Zahngesunde Ernährung

Zucker gilt als bevorzugte Nahrung der Bakterien unserer Zahnbeläge und damit als Feind Nummer eins eines gesunden Zahnmilieus. Der am häufigsten verwendete Zucker ist die Saccharose (weißer Haus­haltszucker). Die anderen Zuckerarten stehen der Saccharose an Zahn­schädlichkeit kaum nach: Auch Fruchtzucker (Fruktose), Trauben­zucker (Glukose), Malzzucker (Maltose) und Milchzucker (Laktose) werden von den Bakterien gern genommen. Gleiches gilt für alternati­ve Süßmittel wie Ahornsirup und Honig; sie sind – zumindest für un­sere Zähne – keinen Deut gesünder.

Der Umgang mit Süßem

Der völlige Verzicht auf Zucker ist weder praktikabel noch notwendig. Auch ist es nicht der Zucker allein, der die Bakterien nährt, sondern sie verdauen u.a. mit Vorliebe gekochte Stärke (z.B. in Kartoffelchips). Untersuchungen an schwedischen Kindern haben gezeigt, dass sich ihre Zahngesundheit aufgrund der vermehrten Erziehung zur Mund­hygiene und zum Umgang mit »zahnschädlicher« Ernährung erheb­lich verbessert hat, obwohl der Zuckerkonsum kein bisschen gesunken ist. Denn wichtiger als der Verzicht ist das »Gewusst, wie« oder, noch besser, das »Gewusst, wann«. Entscheidender noch als die Menge ist nämlich der Zeitpunkt des Naschens. Wer über den Tag verteilt kleine Mengen süßer Sachen isst, liefert seine Zähne einem Dauerangriff aus. Wer dagegen nur ein- oder zweimal am Tag, am besten mit oder nach den Hauptmahlzeiten, Zuckerhaltiges zu sich nimmt, gibt seinen Zäh­nen eine bessere Chance. Wenn es was für zwischendurch sein soll, sind Obst oder Gemüsestreifen nicht nur für die Zähne, sondern auch für die schlanke Taille besser. Trockenfrüchte dagegen sind klebrige Zuckerbomben, die als Zwischenmahlzeit wenig geeignet sind. Auch die Konsistenz ist wichtig: Klebrige Bonbons, die lange am Zahn haften, sind z.B. schädlicher als ein zuckerhaltiger Kaugummi, der durch die Anregung des Speichelflusses auch einen Reinigungsmecha­nismus in Gang setzt.

Zahngesund: Wie Sie ohne Zahnarzt gesund bleiben

Süß und sauer

Zuckeraustauschstoffe werden von den Bakterien kaum oder gar nicht aufgenommen und verdaut. Sie sind aus zahnmedizinischer Sicht un­problematisch. Aber Vorsicht: Einige Diabetikerprodukte sind mit Fruktose gesüßt – was wiederum nicht »zahnfreundlich« ist. Im Gegensatz zu Zucker sind säurehaltige Nahrungsmittel kaum als Zahnfeinde bekannt. Ihre Säure greift aber ebenfalls den Zahnschmelz an. Gerade für Fruchtsäfte, stark kohlensäurehaltige Mineralwässer etc. gilt deshalb das Gleiche wie für Zucker: Sie sind nicht zum ständi­gen Genuss geeignet. Hier gilt die Regel: Lieber einmal viel trinken als öfter mal ein Schlückchen. Achtung: Auch Wein enthält, je nach Sor­te, viel Säure. Zahnhygienisch günstigere (Dauer-)Getränke sind grü­ner, schwarzer oder Kräutertee (wenn nötig, mit Süßstoff). Nahrungsmittel mit höherem pH-Wert, wie Käse oder Milch, sind in der Lage, die Säure der Bakterien abzupuffern. Die Kombination einer Süßigkeit mit einem nachfolgenden Schluck Milch oder die Abfolge von Käse mit einem Schluck Wein ist daher zahnhygienisch absolut sinnvoll. Auch sollte man den spülenden Effekt eines kräftigen Schlucks zu Ende einer Mahlzeit nicht unterschätzen.

Abwechslungsreich und vollwertig

Der Hinweis auf eine gesunde Ernährung versteht sich fast von selbst. Der gesamte Körper und damit auch Zähne und Zahnfleisch profitie­ren von einem ausgewogenen Nährstoffangebot. Positiv an vollwerti­gen Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten und Rohkost ist auch, dass sie kräftig gekaut werden müssen. Das regt den Speichelfluss als natürlichen Reinigungsmechanismus an.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind in einer vernünfti­gen Ernährung ausreichend vorhanden. Der Nutzen von zusätzlichen »Mikronährstoffen« ist fraglich. Es gibt Nahrungszusätze, die einen Schutz gegen Parodontitis versprechen. Da Parodontitis vorrangig eine Infektionskrankheit ist und in den seltensten Fällen auf ein Mangelsyndrom zurückzuführen ist, sind solche Zusätze zur Parodontitisvorbeugung nicht Erfolg versprechend.