeiten (Hausfrauen, Putzfrauen, Fri­seusen), besonders nagelpilzgefährdet, denn dadurch wird die Hornschicht des Nagelbetts aufgeweicht, und Pilze können leichter eindringen. Also: Möglichst nicht zu oft die Hände waschen!

Früher wurde beim Militär, in Schulen und Internaten häufig eine „Nagelkontrolle” durchgeführt, um zu über­prüfen, ob die Fingernägel auch gut gepflegt waren. Dies war keinesfalls bloß eine Schikane. Tatsächlich bieten nämlich Schmutzränder unter den Nägeln Pilzen einen hervorragenden Nährboden. Auch Menschen, die viel mit organischen Lösungsmitteln in Berührung kommen (Chemiearbeiter, Maler, Lackierer), holen sich häufiger Pilzinfektionen als andere. Das gleiche gilt für Personen, die bei der Arbeit fast immer Gummihandschuhe tragen – denn in der luftdicht abgeschlossenen, feuchtwarmen Umgebung finden Pilze die idealen Lebensbedingungen vor. Gesunde Nägel werden äußerst selten von Pilzen be­fallen. Meist geht einer Pilzinfektion eine Nagelschädi­gung oder Verletzung voraus. Das können winzig kleine Verletzungen sein: kleine Risse im Nagel oder Nagelhautverletzungen, wie man sie sich bei der Nagelpflege leicht zuzieht, wenn man nicht sehr vorsichtig ist. Durch sie können Pilzerreger eindringen.

An den Füßen sind es meist Stöße oder Quetschun­gen, durch die die Nägel vorgeschädigt werden und dann „leichte Beute” für den Pilz sind. Hier spielt auch das Schuhwerk eine wichtige Rolle. Unbequeme Schuhe, die zu eng sind oder vorne sehr spitz zulaufen und den Zehen nicht genügend Spielraum lassen, üben einen starken Druck auf die Zehennägel aus, der dazu führen kann, dass sich die Nagelplatte vom Nagelbett abhebt. In diesen Hohlraum können dann natürlich leicht Pilze eindringen.

Aber auch zu weite Schuhe sind gefährlich, denn dann rutscht man bei jedem Schritt mit dem Fuß nach vorn, die Zehennägel stoßen an und werden gedrückt. Solche Druckstellen sind am Großzehennagel besonders häufig. Auch luftundurchlässige Schuhe (Turn- und Arbeits­schuhe, Gummistiefel, Skistiefel) leisten durch das feuchtwarme Milieu, das sie schaffen, dem Pilzbefall Vorschub – und zwar nicht nur dem Nagelpilz, sondern auch dem noch unangenehmeren Fußpilz. Solche Schuhe sollte man daher möglichst gar nicht oder nicht zu oft tragen.

Wo holt man sich den Nagelpilz?

Grundsätzlich lauern die Pilzerreger überall. Es gibt aber einige Orte, wo man sich besonders leicht eine Pilzer­krankung holen kann: zum Beispiel in der Sporthalle, in der Sauna oder im Schwimmbad, aber auch in Hoteldu­schen und auf dem Teppichboden von Hotelzimmern – eben überall dort, wo viele Menschen mit nackten Füßen herumlaufen. Da sind garantiert etliche dabei, die (vielleicht ohne es zu wissen) an einem Fußnagelpilz lei­den und ihre mit Pilzsporen infizierten, mikroskopisch kleinen Haut- und Nagelschüppchen überall verbreiten. Aber auch Menschen, die mit jemandem Zusammen­leben, der an einer Nagelpilzinfektion leidet, sind be­sonders ansteckungsgefährdet.

Weitere Faktoren, die die Entstehung von Nagelpilz begünstigen

♦         Diabetiker sind besonders „pilzgefährdet”. Denn Pilze mögen Zucker und gedeihen bei dem erhöhten Blutzuckerspiegel und gestörter Durchblutung eines Diabetikers deshalb natürlich besonders gut.

♦         Manche Medikamente (z.B. Kortison) unterdrücken die Immunreaktion des Körpers und ebnen auf diese Weise Pilzen den Weg in den Körper.

♦         Pilze sind sehr ansteckend. Wer also bereits an ei­nem Hautpilz (z.B. Fußpilz, Handflächenpilz oder Leistenbeugenpilz) leidet, läuft Gefahr, früher oder später auch an einem Nagelpilz zu erkranken: Durch Kratzen an juckenden, pilzbefallenen Stellen gelangen die Pilzerreger unter den Nagel und kön­nen von dort aus das Nagelbett befallen. (Umgekehrt können Patienten mit Nagelpilz auch leicht einen Hautpilz bekommen.) Deshalb sollte man immer ab- klären lassen, ob außer dem Nagelpilz auch noch eine andere Pilzerkrankung vorliegt, und diese gleich mitbehandeln.

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