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Wie werden Hautpilze behandelt?

Die Pilzerkrankungen der Haut kann man auf drei Wegen angehen: Erstens über lokal wirksame äußerliche Salben, Pasten oder Gels mit pilzabtötenden (antimykotischen) Wirkstoffen, zwei­tens mit einer entsprechenden Umstellung der Ernährung. Und drittens stehen auch innerlich (syste­misch) wirkende Mittel zur Verfügung, die zum Teil mit den gleichen Wirkstoffen mögliche Pilznester, beispiels­weise im Darm, ausrotten, an die man über die Haut na­turgemäß nicht herankommt.

Moderne Antimykotika sind sehr wirksam und gut ver­träglich. Doch sie allein können die Infektion ebenso wenig endgültig kurieren wie eine Pilzdiät. Denn wenn die Pilze immer wieder neue Nahrung bekommen, wachsen sie schneller nach, als sie abgetötet werden, und eine Diät allein macht die Hautpilze nur hungrig und ag­gressiv; sie werden nicht abgetötet, sondern bohren sich auf der Nahrungssuche in tiefere Gewebeschichten, und können sich unter Umständen über die Blutbahn im ganzen Körper verbreiten. Nötig sind also auf jeden Fall Diät und Salbe; ob auch ein Medikament einzunehmen ist, muss der Arzt entscheiden. Neben systemischen An­timykotika gibt es dafür auch Mittel zur Stärkung des Im­munsystems.

Wie wirken Mittel gegen Hautpilze?

Das älteste und wohl auch bekannteste Mittel gegen Pilze ist der Wirkstoff Nystatin. Es kann innerlich und äußerlich verabreicht werden, kommt in zahlreichen Präparaten vor und wird in Tabletten, Kapseln, Lösungen oder Salben verwendet. Nystatin wird aus Bakterien gewonnen, die sich damit vor Pilzen schützen. Es greift Pilzzellen an, nicht aber die Bakterien, die eine gesunde Haut oder Schleimhaut besiedeln. Nystatin gelangt nicht ins Blut und wirkt nur örtlich.

Eine weitere bewährte Gruppe zur örtlichen Pilz­bekämpfung sind die Azole mit Wirkstoffen wie Fluconazol, Miconazol oder Itraconazol. Bei trockener und rissiger Haut werden sie in Salben, bei nässenden Can­didosen eher als luftdurchlässige Creme oder in einem Gel verabreicht, das auch bei Infektionen der Mund­höhle anwendbar ist.

Gibt es für hartnäckige Fälle örtliche Antimykotika?

Neuere Entwicklungen rücken inzwischen den schwieri­gen Pilzen unter Finger- und Fußnägeln zu Leibe. Dort kamen auch die wirksamsten Pilzmittel früher nicht hin, und die Folge waren immer neue Selbstansteckungen. Die Allylamine, etwa Naftitin oder Terfinafin, aber auch Wirkstoffe wie Ciclopirox und Ciclopiroxolamin, durch­dringen die Hornplatten und wirken auch unter dem be­fallenen Nagel, wo die Pilzherde bisher nicht erreichbar waren.

Was tun bei Komplikationen?

Hautpilzerkrankungen sind meistens chronisch. Dermatophyten können sehr unangenehm werden und zum Beispiel von den Füßen in die Leistengegend wandern; dass sie aber bis in Blutgefäße Vordringen, ist nicht wis­senschaftlich erhärtet. Candidosen dagegen bergen größere Gefahren, weil sie in der Lage sind, von der Haut auf Schleimhäute zu übersiedeln und von dort aus auch eine systemische Infektion auslösen, d. h. ins Blut gelangen können. Eine solche Pilzsepsis schädigt in sel­tenen, aber gefährlichen Fällen die Leber, die Milz und das zentrale Nervensystem. Es ist zum Beispiel möglich, dass sich aus einer Mund-Candidose eine Infektion der

Speiseröhre mit bösartigen Geschwülsten entwickelt, durch die Pilze ins Blut gelangen. Doch das ist fast nur bei älteren Patienten möglich, die einer Intensivbehand­lung im Krankenhaus unterzogen werden müssen: Schläuche, die häufig zur künstlichen Beatmung oder zum Absaugen von Flüssigkeit gebraucht werden, kön­nen Pilze per Abrieb von der Rachenschleimhaut in die Speiseröhre übertragen.

Kann die Hautpilz Behandlung die Symptome verschlimmern?

Vorübergehend ja. Vor allem Nystatin führt oft bald nach Beginn der Behandlung zu einer starken Nebenreaktion. Diese Jarisch-Herxheimer-Reaktion darf man nicht mit einer Allergie oder Nebenwirkung verwechseln: Die Ur­sache ist das plötzliche massenhafte Absterben von He­fepilzen, und dabei werden vorübergehend vermehrt Pilzgifte aus den zerfallenden Zellen frei. Dadurch ver­schlechtert sich der Zustand für etwa eine Woche: Leich­tes Fieber wie bei einer Grippe, Übelkeit und Erbrechen, Rücken- und Gliederschmerzen sind die Folge. Diese Reaktion ist aber das erste Zeichen des Erfolges. Leichte Kost, Darmspülungen und eventuell eine Verringerung der Nystatin-Dosis führen zu einer bleibenden Besse­rung.

Besteht der Verdacht, dass der Pilz bereits auf innere Schleimhäute, zum Beispiel im Darm, übergegriffen hat, hilft auch als Naturheilmittel der Lapacho-Tee, den es rezeptfrei in der Apotheke gibt.

Wie lange dauert eine Pilzbehandlung?

Der Erfolg einer Pilztherapie stellt sich je nach Art und Stärke des Befalls in der Regel nach zwei bis sechs Wo­chen ein. Hartnäckige Hautpilze, vor allem Nagelpilze, sind manchmal erst nach einem Jahr strenger Behandlungs­disziplin endgültig besiegt.

Gibt es allgemeine Behandlungs-Richtlinien?

Sie müssen sich klarmachen, dass jede Pilzbehandlung anders verlaufen kann, weil Pilze, Menschen und ihre Reaktionen aufeinander und auf Medikamente zu ver­schiedenartig sind. Es kann kein starres Behandlungs­schema geben, wohl aber gibt es Grundregeln, die jeder Patient mit einer Pilzinfektion einhalten sollte. Auf diese Weise trägt er selbst viel zum Erfolg der Therapie bei.

Wie Sie Ihre Pilzdiät erfolgreich durchführen

♦            Die Behandlung als Kur ansehen – mit einem klaren Anfang und einem absehbaren Ende.

♦            Rechtzeitig alles für die verordnete Diät einkaufen und vielleicht ein paar Rezepte besorgen, Medika­mente bereithalten.

♦            Eine neue Zahnbürste kaufen, Gebiss desinfizieren.

♦            Vom ersten Tag an sehr viel Wert auf Hygiene und Körperpflege legen.

♦            Einen Waschlappen für obere und einen für untere Körperteile benutzen.

♦            Zur Ergänzung der Zahnpflege eventuell eine Teebaumcreme verwenden.

♦            Nach jeder Hauptmahlzeit und vor dem Schlafenge­hen Zähne putzen.

♦            Bei der Diät vor allem mit Zucker sparsam sein.

♦            Alles tun, was zur Entspannung beiträgt.

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