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Wissenswertes über Pilzgifte

Pilzgifte (Mykotoxine)

Nicht nur der Pilz selbst schwächt den Organismus durch Ein­griffe in den Glukose-, Eisen Zink- und Vitaminstrom. Sei­ne Stoffwechselprodukte, die Pilzgifte oder Mykotoxine, sind eine zusätzlich spürbare, teilweise sehr ernste Belastung.

Stoffwechselprodukte von Sprosspilzen (Canditoxine) Sprosspilze produzieren im Gegensatz zu Schimmelpilzen keine giftigen Stoffe, insofern ist der Begriff Canditoxin nicht ganz korrekt. Allerdings beeinträchtigen und belasten ihre Stoff­wechselprodukte den Wirtsorganismus. Der Mikrobiologe Dr. Reinhard Hauss, Eckernförde, betont die immunsuppressive Wirkung dieser Sprosspilzmetaboliten. Sie können die Akti­vität des gefährlichsten Gegners, der T-Lymphozyten der zellulären Abwehr, bremsen und den Nachschub an neuen Zellen verzögern. Zugleich behindern sie die Beweglich­keit und das Auswandern der Abwehrzellen und hemmen die Aktivität der großen Fresszellen (Makrophagen). Auch die le­berbelastenden Fuselalkohole zählen zu den Canditoxinen.

Stoffwechselgifte von Schimmelpilzen (Aflatoxine und Ochratoxine)

Im Gegensatz zu den Stoffwechselprodukten der Sprosspilze sind Schimmelpilzgifte in höchstem Maße gesundheitsschäd­lich. Am bekanntesten sind die Toxine der Aspergillus-Arten, die sogenannten Aflatoxine. Das Aflatoxin B( gilt als die stärkste in der Natur vorkommende lebertoxische Substanz; sie löst Lebernekrosen (Untergang des funktionellen Leber­zellgewebes) und Leberkarzinome (Krebs) aus. Ochratoxin ist ein Stoffwechselgift von Aspergillus- und Penicillium-Arten, das beim Schwein und beim Menschen Leber- und Nieren­schaden verursacht und die Körperabwehr schwächt. Man er­kannte die Gefahr der Schimmelpilztoxine: 1977 wurde die Aflatoxinverordnung erlassen, die insbesondere Tierfuttermit­tel betrifft. Aflatoxine wurden damals vor allem in Erdnüssen, aber auch in Paranüssen nachgewiesen. In afrikanischen Län­dern gibt es signifikante Zusammenhänge zwischen der Afla­toxinbelastung und der Leberkrebshäufigkeit. Nach Auffas­sung von Fachleuten sind trotz der Aflatoxinverordnung bei schimmelbefallenem Futter gewisse Rückstände in tierischen Produkten nicht auszuschließen. In solchen Fällen konnten Aflatoxine bei Kühen in der Milch, bei Schweinen in der Le­ber und bei Hühnern in Leber und Eiern nachgewiesen wer­den.

Ochratoxine wurden beim Schwein in Fettgewebe, Leber und Niere und beim Huhn im Muskelfleisch und Ei gefunden. Allerdings ist der Schadstoff Ochratoxin in der Aflatoxinver­ordnung nicht erfasst! Untersuchungen ergaben, dass in 49,7 Prozent des untersuchten Schlachtblutes von Schweinen Ochratoxin A nachgewiesen werden konnte.

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