Zähneknirschen – Bruxismus

Was tun bei Zähneknirschen?

Viele kennen es: das nächtliche unwillkürliche Zähneknirschen, auch Bruxismus genannt. Es ist ein weit verbreitetes Phänomen. Man sagt, es sei ein Ausdruck von Konfliktverarbeitung. In Zeiten von berufli­chem oder privatem Stress verstärken sich bei Menschen, die zum Knirschen neigen, die nächtlichen Kieferbewegungen. Bei der Entwicklung von Kindern ist nächtliches Knirschen etwas völ­lig Normales. Meist verliert es sich im Lauf der Jahre. Es lässt sich aber nicht vorhersagen, wer als Erwachsener noch knirschen wird und wer nicht. Auch wer als Kind nicht geknirscht hat, ist nicht davor gefeit, dass er als Erwachsener diese Gewohnheit annehmen wird. Was im Kindesalter normal und ohne nennenswerte »Nebenwirkungen« ab­läuft, hat im Erwachsenenalter jedoch etliche Nachteile.

► Die Zähne werden durch das heftige Aneinanderpressen über die Maßen abgetragen. Mit der Zeit sehen sie richtig abgemahlen aus.

► Die Kiefermuskulatur und das Kiefergelenk können von der starken Anspannung in Mitleidenschaft gezogen werden. Sie schmerzen dann am Morgen.

► Möglicherweise führt jahrelanges Knirschen auch zu schwer zu be­handelnden Kiefergelenkstörungen, die im ungünstigsten Fall dauer­haft Schmerzen bereiten.

► Sind schon die natürlichen Zähne der Belastung kaum gewachsen, so sind es Füllungen und Kronen oft nicht mehr. Wer stark knirscht, der setzt beispielsweise seine schönen, teuren Keramikkronen aufs Spiel: Sie zerbrechen unter dem gewaltigen Druck, der durch das Knir­schen auf sie ausgeübt wird.

Wie behandeln?

Da das Zähneknirschen ursächlich wohl ein psychologisches Problem ist, wäre die logische Lösung eine psychologische Behandlung. Doch das ist leichter gesagt als getan: Der Erfolg von Entspannungsübungen, psychologischen Sitzungen etc. ist eher gering. Eine effektivere Möglichkeit ist die Schienentherapie beim Zahnarzt: Sie verhindert zwar das Knirschen nicht, wohl aber die schädlichen Auswirkungen auf Zähne und Kiefer. Eine solche Knirscherschiene wird in der Zahnarztpraxis individuell angefertigt. Ein Abdruck der Zähne in Ober- und Unterkiefer wird mit Gips ausgegossen. Danach fertigt der Zahntechniker aus festem Kunststoff eine gemeinsame Schiene für die beiden Zahnreihen. Die Kosten für die Schiene und die Behandlung werden in der Regel von den Krankenkassen übernom­men. Manchmal sind zur Behandlung des Knirschens allerdings be­sondere gnathologische Maßnahmen (Gnathologie = Wissenschaft vom gesunden und vom krankhaft veränderten Kauapparat) notwen­dig, etwa die Vermessung des Kiefergelenks. Die Kosten für diese Ver­fahren werden jedoch von den gesetzlichen Krankenkassen meist nicht übernommen.

► Der Patient sollte die Schiene möglichst jede Nacht tragen. Ganz be­sonders wichtig ist es, sie in Zeiten starker psychischer Belastung zu tragen. Man erspart sich damit unnötige Schmerzen und die Kosten für vorzeitig zu ersetzende Zahnfüllungen bzw. Kronen.

► Die Pflege der Knirscherschiene ist relativ einfach: Sie wird nach dem Zähneputzen am Morgen mit der Zahnbürste oder einem Hand­bürstchen unter fließendem Wasser abgebürstet. Man sollte dazu keine Zahnpasta verwenden. Eventuell auftretende Verfärbungen kann man meist mit Hilfe einer Handbürste und einigen Tropfen Geschirrspül­mittel beseitigen.